Kommentar

Bochum darf seine Kunst nicht vergammeln lassen

WAZ-Kulturreporter Jürgen Boebers-Süßmann.

WAZ-Kulturreporter Jürgen Boebers-Süßmann.

Foto: WAZ

Bochum.  Bochum kommt der Pflicht zur Pflege von Kunst im öffentlichen Raum zu wenig nach. Ein Kommentar von WAZ-Kulturreporter Jürgen Boebers-Süßmann.

Bochum kann sich als Kunststadt einiges zu Gute halten, auch wenn sich das immer noch nicht so recht herumgesprochen hat. Annähernd 700 Außen-Kunstwerke bereichern die Stadt, es gibt die größte „Dichte“ von Richard-Serra-Objekten in Europa und mit den Museum unter Tage, der Situation Kunst, den Kunstsammlungen der Ruhr-Uni und dem Museum Angebote, die man eher in Berlin oder New York erwarten würde.

Fürsorgepflicht geboten

Das Bildhauer-Symposium vor 40 Jahren hat zu dem Nimbus beigetragen. Umso enttäuschender ist es, dass die damals entstandene Stahl-Kunst nur noch wenig Liebe entgegengebracht wird. Nicht vom Publikum, das ein Recht hat, über Kunst zu streiten und sie auch abzulehnen. Aber von der Stadt, die ihrer Fürsorgepflicht nicht nachkommt.

Auffrischung nötig

Kunst im öffentlichen Raum braucht, wie jede Brücke, jedes Schulgebäude, Pflege und Unterhalt. Zu wenig ist hier passiert. Die Werke des Bildhauer-Symposiums haben sämtlich eine Auffrischung bzw. Reparatur nötig. Doch dafür gibt’s kein Geld. Oder nur viel zu wenig.

Expertenstelle einrichten

Wenn Kunst vergammelt, ärgern sich Kunstliebhaber, aber auch die Steuerzahler. Denn für viele Skulpturen und Objekte wurde einst richtig Geld hingeblättert. Dringend geboten wäre eine gut ausgestattete Expertenstelle, damit der Erhalt der Bochumer Außen-Kunst endlich dauerhaft geregelt wird.

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