Karneval verkehrt

Altenbochumer Grundschüler feiern „Karneval verkehrt“

„Karneval verkehrt“ in Altenbochum: Nicht die Teilnehmer des „Zochs“ schmeißen die Kamelle, sondern die Zuschauer am Straßenrand.

„Karneval verkehrt“ in Altenbochum: Nicht die Teilnehmer des „Zochs“ schmeißen die Kamelle, sondern die Zuschauer am Straßenrand.

Foto: Gero Helm

Altenbochum.   Beim Umzug der Lina-Morgenstern-Grundschüler durch die Nachbarschaft lassen sich die Kinder die Kamelle zuwerfen. Seit Jahren ein schöner Brauch.

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Freitag, 10 Uhr: Die kühle Luft ist erfüllt von den plappernden Stimmchen vieler ungeduldig wartender, bunt verkleideter Kinder. Sie alle knubbeln sich auf dem Schulhof der Lina-Morgenstern-Schule und sehnen voller Vorfreude den Startschuss herbei. Spiderman diskutiert mit einer eleganten Prinzessin, ein „Stormtrooper“ unterhält sich mit Hermine Granger (von Harry Potter).

„Unseren Karnevalsumzug gibt es jetzt seit ungefähr 15 Jahren“, berichtet Sandra Demandt. Die stellvertretende Schulleiterin ist zwar selbst erst seit knapp zweieinhalb Jahren in Altenbochum beschäftigt, die Geschichte dieser ungewöhnlichen Veranstaltung kennt sie aber genau: „Eine ehemalige Direktorin hat diesen Brauch hier eingeführt.“ Das Besondere ist jedoch, dass der Umzug hier „umgekehrt“ stattfindet. Nicht die Kinder, die den Zug bilden, werfen die Süßigkeiten in die Menge der Umstehenden, sondern eben jene Zuschauer werfen die Süßigkeiten zu den Kindern. „Darum geht es an diesem Tag“, erklärt eine Kollegin Demandts, „Schunkeln, tanzen, singen, Bonbons sammeln.“

Bonbon-Kontingent reicht knapp aus

Und dann geht es auch schon los. Direkt auf dem Schulhof fliegen die ersten Kamelle und der Zug setzt sich in Bewegung, auf zur ersten Station. Diese ist seit jeher Anwohnerin Nicola Fischer. „Ich stehe jedes Jahr hier an dieser Stelle“, so die Frohnatur, „die Kinder kennen mich mittlerweile. Sie verlassen sich schon förmlich darauf, dass ich da bin.“ Und das können sie auch, denn Fischer freut sich jedes Jahr aufs Neue, die strahlenden Gesichter der Kleinen zu sehen.

Ihren Korb hat sie deshalb stets voll beladen. „Mein Mann musste die ganzen Süßigkeiten besorgen“, so die stolze Werferin, „Schließlich sollen ja alle Kinder etwas von mir bekommen.“ Und tatsächlich reicht ihr Bonbon-Kontingent so gerade aus, um auch noch die letzten Nachzügler zufrieden stellen zu können.

Begleitet wird der Umzug auch in diesem Jahr wieder vom Schulkollegium und einigen engagierten Eltern. Zu den Lehrern gehört Barbara Lietschulte, die seit mittlerweile acht Jahren am Altenbochumer Standort der Lina-Morgenstern-Schule beschäftigt ist. „Zuvor war ich in Kornharpen“, erzählt die Lehrerin. Den Karnevalsumzug mag sie sehr: „Es ist schön zu sehen, dass die Kinder hier so angenommen werden. So viele Eltern und Anwohner stehen am Straßenrand und werfen Bonbons; das ist einfach toll.“

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