Golfpark Amalia

Bochum: Golfpark-Betreiber plant in Werne 18-Loch-Anlage

Aus der Luft sind die neuen Konturen auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Amalia in Bochum-Werne am besten zu erkennen. Auch links wird gearbeitet: Dort entsteht der Sportplatz des SC Werne 02 neu.

Aus der Luft sind die neuen Konturen auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Amalia in Bochum-Werne am besten zu erkennen. Auch links wird gearbeitet: Dort entsteht der Sportplatz des SC Werne 02 neu.

Foto: Hans Blossey

Bochum-Werne.  Neues vom geplanten Golfpark in Werne: Dort soll nun eine Anlage mit 18 Löchern entstehen. Der Betreiber ärgert sich über Kritik am Projekt.

Aktuell ist es ziemlich ruhig auf dem Gelände der früheren Zeche Amalia in Werne. Das ist der Winterzeit geschuldet. Gearbeitet wird aber trotzdem. „Wir sind dabei, Reparaturen am Leitungssystem vorzunehmen“, sagt Heiner Rogmann. Er ist Mitgeschäftsführer der Betreibergesellschaft Golf Innovations GmbH aus Kevelaer, die die Brachfläche in einen schmucken Golfpark verwandeln will. Und für diesen werden die Planungen nun nach und nach konkreter.

Planungen für den Golfpark in Bochum-Werne werden konkreter

Bis zu 10 Millionen Euro lässt sich die Golf Innovations GmbH die Entwicklung der 34 Hektar große Brachfläche (halb so groß wie Mark 51/7) kosten. Auf dieser sind nicht nur eine Golfanlage, sondern auch Fußball-Golf (mit größeren Löchern), Super-Golf (mit größeren Bällen) und eine Funfußball-Anlage (Parcours mit Hindernissen) vorgesehen – eben Angebote für alle, mit Spaßfaktor.

Man könne schon die Konturen des Golfplatzes sehen, beschreibt Heiner Rogmann seinen Ausblick vom Baubüro. Genehmigt sei eine 18-Loch-Anlage, einschließlich der Nebenanlagen, sagt er. Heißt: Neun Kurzloch- und neun Langloch-Bahnen.

„Für ein Jahr Bauzeit liegen wir gut in der Zeit“, ist Heiner Rogmann mit dem bisherigen Verlauf zufrieden. Dass im Winter keine Erdarbeiten durchgeführt und das Gelände nicht weiter modelliert werden könne, sei völlig normal. „Vor Februar/Mitte März dürfte es damit nicht weitergehen“, blickt Rogmann voraus.

Bauleiter verspricht: Kein Lkw-Verkehr im Januar

Die Anwohner in der Werner Nachbarschaft können also aufatmen. Im Sommer und Herbst hatten sich viele Bürger über den enormen Lkw-Verkehr beschwert und Dreck und Lärm beklagt. Diese Gefahr ist zurzeit gebannt. „Ich hatte den Anwohner gesagt, dass den ganzen Januar über kein Lkw wahren würde“, sagt Rogmann.

Thematisiert wurden auch die Sorgen vor einer Bodenbelastung durch Altlasten, die von der Stadt ausgeräumt wurden, und die schlechte Informationspolitik. Wochenlang hatten zig Lkw Erde auf das Gelände gefahren, ehe im Juli über die WAZ publik wurde, was auf Amalia überhaupt passiert. Eine Informationsveranstaltung der Betreibergesellschaft Anfang August wurde im Anschluss von der örtlichen Politik als „chaotisch“ und wenig informativ bezeichnet.

Betreiber wehrt sich gegen Kritik

Heiner Rogmann sieht sich und die Betreibergesellschaft Golf Innovations GmbH zu Unrecht in der Kritik. „Hier ist alles genehmigt. Sonst würden wir nicht arbeiten“, betont er. „Eben war einer vom Umweltamt hier, jetzt gerade die Untere Naturschutzbehörde.“ Jeden Dienstag finde mit Vertretern der Stadt eine Baubesprechung statt.

Es gehe alles mir rechten Dingen zu, sagt Heiner Rogmann, der sich ärgert, „dass viel Unfug erzählt wird“. „Wir bauen hier für die Bürger“, führt er weiter aus und verweist auf viele Gespräche mit Anwohnern, „die sich freuen, dass hier endlich etwas passiert“.

Dass alles endgültig genehmigt ist, bestätigt die Stadt so nicht. In einer Mitteilung der Verwaltung an die Bezirksvertretung Ost heißt es zur geplanten Super-Golf- und Fun-Fußall-Anlage: „Bevor ein Bauantrag für die Änderungen vorgelegt wird, findet ein Gespräch mit den Fachämtern statt, um zu klären, ob diese Maßnahmen genehmigungsfähig sind.“ Sobald dem Bauordnungsamt ein konkretes Konzept vorliege, werde die Bezirksvertretung informiert.

Stadt: Verhandlungen wegen Erbaurechts laufen

Zudem verweist die Stadt auf „laufende Verhandlungen mit dem zukünftigen Betreiber des Golfplatzes zur Einräumung eines Erbbaurechts von städtischen Flächen innerhalb des Bebauungsplanes Nr. 620 N, der dort eine Golfanlage festlegt“, hin. Die Dauer eines Erbbaurechtsvertrages soll demnach dem bereits geschlossenen Erbbaurechtsvertrag für die östlichen Flächen zwischen dem Eigentümer und dem Betreiber angepasst werden.

Zum Einräumen eines Erbbaurechtes ist nach Einigung mit dem Investor ein Beschluss durch die zuständigen politischen Gremien erforderlich, um einen Vertrag zu schließen. Heißt: Das Ganze geht dann auch noch einmal durch die Bezirksvertretung Ost.

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