Städtisches Personal

Bochum muss 720 Verwaltungsmitarbeiter bis 2023 ersetzen

Für insgesamt 106 Brücken ist die Stadt zuständig. Bei der Kontrolle der Bauwerke

Für insgesamt 106 Brücken ist die Stadt zuständig. Bei der Kontrolle der Bauwerke

Foto: Matthias Graben

Bochum.   720 Mitarbeiter der Bochumer Verwaltung gehen bis 2023 in den Ruhestand. Sie zu ersetzen, ist eine Herausforderung. Schon jetzt gibt es Engpässe.

Die Liste der unbesetzten Stellen ist lang: 126 Arbeitsplätze in der Stadtverwaltung sind verwaist. Angesichts der Gesamtstellenzahl von 5896 Beschäftigten sind das gerade einmal 2,1 Prozent und entspricht noch der normalen Fluktuation in einem Betrieb. Das allerdings ist nur die halbe Wahrheit.

Denn: Allein bei den Zentralen Diensten, die zuständig sind für etwa 700 städtischen Gebäude, sind 70 Stellen und damit gut acht Prozent der gesamten, 862 köpfigen Belegschaft, nicht besetzt – damit ist der Bereich unterbesetzt.

Überhaupt zeichnet sich ab, dass sich einige Stellen in der Verwaltung immer schwerer besetzen lassen – vor allem im Ingenieurbereich, bei den IT-Fachkräften und den Medizinern.

Stellen zweimal ausschreiben

„An einigen Stellen dauert das Besetzungsverfahren schon mal länger und wir müssen Stellen ein zweites Mal ausschreiben. Dadurch kann es zu Verzögerungen kommen“, sagt Stadtdirektor Sebastian Kopietz. Immer öfter müssen Leistungen – gerade im Bereich Bauplanung und -kontrolle – an Dritte vergeben werden. Das Personal fehlt – entweder weil es in der Vergangenheit aus Spargründen reduziert wurde oder aber es sich jetzt nicht so leicht finden lässt.

Es könnte ein Vorbote der großen Herausforderung für die Zukunft sein, den Verwaltungsapparat mit genügend qualifizierten Mitarbeitern auszustatten. Etwa 720 Beschäftigte gehen in den kommenden fünf Jahren in den Ruhestand, 1700 in den nächsten zehn Jahren. Sie zu ersetzen bzw. Personal für neu entstehende Aufgabenbereiche zu finden, dürfte angesichts des längst begonnenen Kampfes um begehrte Arbeitskräfte keine einfache Aufgabe werden.

307 Millionen Euro Personalkosten

Mit drei Maßnahmen reagiert die Verwaltungsspitze darauf: „Wir bauen unsere Ausbildung deutlich aus“, so Kopietz. „Das ist zwar ein Kraftakt. Aber daran führt kein Weg vorbei.“ Es werde zudem verstärkt auf Quereinsteiger gesetzt und das Markenzeichen „Arbeitgeber Bochum“ gestärkt. Mehr denn je wolle die Stadt die Vorteile herausstreichen, die sie Arbeitnehmern bieten könne. In der Bochum-Strategie verspricht sie etwa, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen, ein „hohes Maß an Engagement, Kreativität und Kompetenz sowie Zufriedenheit und Gesundheit der Mitarbeiter“ zu fördern und die duale Berufsausbildung zu unterstützen.

Zugleich ist sie auf der Suche nach Einsparpotenzial für den knapp 307 Millionen Euro (2019) umfassenden Personaletat. Im Haushaltssicherungskonzept ist verankert, dass bis 2022 – wenn der Haushaltsausgleich geschafft sein muss – 200 Stellen gestrichen werden. In Pilotprojekten soll 2019 ausgelotet werden, wo Arbeiten von 2020 an neu organisiert und so Personal gespart werden kann – auch um neue Aufgaben finanziell stemmen zu können. Konservativ geschätzt könne dadurch eine hohe zweistellige Stellenzahl durch eingespart werden, heißt es.

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