Diakonie

Ein „Goldschimmer“ schwebt über dem Seniorenkreis

Die „Glocke Langendreer“ gab ihre musikalische Visitenkarte wieder einmal beim Seniorenkreis am Birkhuhnweg ab. Foto:Kerstin Buchwieser

Die „Glocke Langendreer“ gab ihre musikalische Visitenkarte wieder einmal beim Seniorenkreis am Birkhuhnweg ab. Foto:Kerstin Buchwieser

Kaltehardt.   Seit 50 Jahren besteht die Gemeindegruppe an der Michaelkirche. Wandel in der kirchlichen Arbeit vor Ort schlägt sich in den Erinnerungen nieder.

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Das Auf und Nieder des vergangenen halben Jahrhunderts gerade in den Vororten dokumentiert ein Jubiläum, das gar nicht einmal groß begangen wurde. Dabei nennt man es „golden.“ Seit 50 Jahren besteht der Seniorenkreis, der sich im Gemeindesaal an der evangelischen Michaelkirche trifft. Kaffeetrinken und ein Besuch des Männergesangvereins Glocke stand an diesem Nachmittag auf dem Programm.

Seelsorgebezirk Langendreer-Süd

Langendreer-Süd heißt der Seelsorgebezirk, Langendreer umfasst ihn mitsamt den anderen Kirchsprengeln in der Großpfarrei Liebfrauen, deren Zentrum inzwischen in Altenbochum verortet wird. Kaltehardt ist immer noch gängig.

Pastor Wilfried Geldmacher, selbst inzwischen im Ruhestand, aber doch dabei, erinnert sich schmunzelnd: „Komm’ doch in den Seniorenkreis, bekam man nach ein paar Jahren zu hören, und entrüstet haben die Damen damals gemeint: Ich doch nicht, erst mit 75. Und sind in die Frauenhilfe gegangen.“ Die Damen ab 75 haben heute zum Jubiläum eindeutig die Oberhand in der Gruppe.

Neben Geldmacher und den beiden Pfarrern Joachim Gentz und Thomas Vogtmann ist gerade einmal ein Senior da. „Hahn im Korb?“, die Frauenmannschaft, die für Kaffee und Kuchen sorgt, kichert. Ellen Aldach will ihren Namen am liebsten gar nicht in der Zeitung sehen, aber die Mitgründerin, Heidi Ruland, ist ausgerechnet heute erkrankt und nicht da.

Und ach, ja, ein gutes Dutzend weiterer Herren erscheint auch, alle in roter Weste. Der MGV Glocke unter der bewährten Leitung von Horst Kiel mit Akkordeon-Begleitung. Der kommandiert kurz: „Jungs kommt, je eher, desto besser, die haben ihr eigenes Programm.“ Die Glocke-Abordnung hat heute bekannte Trinklieder im Gepäck. Melodien zum Mitsummen beim Plausch am Kaffeetisch.

Kirche musste Autobahn weichen

„Erntedankfeier, Märchenlesungen“, das fällt Ellen Aldach noch ein zum Programm des Kreises. Wilfried Geldmacher erinnert sich an die Gründerin des Seniorenkreises, Gemeindeschwester Brunhilde Szepanek. „Das war schon was Besonders, dass sie dafür freigestellt war und nicht nur Hausbesuche machte.“

Viel hat sich getan seitdem. Als die Autobahn gebaut wurde, musste die Laer’sche Kirche weichen, die Glocken läuten heute in Langendreer-Süd. 2002 fusionierten die kleinen Bezirke Langendreer-West, -Süd, -Holz und Wilhelmshöhe. Heute ist das Gemeindebüro im Dorf. „Mit drei Pfarrstellen hat man 1963, 64, noch geglaubt, Langendreer würde kräftig wachsen“, sinniert Geldmacher. Geblieben ist der Seniorenkreis, seit 50 Jahren.

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