Urteil

Bochum: Mann misshandelt Freundin und erhält Haftstrafe

Gewalt gegen Frauen beschäftigt die Polizei und die Justiz regelmäßig. Hier ein Symbolbild.

Gewalt gegen Frauen beschäftigt die Polizei und die Justiz regelmäßig. Hier ein Symbolbild.

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Bochum.  Anderthalb Stunden lang hatte ein 29-Jähriger seine Freundin während einer Autofahrt äußerst brutal misshandelt. Er wurde in Bochum verurteilt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Diese Autofahrt war ein Alptraum für die junge Frau. An ihrem 23. Geburtstag wurde sie von ihrem damaligen Freund (29) so brutal und langanhaltend misshandelt, dass sie operiert werden musste. Am Montag wurde der Mann vom Amtsgericht zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Der berufslose und mehrfach vorbestrafte Mann war völlig außer Rand und Band. Vollgepumpt mit Drogen und Alkohol fuhr er am 17. November 2018 zusammen mit seiner Freundin sowie einer engen Bekannten (24) und einem Bekannten aus der Junkie-Szene nach Holland. Nur so zum Spaß, nachdem er bereits vier Tage durchgefeiert hatte. Am Steuer saß die 24-Jährige, eine Altenpflegerin. Kaum ging die Fahrt los, rastete er aus und ging von der Rückbank des Pkw auf seine Freundin los, die sich vor ihm auf dem Beifahrersitz befand. Die beiden hatten sich gestritten.

Alkohol über den Kopf geschüttet

Während der Fahrt schlug der 29-Jährige sie mit der flachen Hand und der Faust von hinten immer wieder ins Gesicht. Er würgte sie mit seiner Kette, die sie in einer Abwehrhaltung zerrissen hatte. Die 23-Jährige sagte, dass er sie damit auch „gepeitscht“ hatte. Außerdem habe er ihr Wodka aus seiner Flasche über den Kopf geschüttet.

„Dann hat er die Kopfstütze abgemacht, um mich mit Füßen zu treten. Würgen, beißen, mit einer Flasche geschlagen – da war alles dabei“, sagte die Frau im Zeugenstand. Außerdem habe er ihr seinen Daumen tief in den Rachen gesteckt und fest zugedrückt. Anderthalb Stunden dauerte dieses Gewaltdrama. Warum die anderen zwei im Auto es nicht sofort stoppten, ist rätselhaft.

Opfer erlitt einen Nasenbeinbruch und wurde operiert

Das Opfer erlitt Prellungen, Blutergüsse, eine Einblutung am Ohr und Bisswunden. „Eine Woche später später wurde ich an der Nase operiert, weil sie gebrochen war.“ Die Zeugin sagte, dass der Angeklagte auch seinen Schäferhund heftig getreten habe, der sei ebenfalls im Auto gewesen und habe gewinselt.

Die Beziehung war ein ständiges Hin und Her, wie es hieß. Auch nach diesem Gewaltexzess sollen die beiden kurzzeitig wieder liiert gewesen sein. Im Mai hatte die Frau aber endgültig Schluss gemacht. Heute ist sie hochschwanger. Als sie im Gerichtssaal aussagte, schoben die Wachtmeister auf ihr Verlangen hin eine mobile Sichtschutzwand zwischen den Angeklagten und das Opfer. „Ich möchte ihn vor der Entbindung nicht sehen.“

Angeklagter sitzt bereits wegen anderer Straftaten in Strafhaft

Der Angeklagte bereut die Tat – „selbstverständlich“. Er sagt, er könne sich wegen des Rausches an fast nichts erinnern.

Verurteilt wurde er auch wegen zwei Autofahrten an der Hans-Böckler-Straße und auf dem Castroper Hellweg unter massivem Drogeneinfluss und ohne Fahrerlaubnis. Wegen anderer Straftaten sitzt er bereits seit Juli in Strafhaft. Die neue Strafe kommt obendrauf.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben