Umwelt

Bochum: Spaziergänger ärgern sich über Müllberge im Grünen

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Spaziergänger, Jogger und Radfahrer kritisieren, dass immer wieder Müll im Naherholungsgebiet im Bochumer Süden liegt. Ulrich Schmidt

Spaziergänger, Jogger und Radfahrer kritisieren, dass immer wieder Müll im Naherholungsgebiet im Bochumer Süden liegt. Ulrich Schmidt

Bochum-Stiepel.  Mit Beginn des Sommers häufen sich die Klagen über achtlos weggeworfenen Müll im Bochumer Süden. Viele Ausflügler im Ruhrtal fordern Abhilfe.

Mit dem Anstieg der Temperaturen steigt an den Ausflugszielen die Besucherzahl, und offenbar gleichzeitig auch das Aufkommen an Müll. Abscheu, Ekel, Unverständnis und vor allem große Betroffenheit über die Rücksichtslosigkeit mancher Zeitgenossen gehen schnell einher mit dem Ruf nach Abhilfe durch die Kommune.

So nennt Hildegard Grygierek nach ihrem jüngsten Besuch an der Ruhr den Zustand „nur noch traurig, diese unfassbare Sauerei macht mich wütend“.

Keine Werbung für die Naherholung in Bochum

Die Stadt Bochum bekomme es wohl nicht hin, an den Sommerwochenenden Ordnungspersonal an die Ruhr schicken, und so würde ohne Rücksicht auf Spaziergänger, Wassertiere, Natur und Umwelt einfach nur noch alles zugemüllt. „Ein Mangel an Personal kann ja nach nicht bestehen, da in der Coronazeit das Tragen der Masken vom Ordnungspersonal streng kontrolliert wurde.“

Nicht viel anders sehe es an den Haltestellen, auf den Parkplätzen, und an der Wasserburg Kemnade aus: „So was von ungepflegt, man muss sich nur noch für seine Stadt und die Stadtführung schämen. Was für ein Elend, mit ansehen zu müssen, wie so ein wunderschönes Fleckchen Erde zur Müllhalde verkommt.“

Auch Ulrich Schmidt kann von seinen Touren mit dem Rad über den Leinpfad Richtung Hattingen nichts Gutes berichten. „Zwischen dem Ende des Stausees am Wehr und der Gaststätte Alte Fähre sind drei Rastplätze mit Bank mit kleinen Abfallbehältern.“ Diese Behälter reichten vielleicht bei normalem Betrieb.

Am Wochenende deutlich mehr

„Aber Freitag bis Sonntag droht das Müll-Chaos. Das Mindeste wäre doch, dass nach jedem Wochenende montags früh ein Wagen den Bereich abfährt und den Müll beseitigt.“ Man könne natürlich sagen, jeder solle seinen Müll wieder mitnehmen. Aber liege der Müll erst da, machen die Vögel auf Futtersuche den Rest. Man solle an stark frequentierten Stellen größere Behälter aufstellen, die allerdings dann auch Montagfrüh geleert werden müssten.

„Für alle, die hier laufen und fahren, ist der Zustand eine Unverschämtheit. Damit macht man keine Werbung für Bochumer Naherholungsgebiete“, zeigt er sich empört.

Tatsächlich weisen WAZ-Leser auch darauf hin, dass Besucher ihren Müll sogar mit an die Bushaltestelle, etwa die an der Brockhauser Straße, nehmen und sich die Abfälle mit der Zeit auch da häufen.

In den Bezirksvertretungen Süd und Südwest hatte es Anfragen über Zahl und Größe der Abfallbehälter sowie die Leerung und Reinigung an den Ruhrufern gegeben.

Reinigung nach Plan

Der Technische Betrieb der Stadt hatte dazu erläutert, dass ab Juni ‘22 bereits die Ruhrwiesen drei Mal wöchentlich und sonntags nach Bedarf zusätzlich gereinigt würden. Die Entwicklung solle in diesem Jahr, gerade nach der anstehenden Eröffnung der öffentlichen Badestelle am Lewacker, besonders im Auge behalten und entsprechend reagiert werden.

Denn was die Unterhaltung und Pflege entlang des Ruhrtalradweges auf Bochumer Stadtgebiet angeht, ist inzwischen die Stadt Bochum in der Pflicht, auch bei der Beseitigung des Mülls. „Das machen die Technischen Betriebe“, klärt Stadt-Sprecher Peter van Dyk auf. Man werde die Situation beobachten und bewerten. „Und wenn nötig, werden wir natürlich handeln“, kündigt van Dyk an.

Teurer Aufwand

Allerdings habe die Verwaltung, wie in vielen Kommunen auch, festgestellt, dass die Aufstellung von weiteren Behältern auch dafür sorge, dass sogar noch mehr Abfälle entsorgt würden, vor allem auch Abfälle, die getrennt über Wertstoffhöfe entsorgt werden müssten. Dadurch entstünden weitere Kosten.

Ob Besucherinnen und Besucher ihren Müll nach dem Besuch in den Ruhrwiesen oder am Ufer auch wieder mitnehmen, könne die Stadtverwaltung nicht kontrollieren. Schon auf den Hinweisschildern und bei den Ausflugstipps appelliere die Stadt, jeder möge die Park- und Grünanlagen so verlassen, wie sie sie selber vorfinden möchte.

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