Begegnungscafé

Begegnungscafé der Flüchtlingshilfe geht ins dritte Jahr

Seit zwei Jahren organisieren ehrenamtliche Helfer der Flüchtlingshilfe Langendreer einmal im Monat das Begegnungscafé im evangelischen Gemeindehaus in Langendreer-Dorf.

Seit zwei Jahren organisieren ehrenamtliche Helfer der Flüchtlingshilfe Langendreer einmal im Monat das Begegnungscafé im evangelischen Gemeindehaus in Langendreer-Dorf.

Foto: Olaf Ziegler

Langendreer.   Angebot der Flüchtlingshilfe Langendreer kommt bei Geflüchteten gut an.Sie suchen den Kontakt zu ihren Nachbarn, die sich leider zu selten sehen lassen.

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Im Sommer 2015 gründete sich in Langendreer ein Flüchtlingshilfe-Netzwerk. Eine der ersten Ideen, die dort geboren wurden, war ein monatliches Begegnungscafé für Geflüchtete und ihre neuen Nachbarn. Daraus wurde eine echte Erfolgsgeschichte. „Rund 100 Geflüchtete kommen im Schnitt zu unserem Café“, freut sich Sybille Leipold vom Organisationsteam. „Meist mehr Kinder als Erwachsene.“ Erwähnen müsste sie dies nicht. Man hört es.

„Wenn wir Integration hinbekommen wollen, dann nur über Kontakt wie hier“

Die vielen ehrenamtlichen Helfer haben alle Mühe, die wilde Rasselbande im Zaum zu halten. Speziell die Jüngeren sind dazu eingeteilt. Die anderen bewirten die Gäste mit Kaltgetränken, Kaffee, Keksen und Obst. „Anfangs gab es auch immer Kuchen, aber das wurde mit der Zeit zu aufwändig“, sagt Sybille Leipold. Apfelscheiben sind ja auch gesünder.

Die 47-Jährige ist ein echter Fan des Begegnungscafés. „Wenn wir Integration hinbekommen wollen, dann nur über persönlichen Kontakt wie hier“, ist sie sicher. Das sehen auch viele Besucher so, die alle einen Klebestreifen mit dem Vornamen drauf auf der Brust tragen. Man duzt sich. „Wir brauchen den Kontakt, allein um Deutsch zu lernen“, sagen Fidan und Khalid aus Syrien. Ihre Nachbarn seien total nett, hätten nur nie Zeit.

Davon haben die meisten Geflüchteten mehr als ihnen lieb ist. Hozan, ebenfalls aus Syrien, will studieren, doch fehlen ihm wichtige Papiere. Arbeit findet er auch nicht. Also ist auch für ihn das Begegnungscafé ein echtes Highlight in seinem Alltag. „Das Café müsste jeden Tag geöffnet sein“, findet Hozan und lacht.

Flüchtlinge packen inzwischen auch selbst mit an

Doch dann würden die vielen Ehrenamtlichen wohl die Segel streichen. Es ist so schon, einmal im Monat, immer wieder eine Herkulesaufgabe. „Die meisten von uns sind ja auch noch berufstätig“, sagt Sybille Leipold. 14 Helfer umfasst die „Arbeitsgemeinschaft Begegnungscafé“. Alle auf einmal sind selten im Einsatz. „Wer kann, der kommt“, erklärt Leipold, die voller Respekt nach Laer schaut: „Dort öffnet das Café Welcome jeden Sonntag.“

Die meisten Gäste begrüßen Sybille Leipold & Co. von den Flüchtlingsunterkünften am Wiebuschweg. „Viele wohnen aber inzwischen auch über den ganzen Stadtteil verteilt.“ Einen Tag vor dem Café gehen einige Helfer immer zum Wiebuschweg, klingeln an allen Haustüren und weisen auf die Veranstaltung am nächsten Tag hin. Auch das gehört dazu.

Schade findet Sybille Leipold, dass sich so wenige von den deutschen Nachbarn im Begegnungscafé blicken lassen. „Klar, es gab speziell am Wiebuschweg Probleme. Doch die lassen sich doch am besten aus der Welt schaffen, wenn man sich besser kennenlernt“, findet sie, die selbst „ganz viele nette Menschen getroffen“ habe. Nicht nur Flüchtlinge, auch Menschen aus dem Stadtteil, mit denen sie das Begegnungscafé schmeißt.

Davon kann es übrigens nicht genug geben, weshalb die Arbeitsgemeinschaft nicht nur neue Gäste immer gerne willkommen heißt, sondern auch jede helfende Hand. Inzwischen packen auch immer mehr Flüchtlinge selbst mit an. Sybille Leipold lacht: „Dass Männer den Tisch abräumen, war anfangs bei uns undenkbar . . .“

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