Sprache

Bei Kaffee und Kuchen wird in Langendreer Deutsch gelernt

Willkommen im Sprachcafé: (von links) Abdouh, Kathi Klein, Anja Hünecke und Natali  treffen sich in entspannter Runde im Naturfreunde-Zentrum in Langendreer.

Willkommen im Sprachcafé: (von links) Abdouh, Kathi Klein, Anja Hünecke und Natali treffen sich in entspannter Runde im Naturfreunde-Zentrum in Langendreer.

Foto: Socrates Tassos

bochum-Langendreer.   Das Netzwerk Flüchtlinge Langendreer bietet im Naturfreunde-Zentrum ein Sprachcafé an. Hier sollen Geflüchtete ihre Sprachkenntnisse aufbessern.

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„Ich hoffe, es kommen viele zum Einstand heute“, sagt Anja Hünecke (47), während sie Tassen und Teller für die Besucher auf den Tisch stellt. Gemeinsam mit Kathi Klein (26) bereitet sie zum ersten Mal das Sprachcafé im Naturfreunde-Zentrum Langendreer vor. Bei Kaffee und Kuchen sollen Flüchtlinge und Zugewanderte die Möglichkeit bekommen, in gemütlicher Atmosphäre ihre Deutschkenntnisse zu verbessern.

„Das größte Problem ist ja, dass viele Flüchtlinge zu Hause niemanden haben, mit dem sie Deutsch sprechen können, dabei ist das die beste Übung. Hier zu uns können Flüchtlinge aller Nationen kommen, um miteinander Deutsch zu lernen“, sagt Kathi Klein. Aus diesem Grund kommt auch der 36- jährige Abdouh ins Naturfreunde-Zentrum Langendreer – einen Tag vor seiner Deutschprüfung. „Man lernt viel besser, wenn man sich mit anderen unterhält. Da kann ich Redewendungen aufschnappen und die Sprache leichter lernen. Das hilft mir morgen sicher auch.“

632 Flüchtlinge leben im Bochumer Osten

Er ist einer der 632 Flüchtlingen, die laut Stadtverwaltung derzeit im Bochumer Osten leben. „2015 und 2016 kamen sehr viele Flüchtlinge nach Deutschland, da hatten wir natürlich auch mehr in Langendreer. Vor kurzem sind aber viele aus dem Wiebuschweg weggezogen“, erzählt Anja Hünecke. Als Abdouh vor drei Jahren aus Aleppo nach Deutschland kam, musste er zunächst für acht Monate in einer Bochumer Turnhalle leben. Mittlerweile hat er eine eigene Wohnung, einen Job und geht an fünf Tagen in der Woche zum Deutschunterricht.

Die Idee für das Sprachcafé kommt ursprünglich vom Flüchtlingsnetzwerk Langendreer, das auch schon das regelmäßig im evangelischen Gemeindehaus im Dorf stattfindende Begegnungscafé ins Leben gerufen hat. Anja Hünecke: „Dort liegt der Fokus aber vor allem darauf, Kontakte zu knüpfen. Oft wird dann aber gar kein Deutsch gesprochen. Das soll sich hier ändern.“

Flyer wird in mehreren Sprachen gedruckt

Viele Flüchtlinge, die vorher das Begegnungscafé besucht haben, kommen nun auch freitags in das Sprachcafé. Andere erfahren über ihre Integrations-Lehrer von dem Projekt. Damit noch mehr Interessierte das Angebot wahrnehmen können, machen Kathi Klein und Anja Hünecke viel Werbung auf Facebook.

„Außerdem drucken wir Flyer, die auch in Englisch, Französisch, Arabisch und Farsi (Persisch) übersetzt werden. So können auch Leute, die noch nicht so gut Deutsch sprechen können, von unserem Programm erfahren“, sagt Kathi Klein. Demnächst möchte sie hier gerne in noch größerer Runde sitzen.

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