Kampfsport

Seit 45 Jahren kämpfen die „Samurai“ im Bochumer Hinterhof

Viktoria Apel und Nadine Sasek trainieren die richtigen Kampftechniken.

Foto: Gero Helm

Viktoria Apel und Nadine Sasek trainieren die richtigen Kampftechniken. Foto: Gero Helm

Bochum-Langendreer.   Ganz unscheinbar liegt der Verein Samurai Bochum im Hinterhof der Hohen Eiche 10. Und auch im Inneren prahlt die ehemalige Kampfsport-Schule (zum Verein wurde sie offiziell Ende der 90er) nicht mit einer modernen Anlage, sondern zeigt sich im nostalgischen Holz-Flair. Und trotz allem ist Trainerin Nadine Sasek dem Gebäude und dem Verein schon seit dem vierten Lebensjahr verfallen. Er ist ihre zweite Heimat. Und mit ihr die von vielen: Seit 45 Jahren gehen die Mitglieder zusammen durch Hochs und Tiefs.

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Ganz unscheinbar liegt der Verein Samurai Bochum im Hinterhof der Hohen Eiche 10. Und auch im Inneren prahlt die ehemalige Kampfsport-Schule (zum Verein wurde sie offiziell Ende der 90er) nicht mit einer modernen Anlage, sondern zeigt sich im nostalgischen Holz-Flair. Und trotz allem ist Trainerin Nadine Sasek dem Gebäude und dem Verein schon seit dem vierten Lebensjahr verfallen. Er ist ihre zweite Heimat. Und mit ihr die von vielen: Seit 45 Jahren gehen die Mitglieder zusammen durch Hochs und Tiefs.

Mitgliederzahlen stiegen in den 70er Jahren stetig an

1972 rief Wolfgang Pohl die Trainingsschule ins Leben. Denn sein ehemaliger Verein Lippon schloss die Tore – er wollte jedoch weitermachen. Der Erfolg stellte sich ein, schnell konnte er an der Humboldtstraße in der Innenstadt einen weiteren Standort aufmachen. Die Mitgliederzahlen stiegen in den 70er Jahren stetig. „Ich habe mir sagen lassen, dass es 600 zu Spitzenzeiten waren“, sagt Sasek. Hinzu kamen Vorführungen, beispielsweise bei der 650-Jahrsfeier der Stadt Bochum, und die Teilnahme eines damaligen Taekwando-Trainers bei der Weltmeisterschaft 1977 in Chicago.

All das kennt Nadine Sasek nur aus ehemaligen Berichten und Erzählungen. Sie kam 1984 erstmals mit der Schule in Berührung. Doch dann so richtig. Nur in und nach der Schwangerschaft machte sie eine Pause, sonst blieb sie dem Verein treu. „Meine Eltern haben mich einfach mal hier hingestellt“, erzählt die heute 37-Jährige. Zeitweise stand sie täglich auf der Matte – im wahrsten Sinne. Besonders faszinierte sie die familiäre Atmosphäre und das Training für den gesamten Körper.

Budo Gala in der Westfalenhalle gab Aufschwung

Einen großen Aufschwung für den Verein gab es noch einmal mit der Budo Gala 1992 in der Dortmunder Westfalenhalle. Mehrere Fernsehsender besuchten den Bochumer Verein, die Mitgliederzahlen stiegen.

Doch das Interesse am Kampfsport ließ mit der Zeit nach – die Außenstelle an der Humboldtstraße musste geschlossen werden. Für Nadine Sasek war das ein Glücksfall: So lernte sie ihren späteren Mann kennen, der ebenfalls beim gleichen Verein war: „Ich kannte nur die Hohe Eiche, er nur die Humboldtstraße als Trainingsstätte“, erzählte sie.

Nächste Generation wächst heran

Mittlerweile sind die beiden zu Trainern aufgestiegen. Der Altmeister Wolfgang Pohl übernimmt nur noch die älteren Kindergruppen. Zu sehen, dass seine ehemaligen Schüler nun zu Lehrern geworden sind, ist für den 69-Jährigen ein befriedigendes Gefühl: „Das ist schön, wenn jemand weitermacht.“

Auch wenn der Verein nun deutlich kleiner ist – rund 50 bis 60 Mitglieder sind eingetragen, praktiziert wird neben Judo nur noch Jiu-Jitsu – unterkriegen lässt die Initiative sich nicht. Mittlerweile sind auch Nadine Saseks Kinder im Verein – und bestreiten wieder tapfer die nächsten Wettkämpfe. Denn sie wollen den Verein wieder groß werden sehen – ist er doch auch ihre Heimat geworden.

>>> INFO: Judo und Jiu-Jitsu stehen auf dem Programm

Unterrichtet werden derzeit Judo und (für Erwachsene) Jiu-Jitsu, eine Mischung aus verschiedenen Kampfkünsten mit Tritten und Schlägen, die der Selbstverteidigung dient. Derzeit sind vier Trainer im Verein für die angehenden Kämpfer aktiv.

An der Hohen Eiche 10 willkommen ist jeder ab vier Jahren. Für verschiedene Altersstufen gibt es unterschiedliche Kurse.

Weitere Infos gibt es unter der Internetadresse www.samurai-bochum.de.

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