Ehrenamt

Die „Werkzeugkiste“ sucht noch weitere helfende Hände

Das Werkzeug und die Nähgarne liegen schon bereit. Fehlen nur noch ein paar mehr ehrenamtliche Helferinnen und Helfer für das neue Projekt.

Das Werkzeug und die Nähgarne liegen schon bereit. Fehlen nur noch ein paar mehr ehrenamtliche Helferinnen und Helfer für das neue Projekt.

Foto: Dietmar Wäsche

Langendreer.   Die Initiative „Werkzeugkiste“ hilft Senioren bei kleinen Reparaturen im Haushalt. Die neue Aktion des Seniorenbüros Bochum-Ost ist kostenlos.

Eine der Teilnehmenden muss zu Beginn etwas gebremst werden: „Ich kann Hosen kürzen, den Bund enger machen, Stoff annähen, kein Problem“, sagt die 76-jährige gelernte Schneiderin. Das sei schon etwas zu viel, erwidert Leonie Duffek vom Seniorenbüro Ost beim ersten Treffen der Werkzeugkiste am Donnerstag. Bei der neuen Initiative, geht es vor allem um ganz alltägliche Reparaturen und kleine Arbeiten im Haushalt, „um Lappalien, die oft selbst gemacht werden, im Alter aber schwerfallen können“, so Duffek.

Also beispielsweise eine Schublade, die klemmt, eine kaputte Glühbirne, die ausgetauscht werden soll oder ein Knopf, der wieder ans Hemd genäht werden muss. Für solche Arbeiten kommt der Handwerksbetrieb selten raus, die Helfer und Helferinnen der Werkzeugkiste würden dabei aber gerne unter die Arme greifen. Die Idee ist den Mitarbeiterinnen des Seniorenbüros zu Beginn des Jahres gekommen. Zum Premierentreffen sind vier Interessierte da.

Jeder bringt Stärken mit ein

Ein Handwerker, eine Schneiderin, eine Frau, die beides kann und ein Herr, der sich lieber um die Koordinierung des ganzen Projekts kümmern würde. „Ich bin jemand mit zwei linken Händen“, lacht er. „Sieht man“, stimmt ihm der Handwerker mit einem Augenzwinkern zu. Eine gute Basis gibt es also bereits. „Das Schöne ist ja auch, dass hier Menschen aus verschiedenen Branchen aufeinandertreffen“, stellt Katrin Engel vom Seniorenbüro fest.

Auch das Alter spielt keine Rolle: „Es ist uns sogar wichtig, dass jüngere und ältere Menschen hier zusammenarbeiten“, erklärt Carsten Höser von „Langendreer hat’s“, das die Idee der Werkzeugkiste mit unterstützt. Insgesamt soll nicht nur die Arbeit im Fokus stehen, sondern auch eine soziale Komponente. „Die Menschen können sich vernetzen, an Fortbildungen teilnehmen oder einfach mal zusammen Kaffee trinken“, sagt Katrin Engel.

Start ist für Mai geplant

Noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen. Ab Mai könnte es dann aber anlaufen. Geplant ist es so: Menschen, die Hilfe benötigen, rufen eine zentrale Nummer an. Die Koordinierungsstelle der Initiative nimmt das Problem auf und leitet es dann an einen Handwerker weiter. Er oder sie fixt es dann vor Ort. Kostenlos, höchstens gegen einen kleinen Spendenbetrag. Bis dahin braucht es aber noch ein paar Menschen, die Lust haben. mitzumachen und am besten so motiviert sind wie die Schneiderin.

>>>> INFO: Die Werkzeugkiste soll das Repair-Café ergänzen

In zwei Wochen trifft sich die Initiative wieder in den Räumlichkeiten des Seniorenbüros Ost in der Alten Bahnhofstraße 6. Das Treffen soll am 11. April um 17 Uhr stattfinden. Bis dahin gibt es unter Tel. 0234/54 47 65 01 oder E-Mail info.seniorenbuero@drk-bochum.de weitere Info.

Die Werkzeugkiste soll das seit rund drei Jahren bestehende Repair-Café ergänzen. Dort wird zwar auch fleißig repariert, allerdings nur mitgebrachte Sachen, nur vor Ort und nur jeden 1. Dienstag im Monat. Für die Hausbesuche wäre ab Mai dann die neue Initiative zuständig.

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