Schwurgericht

Bochum: Höhe der Beute im Mordfall Hordel bleibt ungeklärt

Die Angeklagten (hinter den Mappen) auf der Anklagebank neben einer Dolmetscherin, Verteidigern und Wachtmeistern. Vorn der Hauptangeklagte.

Die Angeklagten (hinter den Mappen) auf der Anklagebank neben einer Dolmetscherin, Verteidigern und Wachtmeistern. Vorn der Hauptangeklagte.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Bochum.  Im Bochumer Mordfall in der Kappskolonie bleibt rätselhaft, wie hoch die Beute war. Bargeld soll auch in einem Müllsack gebunkert gewesen sein.

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Warum musste der 68-jährige Rentner so brutal und qualvoll sterben? Diese Frage bleibt im Mordprozess gegen zwei Männer (24, 37), die an dem Mord von der Sechs-Brüder-Straße in der Kappskolonie beteiligt waren, weiter unbeantwortet.

„Haben Sie irgendeine Idee, wie Ihr Vater zum Opfer dieser Tat werden konnte?“, fragte die Staatsanwältin am Freitag den 47-jährigen Sohn des Rentners im Zeugenstand. Die Antwort war kurz, knapp und bestimmt: „Nein!“

Unklar bleibt, wie viel Geld in dem Haus lag

Bis heute weiß keiner, außer die beiden Männer, die am Nachmittag des 4. Februar in das Einfamilienhaus des Rentners eingedrungen waren, wie hoch die Beute ist. Die Polizei berichtet bisher nur von diversen Schützenorden, Kleingegenständen und einem Kfz-Schein. Ob aber vielleicht viel mehr, auch Bargeld, erbeutet worden ist, ist unbekannt. Am Freitag wurde bekannt, dass der Rentner zu Hause Bargeld in einem versteckten Müllsack aufbewahrt haben soll. Wieviel? Rätselraten.

Sehr viel Bargeld soll er einmal in einem Sparclub angespart haben, 20 Jahre lang: rund 280.000 Euro. Sein Geld soll in dem Sparclub aber auf ungeklärte Weise verschollen sein.

Dem Hauptangeklagten droht „lebenslänglich“

Der Hauptangeklagte (37), ein Pole ohne festen Wohnsitz in Deutschland, hatte Mitte November in seinem Teilgeständnis gesagt, dass er gehört habe, in dem Haus befände sich viel Geld. Woher er das gehört hat, verrät er nicht. Der kahlköpfige, vielfach vorbestrafte Mann beantwortet den Richtern keine Nachfragen und sitzt stumm und wie versteinert neben zwei Verteidigerin und einer Dolmetscherin auf der Anklagebank, bewacht von zwei Wachtmeistern. Ihm droht „lebenslänglich“. Obwohl er, sagt, dass er den Rentner nicht gefesselt habe.

Laut Anklage sollen er und ein in Polen inhaftierter Komplize den Rentner bei dem Einbruch so massiv am Leib und Kopf mit Klebeband gefesselt haben, dass er wehrlos auf dem Boden liegend erstickte. „Ich tu doch nix!“, soll er die mit Sturmhauben maskierten Einbrechern angefleht haben. Die Täter, zumindest einer von ihnen, waren aber erbarmungslos.

„Er hat sich nichts gefallen lassen“

Zu den unterwerfenden Worten des Opfers passen allerdings nicht die Wesensbeschreibungen, die sowohl seine Lebensgefährtin (72) als auch sein Sohn vor Gericht abgegeben haben. Beide schilderten den Rentner als jemanden, der seinen Willen durchsetzte. „Er hat sich nichts gefallen lassen“, sagte der Sohn.

Auch in den Tagen vor dem Raubmord war in der Kappskolonie eingebrochen worden. Das hatte sich schnell in der Siedlung herumgesprochen. Wenige Stunden vor der Tat war dem Rentner aufgefallen, dass sein gesichertes Gartentor aufstand, obwohl er es vorher verschlossen hatte. Deshalb rief er seinen Sohn an, ob er das Tor geöffnet habe. Dieser verneinte. Es waren die letzten Worte zwischen Vater und Sohn.

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