Einzelhandel

Die Lage am Alten Bahnhof wird kontrovers gesehen

Der Kernbereich am Alten Bahnhof bleibt ein schwieriges Pflaster, die Beurteilung der Lage allerdings ist sehr unterschiedlich. Foto:Sebastian Sternemann

Der Kernbereich am Alten Bahnhof bleibt ein schwieriges Pflaster, die Beurteilung der Lage allerdings ist sehr unterschiedlich. Foto:Sebastian Sternemann

Langendreer.   Die Leerstände in den Ladenlokalen am Stern sorgen für ganz unterschiedliche Einschätzungen. Die Werbegemeinschaft ist jedenfalls optimistisch.

Weit auseinander gehen die Meinungen über die Attraktivität des Alten Bahnhofs, besonders rund um den Stern. Zwar lässt sich kaum konkret festhalten, wie viele Ladenlokale leerstehen, vor allem schon länger, aber bei vielen Anliegern und Beobachtern geht das Urteil in Richtung „Tristesse“ - wie auch in anderen Vororten.

Lage sei gar nicht so schlimm

Als Stadtteilmanager der Werbegemeinschaft Alter Bahnhof sieht Karsten Höser die Lage in diesem Sprengel erst einmal als gar nicht so schlimm an, wie eine flüchtige Sicht vielleicht annehmen lässt.

„Immerhin hat sich gerade mit einem Betten-Spezialisten gerade wieder ein Unternehmen neu hier niedergelassen“, fällt ihm spontan ein. Und in der Traditionsgaststätte „Zum Kiepenkerl“ an der Ecke sei das Schild, das um Nachmieter warb, verschwunden und drinnen werde offenbar renoviert. „Es tut sich schon was“, ist Höser überzeugt, wenn er auch einräumt, grundsätzlich eher optimistisch auf die Lage zu blicken.

Nachfolger gesucht

„Immerhin ist auch KiK nicht aus Langendreer verschwunden, sondern nur etwas weiter westlich Richtung Ümminger Straße gezogen“, damit sei jedenfalls kein weitere Leerstand zu beklagen. Für das gerade verwaiste Schmuckgeschäft am Stern werde allerdings ein Nachfolger gesucht, weiß er.

„Wir haben mit den beiden genannten immerhin Ankermieter für die Ladenlokale im engeren Bereich“, bilanziert er für die Werbegemeinschaft. Es herrsche sehr wohl eine grundlegende Fluktuation, auch im Langendreerer Dorf fielen aktuell drei Leerstände ins Auge.

„Aber es ist schon wichtig, dass gerade Geschäfte, die schon lange leer waren, wieder verpachtet sind, wo etwa früher die Videothek und dann das Schuhgeschäft waren, heute das Bettengeschäft wieder einen Impuls bringt.“

Manchem fehlt die klare Linie

Nicht einmal verhalten optimistisch schätzt dagegen Petra Stefan vom Café Cheese am Stern die Situation ein. „Tatsächlich tut sich hier doch nichts“, kommentiert die Geschäftsfrau, „da fehlt eine klare Linie.“ Das Papillon etwa sei gerade wieder einmal geschlossen.

Der Umzug des Discounters KiK sei erst einmal unvorteilhaft für den Kernbereich am Stern, „und was kommt wohl jetzt dahin, wo der war?“, stellt sie in den Raum. „Selbst die Banken ziehen hier doch schon ihre Automaten ab“, schildert sie, „die Geschäftsleute müssen doch nach Ladenschluss schon ins Auto steigen, um die Einnahmen des Tages zu verwahren.“

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