Tiere

Rätsel um Kaninchen-Diebstahl - Kinder fahnden mit Plakaten

Mit Suchplakaten hoffen Lotte (links) und Jan, dass ihre geliebten Vierbeiner womöglich wieder auftauchen. Überall in Hiltrop haben sie Plakate aufgehängt.

Mit Suchplakaten hoffen Lotte (links) und Jan, dass ihre geliebten Vierbeiner womöglich wieder auftauchen. Überall in Hiltrop haben sie Plakate aufgehängt.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum-Hiltrop.  Über Nacht sind Blacky, Brownie und Krümel aus ihren Ställen in Hiltrop verschwunden. Was genau passiert ist, darüber rätselt die halbe Siedlung.

Dicke Tränen und ungläubiges Kopfschütteln gibt es bei zwei Familien, die nahe des Volksparks in Bochum-Hiltrop wohnen. Bei Familie Pech an der Gerther Heide und bei Familie Rabe nur wenige Meter entfernt an der Dreihügelstraße sind über Nacht drei Kaninchen aus ihren Ställen im Garten verschwunden. Wie das geschehen konnte, darüber rätselt gerade die halbe Siedlung.

Ob sie gemeinsam Reißaus genommen haben? Unwahrscheinlich. Ob ein Tier wie etwa ein Fuchs die Verriegelungen der Ställe geöffnet haben könnte, ohne Spuren zu hinterlassen? Zweifelhaft. Der Verdacht liegt also nahe, dass die Tiere zum Opfer eines besonders dreisten Diebstahls wurden. „Wer macht denn sowas?“ fragt Anja Rabe, die gerade alle Hände voll zu tun hat, ihre Kinder Tim (11) und Jan (9) zu beruhigen. Denn Blacky, Brownie und auch Krümel aus dem Nachbarstall werden schmerzlich vermisst.

Kaninchen wurden über Nacht gestohlen

Es geschah in der Nacht von Freitag auf Samstag irgendwann zwischen 21 Uhr und 10 Uhr morgens. Die Rabes waren übers Wochenende bei der Goldenen Hochzeit der Schwiegereltern, als die Nachbarin anrief, die die Pflege der Kaninchen übernommen hat. „Sie hat nur ganz fassungslos gesagt: Eure Hasis sind weg!“, erzählt Anja Rabe. Ein Blick auf den Tatort brachte Gewissheit: Die Bolzenriegel des Gartenhauses waren gelöst, die Rampe für den Auslauf war beschädigt – und der Futternapf stand ein paar Meter entfernt auf der Wiese: „Damit wollte man sie wohl rauslocken.“

Der Kaninchenstall der Rabes ist von der Straße aus recht gut zu sehen, so dass die erste Vermutung war, Jugendliche aus der Umgebung könnten sich einen besonders üblen Scherz erlaubt haben. „Hier feiern schon mal welche nachts im Volkspark“, sagt Michael Rabe. „Aber warum habe sie dann den Bierkasten vor der Gartentür stehen lassen?“

Verdacht: Der Täter kennt sich in der Gegend aus

Weitaus ominöser wurde der Fall, als bekannt wurde, dass in der gleichen Nacht auch bei der befreundeten Familie Pech ein Kaninchen aus dem Garten verschwand. Auch hier hat sich der Täter Zugriff verschafft, indem er die Riegel der Gitter öffnete. Anders als bei den Rabes ist der Stall bei den Pechs von der Straße aus aber nicht einsehbar: „Der Täter muss sich hier auskennen“, schlussfolgert Andreas Pech. Gestohlen wurde indes nur ein Tier: Krümel ist weg, sein Kollege Fluse sitzt noch im Stall. „Seither ist er völlig verängstigt, wenn man sich ihm nähert.“

Große Suchaktion mit Plakaten blieb bislang erfolglos

Kurz darauf rollte in Hiltrop eine großangelegte Suchaktion an: Fahndungszettel wurden gedruckt, die die Kinder an den Straßenlaternen anbrachten. Die Straßen wurden abgeklappert, der angrenzende Park durchsucht. „Wir haben überall nachgeschaut, aber leider nichts entdeckt“, erzählt Lotte Pech (11).

In die Trauer um die entwendeten Vierbeiner mischt sich bei den Familien auch einiger Frust über das Verhalten einiger Mitmenschen. „Das macht einen traurig und zornig, wenn man so etwas miterleben muss“, sagt Anja Rabe, „schließlich gehörten die Kaninchen doch mit zu unserer Familie.“

Soviel ist klar: Ihre Ställe wollen sie demnächst wesentlich besser sichern – und Fluse braucht dringend einen neuen Freund.

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