Golfpark

Bochum: So steht es aktuell um den Golfpark Amalia in Werne

Projektleiter Heiner Rogmann erklärt seinen Gästen, was auf dem Gelände des zukünftigen Golfparks in Bochum-Werne schon passiert ist – und noch passieren wird.

Projektleiter Heiner Rogmann erklärt seinen Gästen, was auf dem Gelände des zukünftigen Golfparks in Bochum-Werne schon passiert ist – und noch passieren wird.

Foto: Haumann / FFS

Bochum-Werne.  Beim geplanten Golfpark in Bochum-Werne wurden zuletzt einige offene Fragen beklagt. Eine Begehung des ehemaligen Zechenareals bot nun Antworten.

Der geplante Golfpark hat rund um das Gelände der früheren Zeche Amalia in Bochum-Werne für viel Unruhe gesorgt. Klar, wenn im Sommer plötzlich hunderte Lkw Erde ankarren, diese über Wochen auf dem Areal verteilt wird, aber niemand die Hintergründe kennt. Die sind inzwischen bekannt. Aber noch längst nicht so ausreichend, wie es sich die örtliche Politik wünscht. Also organisierte Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche (SPD) eine Besichtigung des Geländes. Denn vor Ort ist seit Sommer einiges geschehen.

Golfpark Bochum-Werne: Begehung des Amalia-Geländes beantwortet viele offene Fragen

Der Andrang ist an diesem Donnerstagnachmittag bei weitem nicht so groß wie bei der Bürgerversammlung Anfang August 2019 an selber Stelle. Ein paar Bürger haben sich dennoch aufgemacht, um sich vor Ort zusammen mit Lokalpolitikern und Vertretern der Verwaltung zu informieren. Es beginnt zu regnen, der Wind pfeift einem um die Ohren, doch das hält Heiner Rogmann, Mitgeschäftsführer der Betreibergesellschaft Golf Innovations GmbH aus Kevelaer, nicht davon ab, seine Gäste über das Gelände zu führen.

„Die Bahnen kann man schon ganz gut erkennen“, sagt Rogmann und erntet Gelächter. Denn das Gelände gleicht eher einer Kraterlandschaft auf dem Mond, als dass man einen Golfplatz erkennen könnte. Obwohl, mit ein bisschen Fantasie . . .

Heiner Rogmann führt die Gruppe über viele Hügel, um zu erklären, was wo wie entstehen soll. Zum Harpener Hellweg hin wird eine kleine Neun-Loch-Anlage gebaut. „Die Modellierung ist zum Teil schon abgeschlossen“, sagt Rogmann. Dort, wo die Löcher sein werden, stecken graue Kanthölzer im Schlamm.

Es werde eine Multifunktionsanlage, führt Rogmann weiter aus. Angehende Golfspieler können hier üben, gleichzeitig sind die neun Grüns auch für Super-Golf (mit etwas größeren Bällen) und Fußball-Golf gedacht. Pro Grün gibt es dann drei unterschiedlich große Löcher. „Das ist etwas ziemlich Neues“, sagt Rogmann, der einmal mehr betont, dass man keinen elitären Golfplatz plane, sondern eine moderne Freizeitanlage für Jedermann.

Die Golf-Cracks sollen auf dem Feld zum Ruhr-Park hin eine große Neun-Loch-Anlage bekommen. Hier steht der Betreiber noch in Verhandlungen mit der Stadt, von der das Gelände gepachtet werden soll. Vermutlich eine Formsache, schließlich sieht auch der Bebauungsplan Golfsport hier vor, aber solange noch nichts unterschrieben ist, ist auch die Größe der Gastronomie (bis zu 3200 Quadratmeter sind möglich) ungewiss. Rogmann: „Kommt es zu keinem Abschluss, wird das Ganze natürlich ein paar Nummern kleiner.“ Aber er gehe davon aus, dass er diesen Plan B in der Schublade lassen kann.

Zufahrt über den Harpener Hellweg geplant

Nach Werne hin wird die Driving Range entstehen. Die Verbindung zur Nörenbergstraße wird mittels Erdwall gekappt, denn die Anfahrt zum Golfpark erfolgt künftig über den Harpener Hellweg. „So viel Mehr an Verkehr wird das nicht sein“, beruhigt Heiner Rogmann fragende Anwohner, die sich auf jeden Fall schon mal freuen, dass die Hügel zum Harpener Hellweg hin bald bepflanzt werden. „Dann können uns die Hundehalter, die über das Gelände gehen, nicht mehr ins Wohnzimmer gucken“, sagt Golfpark-Nachbar Erhard Becker.

Die Sorge, dass durch die enormen Erdmassen und –bewegungen die im Untergrund schlummernden Giftstoffe freigesetzt werden könnten, versucht Diplom-Biologin Marita Weber von der Stadt zu nehmen: „Die Fläche ist komplett abgedichtet und gesichert. Da kann nichts passieren.“ Auch Gefahr durch Bergbauschäden schließt sie aus: „Hier wurde kein oberflächennaher Abbau betrieben, von daher wird es keine Tagesbrüche geben.“

Das Oberflächenwasser wird in ein Regenrückhaltebecken geleitet und von dort dann in den Harpener Bach. Kontaminiert könne es nicht sein, versichert Marita Weber. Und auch das Grundwasser werde regelmäßig untersucht.

„Wir können froh sein, dass hier endlich etwas passiert“, sagt Anwohner Ferdinand Klobes und spricht der Bezirksbürgermeisterin aus der Seele. „Ich habe den Eindruck, dass sich die Gemüter drumherum auch etwas beruhigt haben.“ Heiner Rogmann verspricht: „Das wird ein richtig schönes Stück Natur.“

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