Kirchen

Freie evangelische Gemeinde in Langendreer zieht um

Pastor Tim Linder zeigt die Tiefe des alten Taufbeckens im  Gemeindehaus. Die Fenster im Hintergrund werden entweder durch energiesparende Modelle ersetzt oder müssen dem Anbau weichen. Fotos:Svenja Hanusch

Pastor Tim Linder zeigt die Tiefe des alten Taufbeckens im Gemeindehaus. Die Fenster im Hintergrund werden entweder durch energiesparende Modelle ersetzt oder müssen dem Anbau weichen. Fotos:Svenja Hanusch

bochum-Langendreer.   Schon wird am Sonntag der Grundstein für den Erweiterungsbau an der neuen Adresse gelegt. Dabei wird das Haus am Alten Bahnhof noch kernsaniert.

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„Wenn wir schon mal dabei sind“, könnte das Motto der Freien Evangelischen Gemeinde (FeG) lauten. Während im Saal des Hauses an den Langenstuken der Blick auf die Dachsparren durch keine alte Zwischendecke mehr verhindert wird, weil die Kernsanierung volle Fahrt aufgenommen hat, wird direkt vor dem Haus am Sonntag der Grundstein gelegt. Allerdings schon für den Erweiterungsbau, damit fast symbolträchtig. Hier ist vieles in Bewegung.

„Bestimmt schon zehn Jahre“, meint Pastor Tim Linder auf der Baustelle, seien die Überlegungen hin zu mehr Platz im Gange. „Die Kindergruppe trifft sich sozusagen in einem Wohnzimmer“, gemütlich, aber irgendwann deutlich zu eng. Und die Freie Evangelische Gemeinde an der Wittenbergstraße musste anders als die Baptistengemeinde auf steigende statt auf sinkende Mitgliederzahlen reagieren. Das geschah mit einem Zusammengehen der Baptisten mit der FeG am 1. April diesen Jahres, schon einige Zeit feierte man gemeinsam Gottesdienst, sieht sich auch in der Ausrichtung nicht getrennt.

Flexibel ohne Orgel und Bänke

Nun übernimmt die Freie Gemeinde also als „Mitgift“ das Gebäude der Baptisten, seit eineinhalb Jahren wird das Haus den modernen Ansprüchen entsprechend umgebaut.

Pastor Tim Linder fasst sich bei einer weit ausholenden Armbewegung kurz: „Auf der Empore wird keine Orgel stehen, die Bänke im Hauptraum sind verschwunden, mit Stühlen sind wir viel flexibler.“ Und „Bänke raus!“ hat ja in Langendreer schon Tradition.

Außerdem soll hier nicht nur Gottesdienst gehalten werden, sondern sind auch Konzerte oder Theateraufführungen geplant. „Bis zu 140 Plätze“, kalkuliert Linder, gut doppelt so viele wie an alter Adresse.

Band übernimmt die musikalische Gestaltung

Statt der Orgel wird eine Band die musikalische Gestaltung übernehmen. Die Freie evangelische Gemeinde verfügt ohnehin nicht über einen hauptamtlichen Kirchenmusiker, wohl aber über zahlreiche Instrumentalisten in ihren wachsenden Reihen.

Zahlen, die Linder auf der Baustelle grob überschlägt: Etwa 45 Mitglieder waren es 2010, 80 sind es aktuell. Und die kümmern sich auch um die Finanzierung des Um- und Erweiterungsbau, der zwischen 800.000 und 900.000 Euro kosten wird.

Das Stichwort „Freiwilligkeitskirche“ bekommt da eine sehr ernste, engagierte Note. Tim Linder formuliert: „Die Gemeinde lebt von Glaubenden.“ Deshalb wird sich an der Fassade des Gemeindehauses wohl nicht viel ändern, hier geht es um das innere Leben und die Bewegung.

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