Karneval

Bochum: MTV Südwest feiert erstmals doppelt Karneval

Zum Lied „Aber bitte mit Sahne“ von Udo Jürgens zieht eine Gruppe mit passenden Kostümen in den Saal des Schulzentrums Bochum-Südwest und sorgt beim Publikum für Begeisterung.

Zum Lied „Aber bitte mit Sahne“ von Udo Jürgens zieht eine Gruppe mit passenden Kostümen in den Saal des Schulzentrums Bochum-Südwest und sorgt beim Publikum für Begeisterung.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Bochum-Südwest.  Die Aktiven des MTV Bochum Südwest hauen sich im Karneval erstmals zwei Nächte um die Ohren. Weil ihre Sitzungen in Dahlhausen so beliebt sind.

Carsten Becker sieht kein bisschen müde aus – obwohl es bereits der zweite Abend in Folge ist, an dem er als Gastgeber Karneval feiert. Gleich zwei Karnevals-Sitzungen veranstaltete der MTV Bochum-Südwest an einem Wochenende – das gab es vorher noch nie. „Sonst hätte das vom Platz überhaupt nicht gepasst – gestern kamen 90 Gäste, heute sind es fast 190“, erzählt der Vorsitzende des Vereins.

Wegen der großen Nachfrage geht der Karneval des MTV Bochum-Südwest in die Verlängerung

Der Saal ist brechend voll, an den Tischen tummeln sich die Verkleideten und rufen „MTV, helau – oder so“. Ein Ausruf, der sich in dem 2012 gegründeten Verein über die Jahre eingebürgert hat.

Tanzmariechen Gina, 10 Jahre jung und schon seit drei Jahren mit dabei, tanzt als erste auf der Bühne. Ihr schwarzer Rock, auf den rote, funkelnde Flammen genäht sind, wirbelt durch die Luft. Trotz Radschlag sitzt das schwarze Hütchen felsenfest auf dem Kopf des Mädchens. Die geflochtenen Zöpfe fliegen.

„Was wäre der Karneval ohne die Jugend?“, fragt Carsten Becker in die Runde und beantwortet sich seine Frage im gleichen Atemzug: „Richtig, er würde nicht weiterleben. Dass wir junge Leute im Verein haben, ist für uns sehr wichtig“.

Die Tanzgarde rund um Sascha Becker, Geschäftsführer des MTV und Sohn von Carsten Becker, punktet mit jungen Mitgliedern. Die Tänzerinnen sind etwas aufgeregt. „Aber gestern hat auch alles geklappt. Ich hoffe, dass das Publikum gut drauf ist“, sagt Trainerin Nina Wittstamm vor dem Auftritt der Tanzmariechen. Und ob – die Tanzgarde erntet schallenden Applaus.

Nach den Tanzeinlagen gibt es auch etwas für die Ohren – Sängerin Tanja Hermann bringt den Saal mit „Deine himmelblauen Augen“ zum Beben. Auch sonst ist das Programm, wie es sich für den Karneval gehört: Bunt.

Karnevalisten heben des Miteinander und die gute Stimmung hervor

Tobias Rose und Sabrina Becker von den Schlappen Lappen haben die traditionelle, bunte Lappenweste des Vereins heute Abend allerdings weggelassen. „Die Weste bietet nicht so viel Bewegungsfreiheit, wenn wir auf der Bühne tanzen, deswegen habe ich ein weißes Hemd an“, erzählt der 22-Jährige. Wenigstens seine Hose hat bunte Lappenoptik und seine Hosenträger glitzern in schrillen Farben. Beim MTV zu Besuch zu sein, freut den Schlappen Lappen sehr: „Wir sind alle untereinander befreundet. Diese Stimmung und das Miteinander sind herrlich“, sagt Tobias Rose.

Blickt man durch den Raum, so sind von weitem schon die Hörner von Julia Kriegers Kopfbedeckung zu sehen – denn die 28-Jährige ist als die dunkle Fee „Maleficent“ verkleidet. Ihr langes schwarzes Kleid reicht bis zum Boden. Ihr Mann Paul bildet den „guten“ Gegensatz – mit seinem weißen Rauschebart und dem blauen Umhang ist er für eine Nacht in die Haut des Zauberers Merlin geschlüpft. „Als wir heute auf dem Weg hier her waren, haben uns die Leute draußen schräg angeguckt. Dabei macht es so viel Spaß, sich ab und an zu verkleiden“, sagt Julia Krieger.

Das finden auch Susanne und Michael Todtenhaupt, die extra aus Dortmund für die Karnevalsfeier des MTV nach Dahlhausen gekommen sind. Und das im Partnerlook: Die beiden verkleiden sich im „Steampunk“-Stil: schwarze Zylinder auf den Köpfen und eine goldene Schutzbrille, Taschenuhren und schwarze Fliegerjacken. „Wir wollten mal etwas Neues ausprobieren“, erzählt Susanne Todtenhaupt.

Nach dem letzten Programmpunkt feiern die Karnevalisten aus den verschiedenen Vereinen noch bis weit in die Nacht. Denn, wie Carsten Becker sagt, „Karneval verbindet einfach“.

Weitere Nachrichten aus Bochum finden Sie hier.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben