Corona

Bochum: Stiftung lehnt Spahn-Plan zu Tests in Altenheimen ab

Das St. Marienstift an der Humboldtstraße ist eines der beiden Altenheime der Theresia-Albers-Stiftung in Bochum.

Das St. Marienstift an der Humboldtstraße ist eines der beiden Altenheime der Theresia-Albers-Stiftung in Bochum.

Foto: Dietmar Wäsche / FFs

Bochum.  Die Theresia-Albers-Stiftung, die in Bochum zwei Altenheime betreibt, kritisiert, dass das Pflegepersonal Corona-Tests durchführen soll.

In scharfer Form kritisiert die Theresia-Albers-Stiftung, die in Bochum die beiden Altenheime in der Innenstadt, St. Marienstift und St. Mauritius-Stift, betreibt, den Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums, Pflegeeinrichtungen die Verantwortung für die Corona-Tests der eigenen Bewohner und Bewohnerinnen zu übertragen.

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Die Stiftung betreibt außer den beiden Häusern in Bochum auch Pflege- und Sozialeinrichtungen in Hattingen, dem Ennepe-Ruhr-Kreis und Essen. Die Bochumer Altenheime wurden früher von der Katholischen Kirche unterhalten. Zu Beginn der Pandemie hatte es im Marienstift an der Humboldtstraße einen Corona-Ausbruch gegeben, der jedoch durch konsequente Maßnahmen rasch unter Kontrolle gebracht werden konnte.

Belastung bis über die Grenzen hinaus

Zwar begrüßt die Stiftung grundsätzlich, dass die Forderung der Spitzenverbände der Wohlfahrtspflege nach Testung berücksichtigt wird und regelmäßige Testungen in der Altenpflege durchgeführt werden sollen. Allerdings seien die Rahmenbedingungen, wie sie im Entwurf des Mustertestkonzeptes des Ministeriums dargestellt würden, unhaltbar. „Unsere Pflegekräfte sind ohnehin bis über ihre Grenzen hinaus gefordert. Seit Beginn der Pandemie ist die Personalsituation erst recht dramatisch“, sagt Stiftungsvorstand Meinolf Roth.

Die Stiftung verweist darauf, dass etwa in Schulen und Kindertagesstätten die Gesundheitsämter ihrer Verpflichtung bezüglich der vereinbarten Testungen nachkämen. Wenn die Forderung aus Berlin tatsächlich umzusetzen sei, würde dies, so rechnet Roth beispielhaft vor, schwerwiegende Konsequenzen für den Pflegebetrieb haben: „In einer Einrichtung mit 80 Bewohnern arbeiten im Schnitt 60 Mitarbeiter sowie zehn Ehrenamtliche, die Bewohner erhalten täglich durchschnittlich Besuch von einer Person. Nach unserer groben Berechnung entstünde durch die Testungen ein Aufwand von mindestens 80 Stunden pro Woche, was bedeutet, dass zwei Pflegefachkräfte dafür abzustellen sind.“

Zusätzliche Geldmittel nötig

Die Stiftung erwartet, dass die Testungen in Heimen im Zuständigkeitsbereich der öffentlichen Gesundheitsbehörde verbleiben. Sie könne nicht ohne Schaffung von notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen auf die Pflegeeinrichtungen übertragen werden.

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