Oldtimer-Festival

Langendreerer Willi Benda hat ein Herz für Oldtimer

Sorgt auf der Straße immer für Aufsehen: Willi Bendas DKW von 1936. Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h. Das Auto hat eine Holzkarosserie, die mit Kunstleder bespannt ist. Foto: Barbara Zabka

Sorgt auf der Straße immer für Aufsehen: Willi Bendas DKW von 1936. Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h. Das Auto hat eine Holzkarosserie, die mit Kunstleder bespannt ist. Foto: Barbara Zabka

Langendreer.   Der 82-Jährige hat einen DKW von 1936 und einen Diplomat von 1969 in der Garage. Zum ersten Oldie kam der Ex-Opelaner durch seinen Sohn.

Oldtimer-Festival im Wittener Muttental, das große Treffen der stolzen Besitzer alter Auto-Schätze – das war auch für den Langendreerer Willi Benda ein wichtiger Termin. Denn der 82-Jährige gehört zum Wittener Oldtimer-Stammtisch, der das Festival zusammen mit dem Stadtmarketing organisiert. Benda hat zwei „Oldies“ in der Garage: einen DKW, Baujahr 1936, und einen Diplomat von 1969. Letzterer ist wohl ein Unikat, weil Bendas Sohn Thomas die einstige Opel-Luxuslimousine eigenhändig zu einem flotten Coupé umgebaut hat.

Dass Willi Benda „auf Autos fixiert“ ist, wie er schmunzelnd sagt, legt schon sein Beruf nahe. Der Mann ist Maschinenbau-Meister, fing mit 19 Jahren bei Opel in Rüsselsheim an, zog 1963 mit Frau und Sohn nach Langendreer, weil er zu Opel Bochum wechselte. Dort hat er auch bis zu seiner Rente gearbeitet, die letzten Jahre als Leiter der Abteilung Instandhaltung im Werk II.

Der DKW wurde über zehn Jahre restauriert

Zu seinem ersten „Oldie“ kam Benda nicht aus eigenem Antrieb, sondern durch seinen Sohn. Der wollte seinen Führerschein machen und wünschte sich ein Auto, aber ein altes Schätzchen. „Den DKW fand er in Duisburg, der gehörte damals einem Kohlenhändler. Der Wagen war sehr heruntergekommen. Und jemand hatte ihn mit einem Pinsel grün angestrichen“, erinnert sich Benda. Was seinen Sohn nicht abschreckte, der sich sofort für den DKW F-5 700-Meisterklasse begeisterte.

Das 20-PS-Auto haben die Bendas für 3000 Mark gekauft. Über zehn Jahre hat der Vater den Oldtimer restauriert. „Das zog sich, denn ich war ja berufstätig“, erzählt der gebürtige Ingelheimer. Das erste Auto seines Sohnes war dann ein Kadett. „Den habe ich ihm danach gekauft.“ Der DKW, der einst im sächsischen Chemnitz gebaut wurde, hat eine Holzkarosserie, die mit Kunstleder bespannt ist. „Ersatzteile waren nach der Wende leichter zu bekommen, die wurden von Privatleuten angeboten.“

Ein Männertraum mit 260 PS

Sohn Thomas ließen die alten Autos nicht los. „Er hatte ein Faible für große Wagen mit kräftigen Motoren.“ Ein Diplomat wurde gekauft. Thomas Benda baute den Viertürer (Baujahr 1969) als Student in den 80er Jahren zu einem Zweitürer um. Ein Zwölfzylinder mit 5,3 Liter Hubraum und 260 PS. Ein Männertraum, der aussieht wie ein amerikanischer Straßenkreuzer, der heute in Hellblau-Metallic in der Sonne glänzt.


Verführt so ein Auto zu männlichem Imponiergehabe? Willi Benda winkt lachend ab: „Nein, mit dem Diplomat fahre ich nie schneller als 100 bis 120. Der alte Motor tut mir leid.“ Der DKW sei mit maximal 70 Stundenkilometer völlig ausgelastet.

Spritztouren in die nähere Umgebung

Apropos Spazierfahrten: Im täglichen Leben ist der Bochumer mit einem modernen Opel unterwegs. Mit den beiden Oldtimern unternehmen Willi Benda und seine Frau Annemarie nur in der wärmeren Jahreszeit zwischen April und Oktober Spritztouren in die nähere Umgebung. Manchmal zusammen mit anderen Oldtimer-Fans.

Bendas Sohn Thomas ist auch beruflich in die Autowelt eingetaucht. Er ist Professor für Fahrzeugtechnik an der Ostfalia-Hochschule in Wolfsburg.

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