Pop-up-Store

Bochum: Neugründer beziehen Ladenlokal auf Zeit in der City

In der „Kultur-Uhle“ präsentieren fünf junge Bochumer Unternehmen in den nächsten zwei Monaten ihre Produkte und Geschäftsideen.

In der „Kultur-Uhle“ präsentieren fünf junge Bochumer Unternehmen in den nächsten zwei Monaten ihre Produkte und Geschäftsideen.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum.  Vom Rucksack bis zum Ladegerät: Fünf junge Bochumer Unternehmen präsentieren sich in der „Uhle“. Der Pop-up-Store ist für zwei Monate geöffnet.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Aufbauarbeit vor dem Abriss: Die ehemalige Traditionsgaststätte „Uhle“ in der Innenstadt dient vor ihrem endgültigen Aus als Startrampe für Bochumer Jungunternehmer. Für zwei Monate präsentieren sie ihre Produkte und Geschäftsideen in dem einstigen Speiselokal an der Ecke Huestraße/Dr.-Ruer-Platz, das 2021 einem Neubau der Sparkasse weichen soll.

Leerstände in der City sind schlecht fürs Geschäft. Deshalb macht die Bochum Marketing GmbH aus der Not eine Tugend. Seit der Schließung vor einem Jahr und bis zum Abriss voraussichtlich im nächsten Jahr wird die „Kultur-Uhle“ mit neuen, kreativen Ideen gefüllt – mit Ausstellungen für Malerei und Fotografie ebenso wie mit der „Think School“, die seit Sommer 2019 Nachhilfe für Schüler anbietet.

Im Zuge des „Senkrechtstarter“-Wettbewerb für Jungunternehmer wurde im November 2019 die Idee eines „Pop-up-Store“ geboren: eines Ladenlokals auf Zeit. Die findigen Chefs von fünf Bochumer Firmen, die jüngst den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt haben, erhalten in der „Uhle“ ein Podium. Zunächst nur für acht Wochen. „Aber das in einer 1a-Lage, die wir uns sonst niemals leisten könnten“, sagten die Neugründer zum Auftakt am Mittwoch im WAZ-Gespräch.

Vom Kork-Rucksack bis zum stylischen Ladegerät

In der „Kultur-Uhle“ dabei sind

- Felix Krewerth (26) und Christoph Martinetz (27). Unter dem Markennamen „ChargAire“ fertigen sie Ladegeräte für Smartphones aus edlem Holz, Leder und Stahl. Ein bis zwei Geräte werden durch einfaches Auflegen stil- und kraftvoll mit Strom versorgt.

– Lars Zimmermann (27). Mit seiner Manufaktur „Grubenholz“ baut er zusammen mit der Bochumer Schreinerei Grabow individuelle Möbelstücke und Lampen aus Holz und Stein. In der „Uhle“ stellt er einen Massivholztisch sowie exklusive Leuchtkörper vor.

– Stephanie Clauberg (32). Die gelernte Krankenschwester hat ihr Hobby zum Beruf gemacht und entwirft mit ihrem Start-up „kunstundkegel“ Kunstdrucke sowie Geschenk- und Grußkarten für alle Anlässe. 2019 war sie mit ihren Papeterie-Artikeln beim Zeltfestival Ruhr vertreten.

– Björn Sperling (25) und Katharina Schmidt (23). Seit 2019 lassen sie in Indien („zu fairen Bedingungen“, wie sie betonen) Rucksäcke und Taschen aus portugiesischem Naturkork und Bio-Baumwolle herstellen. Inzwischen gibt es auch nachhaltige „Sperling“-Geldbörsen.

– Michael Prüfer (30). Mit seiner „Think School“ betreibt er in der „Uhle“ nicht nur den (verkleinerten) Lernort für Schüler weiter, sondern hält mit „Think2“ auch Konzepte zur Teamdynamik für Firmen in Theorie und Praxis nach dem Vorbild der „Escape Rooms“ bereit.

Dankeschön an die Wirtschaftsentwicklung

„Wir alle kannten uns bisher entweder gar nicht oder nur flüchtig. In der kurzen Vorbereitungszeit für den Pop-up-Store sind wir zu einem Team zusammengewachsen, das sich gegenseitig hilft und Synergien schafft“, schwärmt Michael Prüfer, der das Projekt auch als Dankeschön begreift: „Bochum und die Wirtschaftsentwicklung haben uns auf unserem Weg begleitet und geholfen. Jetzt wollen wir alle etwas zurückgeben.“

Arbeitsteilung wird auch im laufenden Betrieb praktiziert. Ein Dienstplan wurde aufgestellt. Ein bis zwei Neugründer werden während der Öffnungszeiten ständig im Ladenlokal sein. Dabei wären die Jungunternehmer nicht unglücklich, wenn der Pop-up-Store länger als zwei Monate existieren könnte: „Vielleicht geht da ja was.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben