Varieté et cetera

Bochum: Die Mutter des ersten „Et-cetera-Babys“ kehrt zurück

Silvia Cabello (rechts) leistete im St.-Elisabeth-Hospital Beistand, als 2012 das erste „Et-cetera-Baby“ geboren wurde. Jetzt kehrt Mama Chantall ins Bochumer Varieté zurück.

Silvia Cabello (rechts) leistete im St.-Elisabeth-Hospital Beistand, als 2012 das erste „Et-cetera-Baby“ geboren wurde. Jetzt kehrt Mama Chantall ins Bochumer Varieté zurück.

Foto: et cetera

Bochum.  Es war anders geplant: Vor acht Jahren wurde das bislang einzige „Et-cetera-Baby“ geboren. Jetzt kehrt Mutter Chantall nach Bochum zurück.

Auf dieses Wiedersehen freut sich Geschäftsführerin Silvia Cabello ganz besonders: In der Winterstaffel kehrt die Komödiantin Chantall zurück ins Varieté et cetera – in die Geburtsstadt ihres Sohnes, der eigentlich ein echter Berliner werden sollte, nun aber für ewig ein Bochumer Junge ist.

„Hurra, wir lachen noch!“, heißt es ab der nächsten Woche an der Herner Straße. Chantall führt mit Charme und typisch Berliner Schnauze durch eine Revue im Stil der 1920er Jahre.

Varieté in Bochum: Mic warf Terminplanung über den Haufen

Nicht ganz so weit zurück reicht einer der bewegendsten Momente in der mehr als 25-jährigen Geschichte des Riemker Varietés. Im Herbst 2012 ist Chantall zu Gast im et cetera. Als kesse Blondine mit großem Mundwerk moderiert sie die Show „Das Beste zum Feste“. Chantall ist hochschwanger. Doch mit dem Nachwuchs werde es noch dauern, denkt die Künstlerin: Der errechnete Geburtstermin liegt einen Monat hinter dem Ende der Staffel.

Falsch gedacht.

Frühgeburt im St.-Elisabeth-Hospital

Am Abend des 4. Oktober zeigt sich Chantall vor dem Publikum noch einmal in Bestform. Am Morgen des 5. Oktober platzt plötzlich die Fruchtblase. Theaterchef Ronny Cabello rast mit ihr ins Elisabeth-Hospital. Im Kreißsaal leistet seine Frau Silvia Beistand. Um 18.16 Uhr ist Mic (ohne k) da. Sieben Wochen zu früh. Aber gesund und wohlauf.

„Ehrlich gesagt: Als Geburtsort war Berlin geplant“, gesteht Chantall. „Nix da: Der Kleine wollte ein Bochumer werden“, lacht Silvia Cabello und staunt bis heute: „Ein Baby während einer laufenden Staffel: Das gab’s noch nie!“

Theater verwandelt sich in Kinofoyer

Ohne ihren heute achtjährigen Sohn, nach dem bleiernen Corona-Lockout aber in bester Spiellaune, macht sich die 45-Jährige nun erneut ins Ruhrgebiet auf. Trotz der Pandemie soll es auf der Bühne fröhlich zugehen. „100 Jahre nach den goldenen 20ern befinden wir uns wieder in einer Zeit, in der sich die Welt lebenshungrig nach ausgelassenen Festivitäten und berauschenden Nächten sehnt“, wirbt das Varieté aus hinlänglich bekanntem Anlass.

Unter der bewährten Regie von Sammy Tavalis verwandelt sich das Theater in ein altes Kinofoyer. Achtung: Chantall ist mit Peitschen bewaffnet und zeigt, dass der Wind nur aus einer einzigen Richtung weht – ihrer! Markus Schimpp präsentiert sich als Varieté-Sänger alter Schule. Nikita Boutorine aus Russland will das Publikum als Akrobat auf einer freistehenden Leiter aus dem Gleichgewicht bringen.

Internationale Artisten sind zu Gast

Viktoriia schlüpft in eine Doppelrolle. An den Strapaten – zwei von der Decke hängenden Gurten – wirbelt die Ukrainerin durch die Luft. Mit ihrem Partner Dmytro verschmilzt sie als Duo „Heart’s Desire“ zu einem leidenschaftlich-kraftvollen Liebespaar.

Die Zwillinge Roman und Slava sind Meister des synchronen Stepptanzes. „Sie gehören zum festen Artistenstamm der weltberühmten Pariser Revuetheater Moulin Rouge und Crazy Horse. Jetzt sind sie wieder in Bochum“, kündigt Silvia Cabello an. Erneut mit dabei sind zudem Alex und Liza. Die Artisten aus der Ukraine sind nach dem Lockdown im Frühjahr im Bochumer Varieté gestrandet und aktuell auch in der Herbstshow „Ganz schön magisch“ (noch bis Sonntag) zu sehen.

Am Freitag (30.) geht’s los. Im „Eli“ kann man beruhigt sein: Früh- oder sonstige Geburten sind beim aktuellen Ensemble nicht zu erwarten.

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