Corona

Bochum: Ernüchternder Auftakt für neue Kultur-Reihe

Viele Stühle blieben leer, als in der Bochumer Jahrhunderthalle am Wochenende die Reihe „Kultur Raum“ startete. Trotz prominenter Gäste auf der Bühne (hier Esther Münch als „Walli“) blieb die Resonanz deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Viele Stühle blieben leer, als in der Bochumer Jahrhunderthalle am Wochenende die Reihe „Kultur Raum“ startete. Trotz prominenter Gäste auf der Bühne (hier Esther Münch als „Walli“) blieb die Resonanz deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Bochum.  In Corona-Zeiten können Bochumer Künstler die Jahrhunderthalle kostenlos nutzen. Doch der Auftakt war ernüchternd – trotz bekannter Namen.

Ernüchternder Auftakt für den „Kultur Raum“: Nur knapp 80 Besucher verloren sich zum Start der neuen Veranstaltungsreihe an zwei Abenden in der Jahrhunderthalle.

Die Corona-Krise hat die Künstler schwer getroffen. Die Bochumer Veranstaltungs GmbH (BOVG), selbst von Millionen-Verlusten gebeutelt, leistet Nothilfe. Sie stellt Bochumer Kunstschaffenden die Halle 4 der Jahrhunderthalle samt Bühne, Technik und Personal zur Verfügung: unter Corona-Bedingungen mit Registrierung, Maskenpflicht bis zum Sitzplatz und Sicherheitsabstand. Alles kostenlos. Der Erlös bleibt bei den Künstlern.

Corona in Bochum: Schwache Resonanz trotz Walli und Pam

Mit Spannung wurde der Eröffnungsabend erwartet. Aufgeboten wurde das Beste, das die Bochumer Frauen-Power zu bieten hat: Esther Münch in ihrer Paraderolle als Putzfrau Walli und Pamela Falcon, die 19 Jahre mit ihren „New York Nights“ den Bermuda-Club Riff rockte. Komplettiert wurden „Wallis Weibsbilder“ (so der Titel des aus dem Gerther „Zauberkasten“ bekannten Formats) von den Comedians Sabine Bode und Branka B.

Wer geglaubt hatte, dass die 199 Karten allein wegen Walli und Pam im Nu vergeben sein würden, sah sich schwer getäuscht. Kaum mehr als zwei Dutzend Aufrechte nahmen Platz. Eine herbe Enttäuschung, auch für BOVG-Chef Andreas Kuchajda. „Es zeigt sich, dass die Menschen in diesen Zeiten ein großes Vertrauen brauchen. Wir sind noch weit weg von normal. Abstand, Hygiene: ,Stimmt das alles?’, wird gefragt.“ Ja, alles stimmt. Kuchajda zeigt sich daher zuversichtlich: „In vier Wochen wird das hier anders aussehen.“

„Kultur Raum“ mit weiteren Terminen

Bereits am Samstag ging es leicht aufwärts. Die „Nachtschnittchen“, serviert von Comedian Helmut Sanftenschneider, mundeten 50 Besuchern. Mit dabei waren u.a. Frank Goosen und Katrin Geelvink.

Der „Kultur Raum“ wird zunächst bis zum Jahresende bespielt (https://www.jahrhunderthalle-bochum.de/kulturraum-bochum). Die nächsten Termine: die „Bochumer Blues-Session“ am 6. Oktober sowie „Größen ausse Gegend“ am 10. und 11. Oktober u.a. mit Helmut Sanftenschneider, dem Duo Diagonal , Christian Hirdes und Martin Fromme. Weitere Künstler sollen in den nächsten Tagen zum Start des Vorverkaufs bekanntgegeben werden.

Sorgen um Urbanatix und Eissalon

Fraglich ist derweil, wie sich das reguläre Programm in der Jahrhunderthalle gestaltet. Andreas Kuchajda betont im WAZ-Gespräch, dass noch keine Entscheidungen getroffen seien. „Der Optimismus überwiegt gerade aber nicht“, blickt er mit Sorge auf das Urbanatix-Festival (geplant vom 11. bis 22. November, Vorjahr 20.000 Besucher) und den „Eissalon Ruhr“ (geplant ab 11. Dezember, Vorjahr 36.000 Besucher).

In Kürze soll feststehen, ob und wie diese und weitere Veranstaltungen im Corona-Herbst und -Winter stattfinden können. Der Warnruf von Walli am Freitag hat Bestand: „Es wäre traurig, wenn die Kultur leise sterben würde.“

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