Unterhaltung

Querkopf Achim Hahn legt eine Spur der Fakes ins Radio

Achim Hahn, hier im Selfie, hat ein fast einstündiges Feature zusammengestellt und beleuchtet dabei auch die Kunstform der Fakes.

Achim Hahn, hier im Selfie, hat ein fast einstündiges Feature zusammengestellt und beleuchtet dabei auch die Kunstform der Fakes.

Foto: Achim Hahn

Werne.   Der Radio-Poetry-Slammer Achim Hahn bringt ein Feature in den Deutschlandfunk. „Objekt des echt Falschen - Fakes als Kunst“ läuft am Sonntag.

Ihr ist in Bochum ein Platz gewidmet und auch eine Büste zeigt sie im Park: Grete-Penelope Mars. Und das obwohl sie nie gelebt hat. Als feministisches Kunstprojekt wurde sie 2015 erschaffen. Die Bochumer Poetry-Slammer der Lesebühne „Unendlich viele Affen“ aber haben sie zur Proto-Dadaistin erklärt und eine erfundene Biografie sowie zahllose „ihrer“ Texte geschrieben. Die Idee dazu hatte Sebastian 23. Zusammen mit seinen Autorenkollegen Jason Bartsch, Theresa Hahl und Jan Philipp Zymny wird jeden Monat ein neuer Text veröffentlicht, den sie angeblich auf einem Dachboden gefunden hatten.

Diese Grete-Penelope Mars war der Ausgangspunkt für das neue Feature, das der Bochumer Radioautor Achim Hahn für den Deutschlandfunk geschrieben hat. Titel: „Dieses obskure Objekt des echt Falschen - Fakes als Kunst“.

Achim Hahn hat dazu eine ganze Reihe anderer, erfundener Künstler (wieder)entdeckt. Nat Tate etwa, ein fiktiver amerikanischer Künstler, den der britische Schriftsteller William Boyd erfand und zusammen mit David Bowie zu einem international beachtetem Medienphänomen machte. Zuletzt 2011 wurde noch ein angebliches Kunstwerk von ihm bei Sothebys versteigert, obwohl schon lange klar war, dass es Nat Tate nie gegeben hatte. Ein anderes Beispiel: die Erfindung eines neuseeländischen Filmpioniers durch den Herr-der-Ringe-Regisseur Peter Jackson oder auch das Künstlerpaar George Cup und Steve Elliot. Angebeblich habe Cup seinen Partner ermordet und saß dafür jahrelang im Gefängnis, bevor er nach seiner Rehabilitierung durch große Retrospektiven geadelt wurde. Aber auch er ist eine Erfindung von dem Konzeptkünstler Dirk Dietrich Hennig. Sogar die Tate Modern in London hatte seine erfundene Kunst ausgestellt. Und nicht zuletzt war da noch „Fraktus“, die Band, die angeblich den Techno erfunden haben soll, aber doch selbst ein Fake war, für’s Kino entwickelt vom schrägen Künstlertrio Studio Braun.

Für das fast einstündige Deutschlandfunk-Feature hat Achim Hahn mit vielen Protagonisten, auch mit den Bochumer Slampoeten sowie mit Wissenschaftlern, die sich mit dem Thema Fakes als Kunst auseinandergesetzt haben, gesprochen.

Am Sonntag (19.) wird es in der Reihe „Freistil“ ab 20.05 Uhr im Deutschlandfunk gesendet, am Mittwoch (22.) wird in der Reihe „Querköpfe“ ab 21.05 Uhr im Deutschlandfunk das Portrait des Bochumer Slampoeten und Autors Sebastian 23 gesendet - Autor Achim Hahn - gesendet.

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