Biographie

Biographie eines Langendreerers soll Wohnungslosen helfen

Stolz präsentiert Vincenzo Li Pira seine Biographie

Stolz präsentiert Vincenzo Li Pira seine Biographie

Foto: Eberhard Franken

Langendreer.   Der Langendreer Unternehmer Vincenzo Li Pira hat über sein Leben geschrieben. Den kompletten Erlös aus dem Verkauf seines Buches will er spenden.

Rente, Ruhestand, Ausruhen? Das ist nichts für Vincenzo Li Pira. So ganz war dem gebürtigen Sizilianer, der schon seit Jahrzehnten zu 100 Prozent in Bochum angekommen und voll integriert ist, das aber wohl noch nicht klar, als er vor rund acht Jahren die Verantwortung für den von ihm gegründeten Betrieb an seine Tochter Angelika Li Pira übergab.

„Lipi“ trägt sämtliche Kosten

Viele Pläne hatte er schon immer gehabt, die ihn beschäftigten und deren Verwirklichung er stets zügig vorantrieb. Schließlich hatte der Unternehmer, der Anfang Mai 76 Jahre alt wird, seinen mittelständischen Betrieb seit 1974 aufgebaut und in den Jahren seitdem immer viel für soziale Projekte getan. „Ich denke dabei immer wieder besonders gern an unser italienisches Fest“, schwärmt Li Pira noch heute. „Damals, im September 1988, haben wir mit Hilfe vieler Freunde und Geschäftsleute eine Riesenfete aufgezogen.“ Der Reinerlös dieser Veranstaltung in Höhe von stolzen 50.000 Mark ging damals an die Lebenshilfe Bochum.

Eine soziale Ader hat Vincenzo Li Pira noch immer. Gerade hat der unruhige Rentner die „Memoiren eines Sizilianers in Bochum“ handschriftlich niedergeschrieben und bezweckt mit dem Buch, das er als Computer-Laie mit großer Hilfe seines Freundes Manfred Brodowski realisiert hat, wieder etwas Gutes. „Ich möchte unbedingt etwas für Wohnungslose tun“, sagt er. Und das stellt „Lipi“, wie ihn viele seiner Freunde wegen seiner Firma Lipi Bauelemente nennen, sich wie folgt vor: „Ich bezahle den Druck meiner Bücher“, sagt er, „und verkaufe sie für 10 Euro, die dann zu 100 Prozent an die Wohnungslosenhilfe in Bochum gehen.“

Möglichst hoher Erlös soll herauskommen

„Lipi“ trägt alle Kosten – und es ist ihm noch nicht einmal wichtig, dass die Bücher auch gelesen werden. „Wer Spaß daran hat, soll natürlich meine Biographie lesen. Aber viel wichtiger ist mir der möglichst große Erlös für die Wohnungslosen.“ Darauf freut sich schon jetzt Christiane Caldow, Leiterin der Wohnungslosenhilfe bei der Bochumer Diakonie, denn „Spenden können wir immer gebrauchen.“

Vincenzo Li Pira sagt, dass er im Leben viel Glück gehabt hat und nun erneut etwas für die tun möchte, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. „Je mehr Bücher ich verkaufe“, rechnet der Autor lachend durch, „desto teurer wird es natürlich für mich.“ Aber das, sagt La Pira, sei ja seine Absicht. „Ich will helfen und hoffe, dass meine Aktion ein Erfolg wird.“

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