Alter Bahnhof

Stadtumbau: Alles neu am Alten Bahnhof in Bochum-Langendreer

Die Alte Bahnhofstraße am Alten Bahnhof in Langendreer soll erneuert und aufgehübscht werden – sowohl im Untergrund als auch auf der Oberfläche.

Die Alte Bahnhofstraße am Alten Bahnhof in Langendreer soll erneuert und aufgehübscht werden – sowohl im Untergrund als auch auf der Oberfläche.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum-Langendreer.  Der Alte Bahnhof in Langendreer soll komplett erneuert werden – über und unter der Erde. An den Planungen können sich die Bürger jetzt beteiligen.

Auf den Alten Bahnhof in Langendreer wartet eine umfangreiche Umgestaltung. Das wird viel Dreck, Umleitungen und Parkprobleme bringen, am Ende aber soll die Lebensader des Quartiers neu aufblühen – das Stadtentwicklungsprogramm „W-LAB“ (steht für Werne – Langendreer Alter Bahnhof) macht’s möglich. Den Geschäftsleuten wurde das Gestaltungskonzept bereits am Dienstag (17.) im Rahmen einer internen Veranstaltung vorgestellt. Nächste Woche wird die breite Öffentlichkeit informiert.

Im Untergrund schlummert eine große Herausforderung

Die Alte Bahnhofstraße zwischen Lünsender Straße und Ümminger Straße ist der zentrale Einzelhandelsstandort im Stadtteil Langendreer-Alter Bahnhof. Sie verläuft einmal quer durch das Stadtteilzentrum mit seiner gut erhaltenen Gründerzeitbebauung, die seit diesem Jahr auch im Rahmen der Denkmalbereichssatzung geschützt wird, und ist einer der beliebtesten öffentlichen Räume im Stadtteil. Vor allem der Platz „Am Stern“ im Zentrum stellt mit dem wöchentlichen Frischemarkt eine besondere Anlaufstelle dar.

Unsichtbar für die Besucher der Alten Bahnhofstraße wartet unter der Oberfläche eine große Herausforderung: Die Kanäle in der Straße müssen dringend erneuert werden. Schon vor vier Jahren war eine entsprechende Kanalerneuerung geplant. Damals wollte die Stadt unterirdisch bauen, um den Betrieb an der Oberfläche so wenig wie möglich zu stören.

Kanalerneuerung wurde 2015 bewusst verschoben

So viel Aufwand und Rücksichtnahme ist nun nicht mehr nötig. „Da nun auch die Straße erneuert wird, werden wir in offener Bauweise den Kanal erneuern“, teilt Marko Siekmann vom Tiefbauamt auf WAZ-Anfrage mit. Den Kanalbau habe man 2015 bewusst verschoben, weil man auf das Stadtentwicklungsprogramm warten wollte. „Damals hätten wir nur den Kanal erneuern können, jetzt können wir mehrere Maßnahmen kombinieren“, sagt Siekmann.

Neues Rigolen-System lässt Regenwasser besser versickern

Nicht nur die Oberfläche wird neu gestaltet. Mit dem neuen Kanal wird auch ein Regenwasser-Versickerungssystem eingebaut, um bei Starkregen besser gewappnet zu sein. Das Regenwasser soll künftig über Baum-Rigolen zunächst wie ein Schwamm aufgezogen und dann langsam in den Untergrund abgegeben werden. „Das restliche Wasser, das über dieses System nicht aufgefangen werden kann, wird über die Straßenmitte nach Süden Richtung Lünsender Straße gelenkt“, erklärt Marko Siekmann.

Sowohl Rigolen-System als auch der Straßen-Neubau werden über „W-LAB“ gefördert, der Kanalbau auch weiterhin nicht. „Der ist gebührenfinanziert“, sagt Siekmann. Heißt: Die Anwohner werden nach Beendigung der Baumaßnahme anteilig zur Kasse gebeten. Der reine Kanalbau wird laut Siekmann rund 1,2 Millionen Euro kosten. Die Baumaßnahme soll allerdings erst in 2021 beginnen. „Wir brauchen noch Zeit für die Planung“, erklärt Siekmann. Im Herbst 2020 soll seinen Angaben zufolge der Antrag auf Fördermittel gestellt werden.

Wer sich an der zukünftigen Gestaltung der Alten Bahnhofstraße beteiligen möchte, hat dazu am kommenden Dienstag (24.) Gelegenheit. Dann lädt das Stadtteilmanagement um 19 Uhr unter dem Motto „Alter Bahnhof – Neues Pflaster“ ins katholische Gemeindezentrum St. Marien, Alte Bahnhofstraße 182a, ein.

Bürgern können sich an Gestaltung beteiligen

An diesem Abend stehen insbesondere die Fragen zur Gestaltung, verkehrlichen Erschließung und Raumaufteilung sowie der Nutzung im Vordergrund. Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche (SPD) wird die Veranstaltung eröffnen. Nach Einführung durch Burkhard Huhn, Abteilungsleiter Stadtentwicklung des Amtes für Stadtplanung und Wohnen, stellen die beauftragten Planungsbüros erste Ideen und Skizzen vor. Im Anschluss wird in Kleingruppen an Thementischen diskutiert.

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