Musik

Orchesterleiter der Lessingschule Langendreer geht neue Wege

Mit vollem Körpereinsatz dirigiert Christian Ameling „sein“ Lessing-Orchester. Am 2. Oktober, beim 25-jährigen Bestehen, zum letzten Mal.

Mit vollem Körpereinsatz dirigiert Christian Ameling „sein“ Lessing-Orchester. Am 2. Oktober, beim 25-jährigen Bestehen, zum letzten Mal.

Foto: Eberhard Franken

Bochum-Langendreer.  Nach 25 Jahren ist Zeit für etwas Neues: Der Orchesterleiter des Lessing-Gymnasiums Langendreer hört auf, um künftig sein eigenes Ding zu machen.

„The long and winding road“, das alte, aber immer noch knackfrische Beatles-Stück, werden sie (unter anderem natürlich) spielen, die „Mitarbeitenden“ im Orchester der Lessing-Schule, das am Mittwoch, 2. Oktober, um 19 Uhr in der Aula gewissermaßen zwei Konzerte gleichzeitig gibt: Es ist das Jubiläumskonzert nach 25 Jahren eines „langen und verschlungenen musikalischen Weges“, aber zugleich auch das Abschlusskonzert für den Orchesterleiter Christian Ameling.

Schon nach einem Jahr das Orchester gegründet

Der engagierte Pädagoge, der natürlich weiter „am Lessing“ als Musiklehrer arbeiten wird, gründete, begleitete und dirigierte das Orchester über ein Vierteljahrhundert. 1993 kam Ameling zum Gymnasium an der Ottilienstraße und gründete schon im Jahr darauf das Schulorchester, das sich bei den Konzerten über Jahre immer wieder die Bühne mit Chören und anderen musikalischen Projekten teilte. „Aktuell“, so Ameling, „sind meistens das kleine Orchester, die Bläser und auch die Chöre von Herrn Schräder mit dabei.“

Natürlich nicht beim Jubiläumskonzert in Langendreer. Schon jetzt freut sich der Chef nach aller Probenarbeit, „dass es gut klingt.“ Posaunist Denis Kuleshov, der Italienisch und Mathematik studiert und der den „Chef“, ebenso wie Lena Jung, stets beim Aufbau vor der Probe unterstützt, hat die Musik im Blut und würde das Fach gern studieren. „Ich habe leider die harte Aufnahmeprüfung nicht gepackt“, sagt Denis eher emotionslos. „Er wird es aber noch einmal versuchen“, kommentiert Ameling und kritisiert die Prüfer. „Es ist schwer, aber wir brauchen dringend Musiklehrer.“

„Chef“ kann alle Instrumente imitieren

„Die Proben“, beschreibt Sebastian Krause, „sind zielstrebig und zielorientiert, aber nicht zu locker.“ Und Lena Jung lobt, dass sie im Orchester Bass und das Spielen in der Gruppe gelernt habe. Witzig finden alle, dass Ameling alle Instrumente imitieren kann. „Wenn irgendwer fehlt, ersetzt der Boss das gerne mal mit seiner Stimme.“

Legendär: die jährliche Orchesterfahrt

Alle Mitspieler loben vor allem die jährliche, legendäre Orchesterfahrt. Die führt in eine ebenso geräumige wie gemütliche Holzhütte in Nachrodt-Wiblingwerde, irgendwo im ländlichen Nirgendwo zwischen Hohenlimburg und Altena. „Dort im Grünen“, sagt einer der Musiker, „erschrecken wir vielleicht ein paar Rehe oder ein paar Igel, wenn wir richtig laut spielen.“ Dort kann sich das Orchester also sowohl musikalisch als auch menschlich austoben.

Die Arbeit mit Noten, Nonen, Tasten und Trompeten wird Christian Ameling, inzwischen ein Urgestein auf der Lessing-Bühne, nach dem 2. Oktober natürlich nicht wirklich beenden. „Es ist einfach so“, sagt er, „dass zwei Drittel des Schulorchesters schon länger ehemalige Schüler sind.“ Ameling wird aus den Instrumentalisten, die alle mitziehen werden, konsequenterweise nach dem Jubiläumskonzert das völlig neue „Ehemaligen-Orchester“ formen. Das Lessing-Orchester wird bestehen bleiben, nur eben ohne den bisherigen Chorleiter und mit weniger Musikern.

Kiste Bier als „Honorar“

Zum Abschluss aber gibt es, wie nach jedem Konzert, das hinlänglich bekannte „Honorar“ für den Chef: Eine Kiste Bier als Dankeschön der Musiker. Und das Angebot an alle, im zukünftigen Ehemaligen- Orchester („Lessing All-Stars“) mitzumachen. „Jeder Ehemalige hat Zugang und auch andere Interessierte wie z.B. Schüler-Eltern, Kollegen etc. sind herzlich willkommen.“

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