Technik im Alter

Bochum-Laer: Mit Handy und Tablet raus aus der Isolation

Studierende der Evangelischen Fachhochschule in Altenbochum beschäftigt die Frage: „Wie können technische Systeme für ein gutes Leben im Alter sorgen?“ Von links: Gerrit Schoen, Anna Hermsen, Tasmin Erichsen-Bräker, Klaudyna Musialek, Stadtteilmanagerin Anna Wiegers, Andrea Kuhlmann, Professorin für Gerontoligische Pflegewissenschaften, und Melina Kellendonk.

Studierende der Evangelischen Fachhochschule in Altenbochum beschäftigt die Frage: „Wie können technische Systeme für ein gutes Leben im Alter sorgen?“ Von links: Gerrit Schoen, Anna Hermsen, Tasmin Erichsen-Bräker, Klaudyna Musialek, Stadtteilmanagerin Anna Wiegers, Andrea Kuhlmann, Professorin für Gerontoligische Pflegewissenschaften, und Melina Kellendonk.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Bochum-Laer.  Senioren in Bochum-Laer fühlen sich sozial isoliert. Es fehlt an Begegnungsorten. Über moderne Technik sollen ältere Bürger „abgeholt“ werden.

Computer, Handy, Tablet – wie können technische Systeme für ein gutes Leben im Alter (und Alltag) sorgen? Mit dieser Frage beschäftigen sich derzeit Studierende der Evangelischen Fachhochschule Altenbochum. Weil’s um die Ecke liegt, vor allem aber, weil hier Bedarf besteht, hat man sich Bochum-Laer ausgeguckt, um nach Antworten suchen.

Soziale Isolation großes Thema in Bochum-Laer

Denn durch die Arbeit am Stadtumbau auf Mark 51/7 und in Laer haben Anne Wiegers und ihre Kollegen vom Stadtteilmanagement herausgefunden, dass die soziale Isolation im Stadtteil ein großes Thema ist. Was vor allem in Verbindung mit fehlenden Begegnungsorten stehe. Von daher zögen sich immer mehr mehr ältere Menschen in die eigenen vier Wände zurück.

Nur noch wenige Begegnungsorte im Stadtteil

Klar, es gibt das evangelische Gemeindehaus, zu gewissen Zeiten das Stadtteilbüro, und auch noch einige wenige Gastronomien. Aber das war’s dann auch schon. „Viele wollen nicht ins Gemeindehaus“, weiß Erika Kolbus-Knaak als Vertreterin der älteren Generation. „Also bleiben dann schon mal nicht mehr viele Möglichkeiten. Von daher igeln sich viele Ältere immer mehr ein.“

Anschluss finden über soziale Medien?

Erika Kolbus-Knaak hofft, dass sich das mit einem Sozialen Zentrum, das in Laer im Zuge des Stadtumbaus ja entstehen soll, ändern wird. Zudem setzt sie auf die neuen Medien. „Vielleicht kann man auch darüber Anschluss finden.“

Smartphones werden kaum genutzt

Das denken auch die Studierenden vom Fachbereich Heilpädagogik und Pflege und ihre Professorin Andrea Kuhlmann – und haben sich an dieses Thema herangewagt. Unter anderem mit einer Umfrage, die jetzt auf dem Lahariplatz stattfand. Fazit: Nur wenige der Befragten hatten Ahnung von Handys, Tablets und Computern. Auch das Interesse hielt sich in Grenzen. Die meisten sind zwar ausgerüstet, nutzen ihr Smartphone aber kaum. Wenn, dann in erster Linie zum telefonieren.

Viele wollen die technische Anwendung lernen

Da viele Gesprächspartner die generelle Sorge äußerten, dem Fortschritt nicht mehr hinterherzukommen (z.B. beim Onlinebanking), besteht in Laer der Umfrage zufolge großes Interesse, in Sachen technische Anwendung etwas lernen zu wollen. Nur wo?

Informationsnachmittag am Stadtteilbüro

Vielleicht schon am Dienstag, 3. Dezember. Dann nämlich bietet das Stadtteilmanagement Laer in Kooperation mit der Evangelischen Fachhochschule einen Informationsnachmittag an. Bei Kaffee und Kuchen ist ein Austausch „rund um das Internet“ vorgesehen. Unter anderem werden erste Schritte im „World Wide Web“ erläutert. Auch werden die Gäste aufgefordert, ihre Geräte (Smartphone, Tablet etc.) mitzubringen.

Gemeinsam soll an diesem Nachmittag auch überlegt werden, wie und wo man eine feste Anlaufstelle installieren kann, etwa ein Smartphone-Café. Ein Angebot, das es an anderer Stelle im Stadtgebiet schon gibt. Warum also nicht auch in Laer?

Ganz wichtig: Ohne Macher geht es nicht

Ohne Akteure, also Macher, wird es aber nicht gehen. Das stellt Anne Wiegers vom Stadtteilmanagement klar. Deshalb sind zu dem Informationsnachmittag am Dienstag auch ausdrücklich Menschen eingeladen, die so ein Angebot womöglich auf die Beine stellen wollen. Gerne auch Jüngere. Wiegers denkt da beispielsweise an die Jugendlichen des Jugendtreffs „Offene Tür“, die mitmachen könnten. Als Veranstaltungsort stehe das Stadtteilbüro zunächst zur Verfügung, bis das Soziale Zentrum verwirklicht ist. Und die Finanzierung könne über den Verfügungsfonds laufen.

Möglichkeiten, moderne Technik zur gesellschaftlichen Teilhabe zu nutzen, gibt es also. Sie müssen jetzt „nur noch“ umgesetzt werden.

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