Kreativ

Künstlerinnen suchen die Begegnung mit Menschen in Bildern

Marianne Hagen ist begeistert von der Atmosphäre in der Halle 205.

Marianne Hagen ist begeistert von der Atmosphäre in der Halle 205.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Bochum-Langendreer.  Marianne Hagen und Anja Lorenzen zeigen Bilder und Fotos in Langendreer. In der Halle 205 lädt die Ausstellung zum Dialog der Perspektiven ein.

Ein bisschen erinnert es an das Gesellschaftsspiel: Zwei Karten aufdecken und die Details im Kopf behalten, bis ein Paar entsteht. Entsprechungen der ganz eigenen Art präsentieren Marianne Hagen und Anja Lorenzen in Kürze in der Halle 205 an der Hauptstraße. Ab dem 16. November zeigen sie „Menschen & Begegnungen“. Zwei Künstlerinnen treten in den Dialog.

So, wie das Malen die Verarbeitung von Erlebtem ist für Marianne Hagen, so ähnlich bahnte sich auch diese Ausstellung an, ein Stückchen ihrer Biografie. Zu ihrem 50. Geburtstag wollte sie sich gerade für die Menschen Zeit nehmen, die bei einer großen Party meist zu kurz kommen, und nahm sich für jeden, jedes Pärchen oder jede Clique eine Aktion für ein Wochenende vor.

Die Wahl zwischen Ausstellung oder der Insel

„Eine Motorradtour, einen Baum pflanzen, ins Musikforum zum Konzert gehen“, zählt sie auf. Damit bekommt man schnell den Kalender voll. Anja Lorenzen, die sie über das Leistungsschwimmen seit „gefühlt ewig“ kannte, konnte wählen: Entweder vom Festland nach Norderney zu schwimmen („ja, so zehn Kilometer“) oder eine, eben diese Ausstellung machen. Was für die Fotografin eine Premiere bedeutete.

Die Bilder entstanden unabhängig voneinander

Die Unterschiede allein in der technischen Darstellung bedeuten einen Spagat. Die Suche nach den Entsprechungen in den Werken für die paarweise Darstellung betont diese Spannung. Die Kombination wird eine Konfrontation. Doch wird schnell ersichtlich, dass die beiden Künstlerinnen dieses Puzzle umgehend gelöst haben, wenn sich Linien, Farben, Formen

wiederfinden, auch wenn das Motiv ein jeweils ganz anderes gewesen sein muss. Denn sie haben unabhängig voneinander die Werke erstellt und die ungewöhnliche Spiegelung von Foto und Gemälde zusammengebracht. Auch die Abstraktion mit dem Ausschnitt, dem Abbild.

Vier Stunden oder auch Jahre für ein Bild

Bei Marianne Hagen „geht kein Bild raus, das nicht fertig ist“, und es wird schon einmal fertig, wenn es herunterfällt oder die temperamentvolle Künstlerin zum Hammer greift. „Genauso kann es nach vier Stunden fertig sein“, oder nach einer jahrelangen Pause, oder nachdem sie es umgedreht hat, „und dann stimmt auf einmal einfach alles“.

Begegnungen und Bewegungen

Drehungen, Wendungen und Veränderungen kennzeichnen die Biografie der gelernten Schauwerbegestalterin, die als Requisiteurin und Pyrotechnikerin am Theater arbeitet, umstieg zur Logopädin, Medizinalfachberufe und Pädagogik/Erwachsenenbildung studierte und inzwischen als Lehrlogopädin und in einer Sprachheilpraxis arbeitet.

„Ich male, wie’s mir geht“, erklärt sie denkbar schlicht die unterschiedlichen Techniken und Werke. Und wenn es zwischendurch eine siebenjährige Pause sein musste, die sie wieder auf einen anderen Weg brachte, dann brachten die die Erfahrung, die dann in die Bilder von „Menschen & Begegnungen“ einflossen.

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