Aktion Fit im Bad

Bochum: Hoffnung für Schwimmer im Querenburger Uni-Bad

Anke Tüselmann nutzt die Aktion „Fit im Bad“ im Uni-Bad Bochum. Auch sie hofft auf eine Verlängerung des Angebots.

Anke Tüselmann nutzt die Aktion „Fit im Bad“ im Uni-Bad Bochum. Auch sie hofft auf eine Verlängerung des Angebots.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Bochum-Querenburg.  Drei Mal wöchentlich kostenlos im Bochumer Uni-Bad schwimmen: „Fit im Bad“ macht’s möglich. Die Aktion endet bald. Wird sie verlängert?

Lange hat sie darauf gewartet, wieder schwimmen zu können: Anke Tüselmann, seit fünf Monaten Mutter, schwingt sich gerade in Badeanzug und mit Taucherbrille aus dem Becken des Uni-Bads in Bochum-Querenburg. „Super, dass mir die Aktion des Stadtsportbundes das ermöglicht – und dann auch noch kostenlos“, sagt Tüselmann. Was genau sie meint: Die Aktion „Fit im Bad“, in deren Rahmen der Bochumer Stadtsportbund (SSB) in Kooperation mit den Wasserwelten Bochum GmbH seit Anfang September drei Mal wöchentlich zusätzliche Schwimmzeiten im Querenburger Hallenbad anbietet.

„Montags, mittwochs und freitags von 9 bis 11 Uhr, kostenlos und ohne Voranmeldung“, fasst Rüdiger Stenzel, Leiter der SSB-Geschäftsstelle noch einmal zusammen und Gaby Schäfer (SPD), Vorsitzende des SSB, ergänzt: „Wir wollten damit in eine Lücke stoßen: Für Sportvereine konnten wir schnell gute Regeln finden, aber es sollte auch ein Angebot für die Öffentlichkeit in den Hallenbädern geben.“

Sportabzeichen absolvieren

Die Aktion sei sozusagen die Erweiterung des Ferienprogramms „Fit im Park“, welches mit sportlichen Mitmachangeboten von Pilates bis Nordic Walking „Open Air“ schon seit Sommer 2019 in sechs Bochumer Parks lockt. „Dort haben wir immer wieder die Rückmeldung bekommen, dass auch Schwimmangebote gewünscht werden“, so Schäfer. Entsprechend hoch ist nun die Resonanz: „25 bis 35 Besucher sind immer hier gewesen“, sagt Sven Matzerath, der das Projekt für den SSB vor Ort organisiert hat. Neben reinen Hobbyschwimmern sei fast ein Drittel der Besucher gekommen, um Disziplinen für das deutsche Sportabzeichen abzulegen.

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„Dafür muss entweder eine Ausdauer- oder Schnelligkeitsleistung erbracht werden. Je nach Alter bewegen sich die Anforderungen für die Kategorie Ausdauer zwischen 200 und 800 Metern, bei der Schnelligkeit 25 oder 50 Meter“, erläutert Jürgen Kroniger, der als einer von drei Übungsleitern „Fit im Bad“ betreut hat. Mit rund 4000 Euro für Personalkosten war das Angebot für den SSB keine teure Geschichte. „Ich habe etwa 30 Sportabzeichen abgenommen“, sagt Kroniger. Er findet jedoch, dass die Resonanz noch deutlich besser hätte sein können. „100 Badbesucher wären in den Zeiten erlaubt gewesen und damit sind die Wasserwelten schon sehr vorsichtig“, kommentiert er.

Aktion endet am 9. Oktober

Unter den Besuchern ist die Hoffnung dennoch groß, dass die Aktion verlängert wird. So auch bei Silvia Hoffmann, die mit Badekappe und Flossen ihre Bahnen zieht. Kurz am Beckenrand erwischt, sagt sie: „Ich bin an jedem möglichen Tag hier und schwimme dann solange es geht. Das ist mein Sport, mein Ausgleich.“ Doch am 9. Oktober endet die Aktion des SSB – dann haben Hobbyschwimmer nur noch die Möglichkeit, innerhalb der von den Wasserwelten angebotenen Öffnungszeiten zu Schwimmen.

Im Querenburger Hallenbad bedeutet das: Nur am Wochenende zwischen 8 und 15.30 Uhr, genauso sieht es auch im Hallenbad Hofstede aus. Um unter der Woche ihre Bahnen zu ziehen, müssten Schwimmer nach Linden oder Langendreer ausweichen.

Schwimmer hoffen auf Verlängerung

„Ich schwimme aber am liebsten Rücken oder Delfin-Stil, dafür eignen sich die 50-Meter-Bahnen so gut. Das ist in den anderen Bädern nicht möglich, dort ist es mir außerdem zu warm“, bedauert Silvia Hoffmann. Gaby Schäfer kann das verstehen, sagt aber: „Die Corona-Pandemie legt uns die Trennung von Vereins-, Schulsport und Öffentlichkeitsangeboten auf. Auch sind die Kapazitäten durch sie beschränkt.“

Das Signal aber, dass die Schwimmangebote genutzt und gefordert würden, sei angekommen. „Wenn möglich, verlängern wir die Aktion gerne. Dazu müssen wir aber nach den Herbstferien neu schauen: Können die Schulklassen kommen? Kommen sie? Wenn ja, wann?“, so Schäfer. Erst dann ließe sich konkret planen, ob und wie das Angebot weitergeführt werden könnte.

Übungsleiter Kroniger macht sich jedoch an anderer Stelle Sorgen: „Dass die Schüler aktuell keinen Schwimmunterricht haben, ist ein riesiges Problem, gegen das dringend etwas getan werden muss!“

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