Moschee

Eine Moschee für alle – mitten in Langendreer

Im Aufenthaltsraum gönnen sich Mehmet Özlemis (links), Gültekin Bicici (vorne rechts) und Freunde einen Tee.

Im Aufenthaltsraum gönnen sich Mehmet Özlemis (links), Gültekin Bicici (vorne rechts) und Freunde einen Tee.

Foto: FUNKE Foto Services

Langendreer.   Das neue Kulturzentrum der türkisch-islamischen Gemeinde Langendreer nimmt Form an. Hier ist man meist unter sich. Doch das ist gar nicht gewünscht.

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Wer das Kulturzentrum der türkisch-islamischen Gemeinde (Ditib) Langendreer betritt, fühlt sich zunächst wie auf einer Baustelle. Überall wird noch gewerkelt. Und doch herrscht bereits munteres Treiben in den Räumen an der Ümminger Straße 2c. „Auch wenn noch viel zu tun ist – wir nutzen unser Kulturzentrum schon fleißig“, erklärt der zweite Vorsitzende der Gemeinde, Mehmet Özlemis (45).

Allen voran natürlich die beiden Gebetsräume. Der von den Männern ist der größere. Der gekachelte Platz des Vorbeters, Mihrap genannt, wurde leicht versetzt angebracht. „Weil er exakt gen Mekka ausgerichtet ist“, erklärt Özlemis, während Kinder lachend über die zahlreich ausgelegten Teppiche toben.

Noch sieht es nach Flickwerk aus. „Doch ein durchgehender Teppich ist bereits bestellt“, sagt Özlemis. Übrigens: Der Gebetsraum der Frauen liegt nebenan, direkt angrenzend an die Küche . . .

Fünf Mal am Tag bittet der Vorbeter, der der Gemeinde für zwei Jahre aus der Türkei zugeteilt wurde, zum Gebet. „Hier ist also fast rund um die Uhr etwas los“, sagt Mehmet Özlemis. Abseits der Gebetsräume gibt es Klassenräume, in denen die Kinder und Jugendlichen lernen und im Koran lesen. Dazu einen riesigen Jugendbereich mit Billardtisch und Kicker.

Und für die Großen einen Aufenthaltsraum mit Teeküche und Fernseher. „Der war als erstes fertig“, lacht Özlemis. Hier treffen sich die Erwachsenen zum Plausch oder zum Fußball gucken. Türkische Liga, aber auch Bundesliga – und natürlich den VfL.

„Es ist auch wichtig, die Jugend von der Straße zu holen“

Gültekin Bicici ist häufig hier, um einen Tee zu trinken und andere Gemeindemitglieder zu treffen. Doch nicht nur für ihn selbst ist das neue Kulturzentrum eine Bereicherung. „Es ist auch wichtig, die Jugend von der Straße zu holen“, sagt der 43-Jährige. Besucher anderer Religionen sind gern gesehen. „Es ist jeder willkommen“, unsere Gemeinde kennenzulernen“, stellt Mehmet Özlemis klar. Die Moschee steht allen offen.

Eine gute Möglichkeit, Vorurteile abzubauen und sich einander zu nähern, besteht beim Sommerfest am Wochenende. „Am Sonntag tritt zum Beispiel der Chor der ev. Gemeinde bei uns auf“, freut sich der erste Vorsitzende, Ibrahim Duman. Er betont das gute Miteinander mit der Nachbarschaft – gerade im Hinblick auf den Brandanschlag auf die Moschee in Witten vor ein paar Wochen. „Das ist schon traurig“, sagt er. „Wir kennen die Gemeinde gut, besuchen uns gegenseitig und beten oft zusammen. Ein Gotteshaus zu schänden sollte es in keiner Religion geben.“

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