Spielekreis

Neuer Spielekreis in Bochum-Laer schweißt Senioren zusammen

Der Tisch der Zocker – die Doppelkopfrunde. Erika Kolbus-Knaak (im Hintergrund stehend) darf allen in die Karten schauen. Sie selbst spielt nicht mit, sondern sorgt für die Bewirtung.

Der Tisch der Zocker – die Doppelkopfrunde. Erika Kolbus-Knaak (im Hintergrund stehend) darf allen in die Karten schauen. Sie selbst spielt nicht mit, sondern sorgt für die Bewirtung.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum-Laer.  Alle 14 Tage kommen in Laer Senioren zusammen, um nett miteinander zu spielen. Das belebt das Miteinander im Stadtteil – und auch darüber hinaus.

Es ist heiß an diesem Montagnachmittag. Für viele zu heiß, um sich vor die Tür zu wagen. Nicht so für die Mitglieder des Spielekreises Laer, die nach und nach im Stadtteilbüro an der Alten Wittener Straße/Am Kreuzacker eintrudeln. Denn heute wird gespielt – bei jedem Wetter. Wie alle 14 Tage.

Angefangen in einer Cafeteria

Mit dieser noch recht neuen Tradition wird in Laer nicht gebrochen. Selbst in den Ferien nicht. Seit Januar gibt es den Spielekreis in Laer. Die Idee dazu hatte Kathrin Engel vom Seniorenbüro Ost. Anfangs wurde bei Hardeck in der Cafeteria gespielt. „Doch das passte einfach nicht“, erklärt Erika Kolbus-Knaak, die den Spielekreis leitet.

Nach ein paar Wochen im evangelischen Gemeindehaus wurden die „Spielwütigen“ schließlich im Büro des Stadtteilmanagements sesshaft. Hier fühlt sich die Runde pudelwohl. Sie wird aber auch bestens bewirtet – von Erika Kolbus-Knaak, die dafür selbst aufs Spielen verzichtet. „Mir ist vor allem wichtig, dass unsere Leute mit einem guten Gefühl nach Hause gehen und in 14 Tagen mit Freude wiederkommen“, stellt sie sich gern in den Dienst der Sache.

Erika Kolbus-Knaak kommt schon morgens und stellt die Tische so, dass alle sofort loslegen können. „Vorne der Tisch für die Zocker – die Doppelkopfrunde. Daneben die Plätze für die Rummikub-Spieler. Da geht es etwas leiser zu.“ Alle Befindlichkeiten werden berücksichtigt. Zum Spiel werden dann Kaffee, Gebäck und Wasser serviert. „Die Erika umsorgt uns ganz prima“, lobt Annette Thöne, die sich so voll und ganz auf ihre Partie Rummikub mit Karin Scharf und Petra Schumann konzentrieren kann.

Beim Spielen werden auch private Kontakte geknüpft

Vielleicht auch deshalb hat sich der Spielekreis etabliert und ist aus dem Stadtteilleben nicht mehr wegzudenken. Mehr noch: Er schweißt die Senioren zusammen. „Hier wurden über das Spielen schon einige private Kontakte geknüpft“, weiß Erika Kolbus-Knaak. Und das auch über Laer hinaus. Zum Spielenachmittag kommen Spielfreunde aus dem ganzen Stadtgebiet, aus Altenbochum, Riemke, Querenburg, Weitmar.

Doppelkopfspieler reist extra aus Linden an

Und seit dieser Woche auch aus Linden. Detlef Voss hat in der WAZ vom Spielekreis in Laer gelesen – und sich an diesem Montag auf den Weg gemacht. Nachdem sich seine Doppelkopfrunde aufgelöst und er keinen Ersatz gefunden hatte, kam ihm das Angebot in Laer wie gerufen. „Ich spiele leidenschaftlich gern und bin froh, diese Gruppe aufgetan zu haben.“ Heute schaut er nur zu, die Spielerkonstellation ist zu unglücklich. Doch sein erster Eindruck ist auch aus der passiven Rolle heraus sehr positiv: „Ich komme auf jeden Fall wieder.“

Wie fast alle, die einmal beim Spielekreis waren. Die Gemeinschaft ist einfach toll“, findet Ulrike Schwettmann aus Langendreer, die zur Doppelkopfrunde zählt. Das zeigt sich auch darin, dass alle fleißig die Spendenspardose füttern. „Von deren Inhalt gehen wir in der Weihnachtszeit gemeinsam essen“, sagt Erika Kolbus-Knaak. Und dann wird auch sie sich mal bedienen lassen.

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