Seniorenheim

Altenheim-Umbau mit einem Jahr Verspätung gestartet

Im St.-Anna-Stift an der Bruchspitze in Altenbochum haben in den kommenden Monaten die Baugeräte das Kommando.

Im St.-Anna-Stift an der Bruchspitze in Altenbochum haben in den kommenden Monaten die Baugeräte das Kommando.

Foto: Gero Helm

Altenbochum.   Die große Renovierung im St.-Anna-Stift hätte schon vor einem Jahr starten sollen. Bis Mitte 2018 gibt es deutlich mehr Einzelzimmer als zuvor.

Alles neu im St.-Anna-Stift: Das traditionsreiche Pflegeheim an der Bruchspitze nahe des Freigrafendamms erlebt gerade die größte Umbauaktion seiner Geschichte. Dafür nimmt das Stift als GmbH sowie die katholische Kirchengemeinde als Trägerverein eine stattliche Summe in die Hand: Sechs Millionen Euro soll die Komplettrenovierung des Hauses, das aus dem Jahr 1986 stammt, kosten.

Ursprünglich hätte der Umbau bereits vor rund einem Jahr beginnen sollen, doch die bis dahin ungeklärte Finanzierung hat den Start erheblich verzögert: „Viele Gremien und Banken waren daran beteiligt, da sind einige Monate ins Land gezogen“, erzählt Geschäftsführer Gerhard Engelke. Mittlerweile würde die Finanzierung aber stehen. „Nach der Zusage der Bank ging’s endlich los“, freut sich Projektleiter Roland Winter.

Und so wurde es nun ernst: Die Bauarbeiter rückten inzwischen an, um im dritten Stock des Seniorenheims mit dem aufwendigen Ausbau zu beginnen. Der erste Bauabschnitt sieht vor, dass die Dachschräge und die Balkone der Zimmer mit Blick in Richtung Liebfrauenstraße zurückgebaut werden, um den Bewohnern künftig hellere und größere Einbettzimmer anbieten zu können. In fünf Monaten, so schätzen die Verantwortlichen, werden die jeweils rund 25 Quadratmeter großen Zimmer bewohnbar sein, die allesamt mit behindertengerechten Bädern ausgestattet werden.

Operation am „offenen Herzen“

All dies geschieht mitten im laufenden Betrieb „als Operation am offenen Herzen“, wie Architekt Norbert Panczyk es nennt. Während die Arbeiter mit teils schwerem Gerät den Ausbau vorantreiben, halten die knapp 140 Bewohner vor Ort eisern die Stellung. „Staub und Dreck halten sich in Grenzen“, erzählt Geschäftsführerin Christine Bischoff. „Aber der Krach ist schon enorm.“ Bislang habe sich aber noch kein einziger Bewohner bei der Heimleitung über den Baulärm beschwert. „Das Verständnis ist groß, was uns sehr freut.“ Sechs Bewohner müssen während der Bauphase in anderen Zimmern untergebracht werden.

Der zweite Bauabschnitt sieht eine Vergrößerung der Gemeinschaftsflächen vor, die künftig auf allen drei Etagen vorhanden sein sollen. Auch der winzige Aufzug soll vergrößert werden, denn dieser ist für die Bedürfnisse eines Seniorenheim viel zu klein. „Wenn wir alle Bewohner mit Rollstühlen in unsere Kapelle im vierten Stock hinauffahren, dann dauert das eine Dreiviertelstunde“, sagt Gerhard Engelke. Mitte 2018 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

>> Einzelzimmer werden aufgestockt – wie vorgeschrieben

Der große Umbau des St.-Anna-Stifts geschieht nicht ohne Grund: Ein neues Alten- und Pflegegesetz schreibt allen Pflegeheimen in NRW vor, einen Anteil von 80 Prozent an Einzelzimmern nachweisen zu müssen.

Im St.-Anna-Stift waren es bislang nur 71 Prozent, also 78 Einzelzimmer und 31 Doppelzimmer für rund 140 Bewohner. Nach dem geforderten Umbau werden daraus 94 Einzel- und 23 Doppelzimmer werden. Jedes Zimmer verfügt dann über ein eigenes Bad. Bislang mussten sich in einigen Doppelzimmern vier Bewohner ein Bad teilen. „Das ist schon länger nicht mehr Standard“, meint Geschäftsführerin Christine Bischoff.

Der Bochumer Architekt Manfred Hannig, der das Gebäude Mitte der 80er Jahre plante und mittlerweile im Ruhestand ist, ist in den Umbau übrigens mit eingebunden worden. „Das ist schließlich sein Haus, wir haben ihn über alles informiert“, sagt Architekt Norbert Panczyk. „Mit unseren Umbauplänen ist er sehr einverstanden.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben