Straßensanierung

Politik kontra Stadt: Zu wenig Straßenausbau im Osten?

Ein einziger Flickenteppich: Die Straße Brandwacht in Werne ist in einem miserablen Zustand.

Ein einziger Flickenteppich: Die Straße Brandwacht in Werne ist in einem miserablen Zustand.

Foto: Sabine Hahnefeld

Bochum-Ost.   Politiker kritisieren, dass der Bochumer Osten im städtischen Sanierungsprogramm für Straßen nicht vorkommt. Das sieht die Verwaltung anders.

Werden im Bochumer Osten zu wenig Straßen saniert? Diese Frage wurde in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Ost heftig diskutiert. Auslöser war das städtische Um- und Ausbauprogramm von Straßen (2019 bis 2021), das die Stadtverwaltung vorstellte. Auf der langen Liste von Straßen, die in diesem Zeitraum saniert werden sollen, findet sich keine aus dem Bochumer Osten.

Zustand seit vielen Jahren bekannt

Zahlreiche alte Beschlüsse seien dabei abgearbeitet worden, erklärt Rudolf Trumbach vom Tiefbauamt zum Entstehen der Um- und Ausbau-Liste. Ein Punkt, den besonders die Koalition in der Bezirksvertretung auf die Palme bringt. Dirk Meyer, Chef der SPD-Fraktion, erinnert in diesem Zusammenhang an den schlechten Zustand der Straße Brandwacht in Werne. Bereits 2006 habe die Verwaltung auf Anfrage seiner Partei geantwortet: „Der Fahrbahnzustand ist der Verwaltung bekannt. (...) Die Straße wird an erster Stelle in die Prioritätenliste für Um- und Ausbau für das Jahr 2007 aufgenommen.“

Passiert ist auf dem „Flickenteppich“ Brandwacht seither nichts. Und nun, 13 Jahre später, taucht die Straße erneut nicht im aktuellen Um- und Ausbauprogramm der Stadt auf. „Obwohl wir immer wieder an die Dringlichkeit erinnert haben“, sagt Dirk Meyer. „Da wundern wir uns schon.“ Auch für Detlef Kühlborn von Koalitionspartner Grüne ist das Ganze „völlig unverständlich“. Er hält die gesamte Gewichtung für fraglich.

Dass keine Straße aus dem Bochumer Osten im Um- und Ausbauprogramm gelistet ist, begründet Rudolf Trumbach mit der Tatsache, dass in den letzten Jahren sehr viele Straßen vor Ort erneuert wurden. 7,8 Millionen Euro seien in den letzten drei Jahren umgesetzt worden: etwa am Leithenhaus, an der Limbeckstraße, der Alten Wittener Straße, dem Werner Hellweg, der Stiftstraße, der Teimannstraße, der Salzstraße, der Lütge Heide und auf dem Wallbaumweg.

Brandwacht aus der Liste gerutscht

Zudem seien bis 2021 weitere Straßenbaumaßnahmen im Osten geplant, für die 3,6 Millionen Euro bereitgestellt werden: an der Ottilienstraße, am Mühlenkamp, an der Rüsingstraße und eben auch an der Brandwacht. Hier soll in den nächsten zwei, drei Monaten die Planung beginnen. Für den Vollausbau, wohlgemerkt. „Deshalb ist die Brandwacht auch aus dem Um- und Ausbauprogramm gerutscht und zur Einzelmaßnahme geworden. Hier sind nur Straßen vermerkt, die zwischen den Bordsteinen saniert werden“, erklärt Rudolf Trumbach und kontert damit die Kritik aus der Bezirksvertretung.

So sind am Ende die Wogen doch wieder ein bisschen geglättet. Obwohl Dirk Meyer die Frage an die Verwaltung hinterher schiebt, weshalb „uns das nie so erklärt worden ist“.

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