Starkregen

Hochwasser in Bochum: Trinkwasserversorgung nicht gefährdet

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Den Stadtteil Dahlhausen hat das Hochwasser in Bochum besonders getroffen.

Den Stadtteil Dahlhausen hat das Hochwasser in Bochum besonders getroffen.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Bochum.  Die befürchtete Flutwelle blieb aus, dennoch hat das Hochwasser für einige Schäden in Bochum gesorgt. Wir sind auch heute wieder unterwegs.

Das Hochwasser in Bochum hat nach Angaben der Stadtwerke keine Auswirkungen auf die Qualität des Trinkwassers. „Es gibt keine Probleme mit dem Wasser und wir müssen auch keine Empfehlung zum Abkochen aussprechen“, so Sprecher Christian Seger. Man sei in ständigem Kontakt mit dem Betreiber Gelsenwasser, der für die Leitungen zuständig ist. Allerdings werden die Bochumer wohl nichts mehr befürchten müssen, was das Trinkwasser betrifft. „Die Pegel sinken, weshalb wir nicht davon ausgehen, dass noch was passiert“, so Seger. Einige Städte im Ruhrgebiet, etwa Bottrop oder Mülheim, hatten den Bürgern empfohlen, das Trinkwasser abzukochen, da nicht gewährleistet sei, dass es bakterienfrei ist.

Land unter heißt es auch rund um die Schwimmbrücke in Dahlhausen, der Verbindung zwischen Essen, Bochum und Hattingen. Unser Fotograf Gero Helm hat seine Drohne steigen lassen und das Ganze von oben fotografiert. Hier können Sie die Bilder sehen.

Generell hat es Dahlhausen am härtesten in der Stadt getroffen. Einen Tag danach herrscht weiterhin Entsetzen. Viele Häuser waren den Wassermassen ausgeliefert. Wir waren noch einmal vor Ort und haben uns umgesehen. Hier gibt es den Lagebericht.

Auch das beliebte Haus Kemnade auf Hattinger Boden hat das Hochwasser erwischt. Die Feuerwehr Hattingen war den ganzen Tag dabei, das Wasser aus dem Burggraben abzupumpen. Mittlerweile schaut die Brückenmauer wieder einen Meter hervor. Von Entspannung kann aber noch keine Rede sein. Auch der Burghof ist vollgelaufen. Mehr zur Lage am Haus Kemnade können Sie hier lesen.

In der Nacht zum Freitag hat es in Bochum keine weiteren Niederschläge gegeben, die die Lage noch komplizierter hätten machen können. Heute beginnen in der Stadt langsam die Aufräumarbeiten, soweit es denn möglich ist. Wir sind unter anderem in Dahlhausen, dem Stadtteil, den das Hochwasser besonders getroffen hat, unterwegs und sprechen mit den Leuten vor Ort.

Die Angst vor der Flutwelle war groß am Donnerstag. Am Abend gab die Feuerwehr Entwarnung: Die bis 19 Uhr befürchtete Flutwelle an der Ruhr in Bochum blieb aus. Bis 19.30 Uhr war der Pegel sogar weiter gesunken: auf 6,61 Meter. „Mit einem Anstieg ist jetzt nicht mehr zu rechnen“, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Weiterhin bestehen bleibt indes die Warnung an die vielen Schaulustigen, sich zu nah an die Ruhr zu begeben. Sogar Kinder stehen mit den Füßen im Wasser. „Das ist lebensgefährlich“, heißt es. Wer einmal in die Strömung gerate, der könne derzeit nicht gerettet werden. Es heißt: Abstand halten!

  • Der Pegel der Ruhr betrug zwischenzeitlich über sieben Meter , so der Ruhrverband. Am Donnerstagabend sank er auf 6,61 Meter. Der bisherige Höchststand ist vom 23. August 2007. Er lag bei 6,16 Metern.
  • Mit einem größeren Anstieg ist derzeit nicht mehr zu rechnen, so die Feuerwehr. Sie warnt jedoch die vielen Schaulustigen: „Das ist lebensgefährlich“, heißt es.
  • An der Theodor-Körner-Schule im Schulzentrum Südwest, Keilstraße 42-48, ist eine Evakuierungsstelle eingerichtet, teilt die Feuerwehr mit.

Am Nachmittag war das Stauwerk in Wickede für kurze Zeit geöffnet. Es drohte wegen großer Mengen Treibgut zu bersten. Die Feuerwehr rechnete deshalb mit einer – so heißt es – kleineren Flutwelle, die zwischen 18 und 19 Uhr Bochum erreichen könnte. Es sei aber nicht davon auszugehen, dass der Höchststand von Donnerstagmorgen mit 6,97 Metern erreicht werde.

Zuvor hatte der Pegel in Bochum hat die Marke von sieben Meter gerissen – der höchste Stand, der je gemessen wurde. „Eine solche Hochwasserlage in unserem Einzugsgebiet hatten wir seit den 1960er Jahren nicht mehr,“ sagt eine Sprecherin des Ruhrverbandes. Mittlerweile sei der Scheitelpunkt aber erreicht.

Hallenfreibad Langendreer und Sportplätze bleiben gesperrt

Das Hallenfreibad in Langendreer bleibt bis auf Weiteres geschlossen. „Die Anlagentechnik muss nach einem massiven Wassereinbruch aufwendig instandgesetzt werden. Von den Wasserschäden sind sowohl Pumpenanlagen als auch die Elektrotechnik und Schaltanlagen betroffen“, teilen die Wasserwelten Bochum als Betreiber mit. Im Außenbereich muss das Schwimmerbecken gereinigt werden. Schlamm und Erdreich waren bei dem Unwetter in das Becken eingespült worden. Das Bad wird voraussichtlich zwei Wochen geschlossen bleiben, kündigen die Wasserwelten an.

Vorerst gesperrt bleiben auch alle Fußball-Außensportanlagen in Bochum. „Zahlreiche Plätze sind derzeit nicht bespielbar. Um weitergehende Schäden zu vermeiden, war die Schließung alternativlos“, teilt die Stadt mit. Die Plätze sollen „nach einer Überprüfung einzeln und unbürokratisch wieder freigeben“ werden. Die betroffenen Vereine wurden informiert.

Pegelstand der Ruhr in Bochum ist nicht mehr messbar

Um wie viele Zentimeter der Ruhrpegel die Sieben-Meter-Marke bereits überschritten hat, ist nicht zu ermitteln. Mitarbeiter vor Ort konnten den Pegel nicht ablesen, da die Pegellatte komplett unter Wasser war, heißt es vom Ruhrverband. Der bisherige Rekord stammt vom 23. August 2007. Er lag bei 6,16 Metern.

Zwar sinkt der Pegel der Ruhr nicht, das Wasser steigt aber etwas weniger stark, hieß es noch gegen 11.30 Uhr von der Feuerwehr. Der Scheitelpunkt der Flut ist laut Ruhrverband aber nun durch – wenn das Wetter so werde, wie vorhergesagt, so auch der Ruhrverband.

Hochwasser in Bochum: Seniorenzentrum teilweise evakuiert

Das Roselie-Adler-Seniorenzentrum musste teilweise evakuiert werden. In unmittelbarer Nähe der Einrichtung fließt die Ruhr: „Die Sicherheit der Menschen steht an erster Stelle. Deshalb evakuieren wir heute das Erdgeschoss unserer Einrichtung“, so die stellvertretende Einrichtungsleiterin Veronica Stupp.

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Feuerwehr und THW seien bereits vor Ort gewesen und hätten empfohlen, die Menschen auf die oberen Stockwerke zu verteilen. Damit die Wohnsituation dort nicht zu eng wird, sind zehn Bewohnerinnen und Bewohner in eine AWO-Einrichtung nach Gelsenkirchen gezogen.

Seit 2.15 Uhr in der Nacht zu Donnerstag (15. Juli) ist die Feuerwehr in Bochum-Dahlhausen im Einsatz. Die Dr.-C.-Otto-Straße ist auf Höhe des Lidls bis hin nach Essen gesperrt. Zudem gibt es massive Einschränkungen im Bahnverkehr. Aufgrund von Unwetterschäden zwischen Bochum und Dortmund enden derzeit alle Linien der S1 am Bochumer Hauptbahnhof und wenden dort. Die Folge sind Teilausfälle zwischen Bochum und Dortmund.

Einschränkungen im Bahnverkehr in und um Bochum

Die Bahn kann nicht absehen, wann die Schäden behoben sind. Verspätungen und Zugausfälle werden etwa durch die Überflutungen in Dahlhausen auch auf anderen Strecken gemeldet. Auch in der ein Unterwerk ist eine Stromversorgungseinheit und die ist in der Unterstraße komplett voll Wasser gelaufen... daher können dort keine Bahnen fahren.

Auch in der Unterstraße in Langendreer fahren derzeit keine Bahnen. Ein Unterwerk – eine Stromversorgungseinheit ist laut Bogestra komplett voll mit Wasser gelaufen. In den meisten Haushalten in Bochum gibt es keine Probleme mit der Stromversorgung. Lediglich an der Straße Ruhrmühle mussten die Stadtwerke an ca. zehn bis 15 Häusern den Strom abstellen, zudem seien einige Wohneinheiten an der Dr.-C.-Otto-Straße betroffen.

Die zuerst größte Sorge, dass das Neubaugebiet nahe der Ruhr an der Dr.-C.-Otto-Straße überflutet werden könnte, hat sich nicht bestätigt. Dafür ist die Straße Am Ruhrort auf einer Länge von 100 Metern unterspült, angehoben und kaputt.

Obdachloser verliert sein Zelt in den Fluten

Das Wasser drückt an dieser Stelle aus der Kanalisation, in der Nacht hat die Feuerwehr 20 Personen aus ihren Häuser geholt. Anwohnern der Lewackerstraße droht ebenfalls die Evakuierung, auch eine Dachdeckerfirma ist hier stark betroffen. „So viel Wasser kennen wir nicht, wir reagieren auf die akute Lage“, so Feuerwehrsprecher Stefan Nowak.

Dramatische Szenen haben sich in der Nacht ereignet. Unter anderem mussten die Boote beim Kanu-Verein Linden-Dahlhausen vor den Fluten gerettet werden. Auch Bianca Hinz vom Karnevalsverein Ruhrlandbühne half bei den Nachbarn mit. Sie ist am Donnerstagmorgen aber in Tränen aufgelöst, weil die gesamte Technik ihres Vereins unter Wasser steht. „Unsere Instrumente konnten wir retten“, sagt die 42-Jährige.

Sorgen machen sie und andere sich um einen Obdachlosen, der an der Ruhr in einem blauen Zelt lebt. Er habe sich mit seinem Hab und Gut, das er am Körper trägt, retten können, das Zelt und alle anderen Sachen sind indes von der Strömung der Ruhr fortgetragen worden, berichten besorgte Bürgerinnen und Bürger.

An der Lewackerstraße hat es mitten im Überflutungsgebiet am Vormittag auch noch einen Kellerbrand gegeben. Der konnte aber schnell gelöscht werden.

Pegel an der Ruhr steigt langsam, Feuerwehr warnt die Anwohner

Nach dem stundenlangen Starkregen in Bochum am Mittwoch, der für überflutete Straßen und vollgelaufene Keller sorgte, warnt die Feuerwehr nun vor dem Hochwasser der Ruhr. Im Bereich der Ruhrauen bestehe die Gefahr „einer größflächigen Überflutung“, teilt die Feuerwehr mit Hilfe ihrer Warn-App Nina mit.

Hoher Ruhrpegel drückt Wasser in Abwasserkanäle

Unmittelbare Anwohner des Flusses sollen elektrische Geräte abschalten, Wertgegenstände in höhere Stockwerke räumen und das betroffene Gebiet in Dahlhausen räumen. „Bereiten Sie sich auf eine Evakuierung vor“, heißt es in der Warnmeldung. In Feuerwehrkreisen spricht man bereits von einem „Jahrhundert-Hochwasser“.

„Wir beobachten den Ruhrpegel sehr genau“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr der WAZ. „Er steigt momentan nicht mehr ganz so schnell, aber die Straßen Am Ruhrort und Dr.-C.-Otto-Straße sind bereits überschwemmt.“ Das Problem: Der hohe Pegel der Ruhr drückt das Wasser des Flusses in die Abwasserkanäle, das aus den Gullys hochschießt.

Feuerwehr-Einsatz wegen Kuh im Kemnader See

Ganz aktuell läuft auch ein Einsatz am Kemnader See. Bürger haben gemeldet, dass dort eine Kuh im Hochwasser zu versinken droht.

Das Tief „Bernd“ hatte die Feuerwehr am Mittwochnachmittag voll erwischt. Hatte es gegen 16 Uhr noch geheißen „abklingender Regen“, so zog „Bernd“ dann doch mit massivem Starkregen über das Bochumer Stadtgebiet. Innerhalb weniger Stunden gingen in der Leitstelle der Feuerwehr Bochum über 300 unwetterbezogene Notrufe ein. Von 17.27 Uhr bis 2.15 Uhr arbeitete die Feuerwehr rund 250 Einsätze ab.

Im Stadtteil Langendreer flutete ein Teich, der über seine Ufer trat, die Keller dreier Wohngebäude in der Oberstraße, teilweise auch bewohnte Räume.

Unwetter in Bochum: 300 Notrufe und 250 Einsätze

Neben überfluteten und unterspülten Straßen waren viele überflutete Keller und umgestürzte Bäume zu verzeichnen. Für Autofahrer gab es mitunter kein Vor und Zurück – etwa auf der Wittener Straße, auf der A 448, auf dem Werner Hellweg und im Lottental, wo das Wasser bis zu eineinhalb Meter hoch stand und der Fahrer eines Linienbusses aus seinem Fahrzeug befreit werden musste. Angsterfüllte Pkw-Insassen ließen ihre Wagen zurück und retteten sich ins Freie. Wie schon vor zwei Wochen hieß es: „Bochum säuft ab!“

Feuerwehr Bochum schickt Patiententransportzug nach Hagen

Die Feuerwehr Bochum wurde in Langendreer durch Löscheinheiten aus dem Landkreis Recklinghausen, insbesondere aus den Städten Herten, Marl und Dorsten abgelöst, da die Einsatzstelle an der Oberstraße noch für unbestimmte Zeit weitergeführt werden muss.

Alle Löscheinheiten der Freiwilligen Feuerwehr Bochum sowie die Sondereinheiten Führungsunterstützung und Verpflegung waren im Einsatz; mehr als 250 Feuerwehrleute. Auch Mitarbeiter von Polizei, THW und Tiefbauamt unterstützten die Arbeiten. Die Selbsthilfe Bochumer Bürger sorgte zudem dafür, dass bei 40 Einsätzen kein Eingreifen mehr nötig war, berichtet dankbar die Feuerwehr.

Wegen des Starkregens wurde auch die komplette Reitanlage des Reitvereins Bochum-Werne am Mittwoch überflutet. In den Ställen stand das Wasser etwa einen Meter hoch. „Auch die Reithalle steht komplett unter Wasser, weil der Harpener Bach, der an der Anlage vorbeifließt, über die Ufer getreten ist. Die meisten der Privat- und Schulpferde mussten evakuiert werden“, so der Verein. Die eigentlich für Samstag geplanten Ponyspiele für Kinder müssen leider ausfallen. Die Höhe der Schäden ist noch nicht absehbar, liegt aber sicherlich im oberen vierstelligen Bereich.

Zur Unterstützung der Feuerwehr Hagen schickte die Bochumer Feuerwehr außerdem am Morgen ein Patiententransportzug der Feuerwehren Herne und Bochum nach Hagen.

Unser Bericht von Mittwochabend:

Die Rettungskräfte sind im Dauereinsatz. Bis 21 Uhr waren mehr als 200 Alarmierungen eingegangen. „Auch die Freiwillige Feuerwehr ist im Vollalarm“, berichtet ein Feuerwehrsprecher. In Stiepel ist ein Baum auf eine Stromleitung gekracht; Anwohner kamen nicht aus ihren Häusern. „Chaos, einfach nur Chaos“, ächzt eine Beamtin in der Leitstelle der Polizei.

Bisher sind keine Verletzten zu beklagen

Die beste Nachricht: Bisher gibt es nach Angaben der Behörden keine Verletzten durch das Unwetter. In den sozialen Medien hat die Feuerwehr einen dringenden Aufruf veröffentlicht: „Bitte meidet den Straßenverkehr und bleibt nach Möglichkeit zu Hause!“ Die Notrufleitungen seien aktuell ausgelastet: „Bitte nutzt den Notruf nur bei dringenden Notfällen!“

Handy-Videos zeigen, wie das Wasser meterhoch aus komplett überforderten Gullis in die Höhe schießt. Derweil warnt die Feuerwehr vor der Gefahr durch Elektrizität in überfluteten Kellern: „️Mit unseren Pumpen können wir erst bei einem Wasserstand von mehr als 15 cm effektiv helfen.“

Hagen steht nach Starkregen unter Wasser
Hagen steht nach Starkregen unter Wasser

Erst nach 21 Uhr gab es vorsichtige Entwarnung. Der Regen hat endlich nachgelassen. Das Ausmaß der Schäden wird vielerorts erst am Donnerstag sichtbar.

Pegel an der Ruhr steigt Meter

Der für Bochum maßgebliche Ruhr-Pegel bei Hattingenhat sich fast verdreifacht: Am Dienstag stand er bei rund 1,70 Meter – am Mittwochvormittag bei knapp fünf Meter. Bereits am Mittag wurde die mittlere Hochwassermarke von 5,20 Meter erreicht. Der Ruhrverband Essen schreibt in seiner aktuellen Warnung, dass mit einem deutlichen Anstieg sowie weiteren Überflutungen gerechnet werden müsse.

Entsprechend reißend ist die Strömung: Am Mittwochvormittag schießen rund 370 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch das Flussbett – am Tag davor waren es 50. Ein seltenes Bild zeigte sich auch in Querenburg: Der kleine Schattbach, normalerweise nur ein Rinnsal, ist zu einem ein Meter breiten Bach angeschwollen und kracht, aus einer Unterführung unter einem Geh- und Radweg quellend, mit voller Wucht in den Ölbach, der seinerseits nun mehrere Meter breit ist statt wie sonst nur etwa einen Meter.

In den frühen Morgenstunden begannen Feuerwehr, DLRG und die Campingplatznutzer selbst, Wagen, Zelte und Ausrüstung auf dem Campingplatz in Dahlhausen vor dem rasch steigenden Hochwasser der Ruhr in Sicherheit zu bringen. DLRG-Chef Thorsten Kelle: „Feuerwehr und DLRG haben schnell Fahrzeuge mit Anhängerkupplungen zur Verfügung gestellt.“

Starkregen in Bochum: Feuerwehr warnt​

Die Feuerwehr Bochum warnt die Bevölkerung: Bitte haltet Euch von der Ruhr fern. Dabei gab es bis zum Nachmittag lediglich eine Handvoll Einsätze. Doch wenig später änderte sich die Lage dramatisch.

Unterdessen leistet Bochum auch andernorts Hilfe: Seit dem frühen Morgen ist ein Patiententransportzug der Feuerwehr zur Unterstützung der Einsatzkräfte in Hagen vor Ort. Dort hat das Unwetter besonders heftig gewütet.

Autokennzeichen wurden durch die Wucht des Wassers abgerissen

Nach dem Starkregen am Mittwoch sind viele Autokennzeichen durch die Wucht des Wassers abgerissen worden und auf der Straße liegen geblieben. So auf der Oberstraße.

Die Polizei hat mehrere eingesammelt und wird sie dem städtischen Fundbüro übergeben. Wer sein Kennzeichen verloren hat, kann sich spätestens am Montag dort melden: 0234/910 3675.

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