Kirche und Karneval

Kirche und Karneval passen in Herz Jesu bestens zusammen

Gemeindereferent Marcus Steiner (rechts) segnet die Kerze, die Karnevalsprinz Mike I vom MGV Cäcilia anzündet.

Foto: Dietmar Wäsche

Gemeindereferent Marcus Steiner (rechts) segnet die Kerze, die Karnevalsprinz Mike I vom MGV Cäcilia anzündet. Foto: Dietmar Wäsche

Werne.   Herz-Jesu Gemeinde feiert mit MGV Cäcilia karnevalistischen Gottesdienst. Närrische Rede, Parade und Segenskerze vereinen Jecken und Christen.

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Dass in Werne an einem Sonntagmorgen die Kirchenglocken läuten, ist nichts Ungewöhnliches. Dass sich darunter der Glöckchenklang jeder Menge Narrenkappen mischt, hingegen schon. So marschieren zum karnevalistischen Gottesdienst in Herz Jesu nicht nur Pater David Ringel, Gemeindereferent Marcus Steiner und die Messdiener in die Herz-Jesu Kirche ein, sondern auch Prinz Mike I. vom Männergesangsverein Cäcilia samt Adjutanten, Elferrat und Knappenverein.

Gottesdienst ist abwechslungsreicher

Gemeindemitglied Hedwig Nizerl ist begeistert: „Das ist eine tolle Kombination. Karneval erinnert mich an meine Kindheit.“ Der Gottesdienst sei so viel abwechslungsreicher, davon zeugten auch die vollen Kirchenbänke. Und Gabi Meier findet: „Die Atmosphäre ist lockerer, es wäre schön, wenn sich das Ganze als Tradition bei uns etabliert.“

Dazu ist die karnevalistische Messe auf dem besten Weg: „Die Resonanz im letzten Jahr, wo wir die Messe zum ersten Mal veranstaltet haben, war super“, sagt Prinz Mike I., der damals als Mitglied des Elferrates dabei war. „Auch für mich ist das etwas anderes, als auf einer klassischen Bühne zu stehen“, so der Prinz weiter. Kirche gehöre für ihn zum Karneval schon dazu. Manch einer ist sogar verkleidet zum Gottesdienst gekommen, etwa die kleine Emilia. „Ich bin ein Cowgirl“, sagt sie und gesellt sich zu Polizist, Pirat und Prinzessin.

Vor Fastenzeit ausgelassen feiern

Hildegard Dietzel ist zwar nicht verkleidet erschienen, freut sich daher aber umso mehr über das bunte Gemeindebild. „Ich selbst würde nicht auf Karnevalsumzüge gehen, also ist es doch toll, wenn der Karneval zu uns kommt“, so Dietzel. Wenn Kirchen sich öffnen wollten, gehöre so etwas dazu.

Das hat auch Gemeindereferent Marcus Steiner erkannt: „Der Bochumer Osten und Karneval sind enge, so soll Kirche und Karneval auch enge werden.“ Es sei auch im Interesse der Kirche, vor der bevorstehenden Fastenzeit ausgelassen zu feiern. „Schenke den Menschen, die Karneval feiern Humor, Witz und Heiterkeit und halte Gefahren fern“, sagt Steiner mit Narrenkappe auf dem Kopf, während er die Karnevalskerze segnet.

Auch Pater David setzt sich die Narrenkappe auf und predigt diesmal in gereimter Form: „Es ist die Freude, die sich weitet, wenn sie von mir zum Anderen schreitet.“ Ebenso warnt er davor, Hass und Neid zu verfallen: „Wie wenig der Mensch doch braucht, dass bei ihm das Glück auftaucht. Das Herz wird froh durch roten Wein. Doch nichts holt echte Liebe ein.“ Und er betont: Humor, der komme sogar in der Kirche vor.

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