Coronavirus

Bochum: Freibadesaison beginnt - das sind die neuen Regeln

Nur noch mit Anmeldung gibt es in diesem Sommer Zutritt in die Bochumer Bäder. Geschäftsführer Berthold Schmitt (re.) und Prokurist Bernhard Baar stellten im Nordwestbad die neuen Corona-Regeln vor.

Nur noch mit Anmeldung gibt es in diesem Sommer Zutritt in die Bochumer Bäder. Geschäftsführer Berthold Schmitt (re.) und Prokurist Bernhard Baar stellten im Nordwestbad die neuen Corona-Regeln vor.

Foto: MATTHIAS GRABEN / FUNKE Foto Services

Bochum  Die Hallen- und Freibäder in Bochum werden ab dem 9. Juni wieder geöffnet. Es gibt viele neue Regeln für Besucher. Wir nennen die wichtigsten.

Die Hallen- und Freibäder in Bochum werden bis zum Beginn der Sommerferien wieder geöffnet sein. Wegen der Corona-Krise gibt es allerdings weitreichende Beschränkungen. Die wichtigste Änderung: Wer ein Bad besuchen will, muss sich vorher im Internet anmelden.

Seit Mitte März sind die Bäder in Bochum geschlossen. Anfangs haben die "Wasserwelten Bochum" als Betreiber die Zwangspause für Wartungen und Grünpflege genutzt. Seit fünf Wochen sind 82 der 104 Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Neues Konzept kurzfristig erarbeitet

Nun wird jede Hand gebraucht. Wasser marsch: Die Bäder dürfen wieder an den Start gehen - zur Überraschung von Wasserwelten-Chef Berthold Schmitt. Der war eigentlich davon ausgegangen, dass die Freibadesaison in Corona-Zeiten komplett ins Wasser fällt und die Hallenbäder frühestens zum Ferienende öffnen.

NRW hat kurzfristig anders entschieden. Binnen weniger Tage wurde in Bochum ein Konzept erarbeitet, das der Corona-Schutzverordnung genügen soll. "Eine große Herausforderung", so Schmitt, der die - bislang einmaligen - Regelungen am Donnerstag vor der Presse im Nordwestbad in Hofstede vorstellte. Hier die wesentlichen Fragen und Antworten.

Wann geht's los?

In den Freibädern Hofstede und Langendreer am 9. Juni, in Linden und im Wellenbad ("Welle") Südfeldmark am 24. Juni. Die Hallenbäder in Hofstede und Linden folgen am 17. Juni, in Langendreer und Querenburg am 24. Juni.

Sachen packen und schwimmen gehen - funktioniert das auch in diesem Jahr?

Nein! Ohne vorherige Online-Anmeldung gibt's keinen Einlass. Das ist zwei Tage vorher auf www.wasserwelten-bochum.de möglich. Die Zugangsberechtigung muss an der Kasse gezeigt werden. Vorteil für die "Wasserwelten": So liegen stets die Daten der Besucher vor. Das machen die Corona-Auflagen notwendig.

Wird die Besucherzahl beschränkt?

Ja. Maximal dürfen 400 Personen in die Freibäder (in der "Welle" sind es 500) und 40 in die Hallenbäder (im Uni-Bad 70). Das ist überschaubar: An heißen Tagen tummeln sich sonst bis zu 5000 Besucher in den Freibädern.

Kann ich den ganzen Tag bleiben?

Nein. Es gibt erstmals Zeitfenster: in den Freibädern von 10 bis 13.45 Uhr und 14.15 bis 18 Uhr, in den Hallenbädern von 10 bis 12.30 Uhr, 12.45 bis 15.15 Uhr sowie 15.30 bis 18 Uhr. Dazwischen wird gereinigt und desinfiziert. Dann müssen alle Besucher raus. Frühschwimmen ist nicht möglich.

Wie teuer ist der Eintritt?

Im Freibad gilt der Tagespreis von 4,50 Euro (ermäßigt 3 Euro), im Hallenbad der Zwei-Stunden-Tarif (3,50 Euro, ermäßigt 2 Euro). Es gibt keinen Ruhetag; die Bäder sind jeden Tag geöffnet.

Gilt auch 2020 der Ferienpass?

Ja. Mit dem Pass ist der Eintritt frei. Doch auch hier sind die Online-Anmeldungen erforderlich. Und: Kinder unter zehn Jahren haben nur Zutritt mit mindestens einem Erwachsenen.

Sind die Duschen geöffnet?

Ja, "alles andere wäre unhygienisch", sagt Berthold Schmitt. Es gilt aber, ausreichend Abstand zu wahren, ebenso wie an den Kiosken, die in Betrieb sind. In Wattenscheid fällt die Welle flach. Sprunganlagen und Rutschen, in den Hallenbädern auch die Saunen, bleiben geschlossen. Die Aqua-Fit-Kurse fallen weiter aus.

Muss ich einen Mund-Nase-Schutz tragen?

Maskenpflicht herrscht nur am Ein- und Ausgang und an der Kasse. Sonst kann "oben ohne" gesonnt, geschwommen und geplanscht werden. Ein Security-Dienst soll für Ordnung sorgen. Schmitt: "Wer sich nicht an die Regeln hält, muss gehen."

Wie lange dauert die Freibadesaison?

Planmäßig bis zum 30. August, spielt das Wetter mit, auch länger.

Was bedeuten die Einschränkungen finanziell für die "Wasserwelten"?

Zwar hat die Gesellschaft durch die monatelange Bäderschließung Geld gespart, laut Schmitt rund 400.000 Euro. Zudem wird komplett auf die sonst üblichen rund 50 Saisonkräfte verzichtet. Die Besucherzahlen in den Freibädern dürften aber bei weitem nicht an die Vorjahresmarke von 160.000 heranreichen. Unterm Strich wird für 2020 mit einem Verlust von 340.000 Euro gerechnet.

Gibt es Konkurrenz?

Anfangs noch nicht. Das Freizeitbad Heveney kündigt seinen Neustart erst für den 22. Juni an. Das Lago in Herne nennt keinen Termin.

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