Rock

Bochum: „The National“ lassen sich im Ruhrcongress feiern

Charismatischer Typ, unverkennbare Stimme: Matt Berninger, Sänger der US-Band The National.

Charismatischer Typ, unverkennbare Stimme: Matt Berninger, Sänger der US-Band The National.

Foto: STEFAN AREND / WAZ

Bochum.  Die US-Band The National gab in Bochum ihre Visitenkarte ab. Melancholische Schwermut trifft im Ruhrcongress auf energischen Rock.

Melancholie im Breitwandformat, dargeboten mit Gefühl, Gitarrenlärm und großer Geste: Dafür steht die amerikanische Indie-Band The National, die für ihr kraftvolles Spiel und die exzentrischen Showeinlagen ihres Sängers Matt Berninger von Kritikern und Fans geliebt wird. Dabei lässt ihr Auftritt im gut besuchten Ruhrcongress Bochum zunächst Schlimmes befürchten.

Formidables Vorprogramm

Der Sound ist dumpf und breiig, einzelne Instrumente sind in der ohnehin mit keiner besonders brillanten Akustik gesegneten Mehrzweckhalle am Stadionring kaum auszumachen. Auch Berninger selber scheint keinen guten Tag erwischt zu haben: Sein Bariton klingt dünn, in höheren Tonlagen ist kaum mehr als ein Krächzen zu hören. Mehr als einmal muss die wunderbare Sängerin Hannah Georgas, die schon das formidable Vorprogramm bestritt, ihrem Chef aus der Patsche helfen.

Die Regler im Griff haben

Es dauert etwa eine halbe Stunde, bis die Tontechniker die Regler im Griff haben und auch bei Berninger die Laune steigt. Fröhlich wirft er einen eben geleerten Bierbecher nach dem nächsten in die Runde und tigert wie ein getriebener Irrwisch über die Bühne. Während seine sieben Mitstreiter versunken über ihren Instrumenten brüten, taucht der Sänger zu seinen Hardcore-Fans in der ersten Reihe ab und tanzt zum Finale offenkundig schon ordentlich angesäuselt mitten durch den Saal.

Ereignisreiches Schaffen

Mit großem Besteck (darunter zwei Schlagzeuge, Trompete und Posaune) bietet die Band einen Querschnitt ihres ereignisreichen Schaffens: darunter Mega-Balladen wie „I need my girl“, das selten gespielte „Son“ und „Bloodbuzz Ohio“, einer ihrer größten Hits. Eine ausgeklügelte Lichtshow mit Videos unterstreicht die melancholische Schwermut, für die The National bekannt ist. Das eher reservierte, dafür aber aufmerksame Publikum dankt mit herzlichem Beifall.

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