Graffiti

Streetart: Die Zeche Robert Müser ist zurück in Bochum-Werne

Künstler Jonas Heinevetter vor seinem Werk – zusammen mit Eigentümer und Knappe Norbert Kuschmierz und dessen Frau Sabine.

Künstler Jonas Heinevetter vor seinem Werk – zusammen mit Eigentümer und Knappe Norbert Kuschmierz und dessen Frau Sabine.

Foto: Eberhard Franken

Bochum-Werne.   Ein riesiges Abbild der Zeche Robert Müser ist auf einer Häuserwand an der Heinrich-Gustav-Straße in Bochum zu sehen. Die Idee hatte ein Knappe.

Die Zeche Robert Müser ist wieder da. Neu erschaffen von einem Knappen und einem Künstler, präsentiert sich ein optisches Highlight an der Heinrich-Gustav-Straße 100, das in den letzten Wochen entstand. „Endlich eine Wandmalerei“, so ein Passant, „die alle begeistern kann und obendrein an den Bergbau in Werne erinnert.“

Der Wittener Künstler Jonas Heinevetter (39) bemalte das Eckhaus am Hölterweg mit der Skyline der benachbarten, ehemaligen Zeche Robert Müser und dem prägnanten Turm, für den er alleine fast zwei Wochen brauchte. „Diese Zeichnung“, freut sich Auftraggeber, Hausbesitzer und Knappe Norbert Kuschmierz, „ist so gut. Danach könnte man jetzt einen neuen Förderturm bauen.“

Idee für das Graffiti kam zufällig

Auf die Idee, seine Fassade künstlerisch zu nutzen, sei er, der sich als „unkomplizierten Hausbesitzer“ bezeichnet, eher zufällig beim Werner Treff gekommen. Im Zusammenhang mit dem Stadterneuerungsprogramm W-LAB (Werne – Langendreer/alter Bahnhof) hatte man u.a. mit der Polizei über Graffiti diskutiert. „Da habe ich mich spontan entschlossen, auf meiner Fassade etwas Schönes entstehen zu lassen.“ Er habe kein Foto genommen, sondern eine alte Zeichnung, sagt der 62-Jährige. „Als alter Werner Junge habe ich darauf die Skyline der Zeche Robert Müser sofort erkannt.“ Und genau so sei es jetzt geworden.

Der in Essen geborene, in Witten aufgewachsene Heinevetter ging zur Waldorfschule in Langendreer, bevor er sich als Autodidakt vor zehn Jahren selbstständig machte. Ein „Ruhri“ also, der schließlich die Galerie Himmeltropfen an der Geschwister-Scholl-Straße 3 eröffnete und inzwischen auch selbst entworfene Ruhrgebiets-Produkte verkauft (bigcitydesigns.de). Ein vielseitiger Mann also, der in Kinder- und Jugendprojekten mitarbeitet und in der Aktion „Witten wird bunt“ (wiwibu.de).

Künstler in Bochums Osten schon länger präsent

Im Bochumer Osten ist Jonas Heinevetter für viele Bürger schon länger präsent. „An der Schule am Volkspark in Langendreer“, erinnert er sich, „habe ich schon vor einiger Zeit den Pavillon der offenen Ganztagsschule bemalt.“

Die Vollendung des Projektes soll nun am 14. September gefeiert werden. „Dazu möchten meine Frau Sabine und ich den Künstler und die beteiligten Handwerker einladen“, sagt NorbertKuschmierz. „Und natürlich auch meinen Knappenverein Glückauf Werne.“ Man darf sicher wetten, dass sie das Steigerlied singen werden. Und sicher ist auch Folgendes: Es wird noch weitere künstlerische Gestaltungen geben. Werne darf sich darauf freuen.

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