Lehrschwimmbecken

Politiker kämpfen fürs Lehrschwimmbecken in Langendreer

Viele Kinder stehen auf Wartelisten, um einen Platz in einem Schwimmkurs zu ergattern. Geht es nach der Stadt, gibt es im Bochumer Osten bald einen Ort weniger, an dem man Schwimmen lernen kann. Das Lehrschwimmbecken der Michael-Ende-Grundschule, Somborner Straße 22, soll geschlossen werden.

Foto: Jens Büttner

Viele Kinder stehen auf Wartelisten, um einen Platz in einem Schwimmkurs zu ergattern. Geht es nach der Stadt, gibt es im Bochumer Osten bald einen Ort weniger, an dem man Schwimmen lernen kann. Das Lehrschwimmbecken der Michael-Ende-Grundschule, Somborner Straße 22, soll geschlossen werden. Foto: Jens Büttner

Ost.   Ost-Bezirksvertreter fordern den Erhalt des Lehrschwimmbeckens der Michael-Ende-Grundschule. Dieses und vier weitere will die Stadt schließen.

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6,4 Millionen Euro will die Stadt investieren, um den Großteil der Lehrschwimmbecken zu modernisieren. Allerdings sollen auch fünf geschlossen werden, um die Vorgaben des Haushaltssicherungskonzeptes, ab 2018 jährlich 200 000 Euro einzusparen, zu erfüllen. Auf der Streichliste steht auch das Schwimmbad der Michael-Ende-Grundschule an der Somborner Straße 22 in Langendreer. „Diese Entscheidung ist nicht nachvollziehbar“, findet Dirk Meyer, Sprecher der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Ost. Sie lehnte die Vorlage der Verwaltung einstimmig ab.

Das letzte Lehrschwimmbecken in Langendreer

„Dieses Schwimmbad ist das letzte Lehrschwimmbecken in Langendreer“, sagt Meyer. Genutzt wird es von fünf Schulen mit zwei Teilstandorten (also sieben Schulen), einer Kita aus Querenburg sowie den Vereinen Waspo Langendreer und SV Langendreer 04. „Es wird schwierig sein, die Schüler und Vereinsschwimmer anderweitig unterzubringen“, fürchtet Meyer ebenso wie Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche (SPD), die mit Zahlen argumentiert: „Das Lehrschwimmbecken hat eine deutlich höhere Frequentierung als neun der 13 zu erhaltenden Schwimmbäder.“

Die Stadt will das Becken dennoch schließen. Es weise „in erheblichem Maße Betonschäden auf“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Die sanitären Anlagen entsprächen nicht mehr den Vorgaben der Trinkwasserverordnung und auch die Lüftung müsse erneuert werden. „Das wird bei fast allen Becken nicht anders aussehen“, glaubt Dirk Meyer. Schließlich seien alle in den 60er und 70er Jahren gebaut worden. Pro geschlossenem Lehrschwimmbecken rechnet die Stadt mit einer Einsparsumme von 40 000 Euro.

Schwimmvereine haben lange Wartelisten

Alternativ sollen die pro Jahr insgesamt 5109 gezählten Nutzer des Schwimmbades an der Somborner Straße künftig im Hallenfreibad in Langendreer und im Becken der Willy-Brandt-Gesamtschule in Werne schwimmen. „Das ist aus unserer Sicht nicht darstellbar“, sagt Andrea Busche. Sie hat per Protokollnotiz die Verwaltung aufgefordert, ganz konkret dazulegen, wie sie diese 5109 Schwimmer denn im Ostbad und in der Gesamtschule unterbringen will. Sie unterstreicht noch einmal die Bedeutung von ausreichenden Schwimmmöglichkeiten speziell für Kinder. „Die Schwimmvereine haben derzeit Wartelisten von bis zu 70 Kindern, die dringend schwimmen lernen wollen. Viele Schulen setzen für Klassenfahrten mindestens das Schwimmabzeichen Seepferdchen voraus. Von der Problematik, dass viele Kinder zum Übergang in die weiterführenden Schulen noch nicht schwimmen können, gar nicht erst zu sprechen.“

Auch Dorothea Knopp, Sprecherin der CDU-Fraktion im Bezirk, kritisiert die Pläne der Stadt, fünf Lehrschwimmbecken zu schließen. „Es können so viele Kinder nicht schwimmen – das ist unverantwortlich.“ Sie will jetzt das Gespräch mit den Ratsvertretern ihrer Partei suchen, damit auch bei der finalen Sitzung im Rat am 26. April im Sinne des Bezirks entschieden wird. Auch Dirk Meyer will mit der Ratsfraktion reden „und schauen, welche Strategie wir anwenden werden“.

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