Ostpark

Bochum: Bezirksvertreter ebnen Weg für 600 neue Wohnungen

Luftbild der Feldmark in Bochum-Altenbochum: Zwischen Hauptfriedhof, Immanuel-Kant-Straße und Stadtautobahn entsteht das erste Ostpark-Quartier mit rund 600 Wohnungen.

Luftbild der Feldmark in Bochum-Altenbochum: Zwischen Hauptfriedhof, Immanuel-Kant-Straße und Stadtautobahn entsteht das erste Ostpark-Quartier mit rund 600 Wohnungen.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Bochum-Altenbochum.  Die Bezirksvertretung Bochum-Ost will dem Ostpark-Projekt nicht im Wege stehen. Dem Ja zum ersten Quartier an der Feldmark folgt jedoch ein Aber.

Das Projekt „Ostpark – Neues Wohnen“ ist die derzeit größte Wohnbauflächen-Entwicklung in Bochum. Rund 1300 neue Wohneinheiten entstehen bis 2025 auf 43 Hektar (Nettobaufläche 14 Hektar) in den Stadtteilen Altenbochum und Laer. Der Ostpark wird aus zwei unabhängigen Quartieren bestehen: die Feldmark in Altenbochum und die Havkenscheider Höhe in Laer. Als erstes geht die Stadt den Bereich Feldmark an. 600 neuen Wohnungen in unterschiedlichen Häuserformen sollen dort entstehen. Bevor der Rat final am 30. April darüber entscheidet, gab es jetzt schon mal von der Bezirksvertretung Bochum-Ost das Okay – verbunden allerdings mit einem Aber.

Bochum: Ostpark-Projekt hat für die Lokalpolitik einen Makel

Die Stadt legt großen Wert darauf, dass bei dem gesamten Projekt die ökologischen Aspekte eine große Rolle spielen. Betont wird, dass es sich bei dem ca. 29 Hektar großen Gebiet der Feldmark nicht um eine ökologisch wertvolle „freier Landschaft“ handelt, die bebaut werde. „Die neuen Bauflächen beschränken sich vollständig auf Brachflächen bzw. baulich vorgeprägte Bereiche (Stadtgärtnerei, Sportplatznutzung sowie ungenutztes Bauland) und lassen außerdem großzügige Grünbereiche frei“, heißt es aus dem Rathaus.

Zum Bebauungsplan (Nr. 900) für das Quartier Feldmark zählt auch der komplette Bereich des geplanten Wasserlaufs zwischen Schrebergärten und Sportanlage des LFC Laer. Dieser muss seinen Ascheplatz für das geplante naturnahe Entwässerungssystem abgegeben, erhält aber im Gegenzug aktuell einen Kunstrasenplatz anstelle des Naturrasens.

Ersatzpflanzungen: Rot-Grün kritisiert die Stadt

Alles schön und gut, findet auch die Bezirksvertretung Ost. Aus Sicht von SPD und Grünen gibt es allerdings einen Makel: fehlende Ersatzpflanzungen. Im Umweltbericht zum Ostpark-Projekt werde aufgeführt, dass „einem Verlust von 123 Einzelbäumen mindestens 367 Neupflanzungen gegenüberstehen. Zur Kompensation wird auf Maßnahmen bereits umgesetzter Ökokonten-Flächen zurückgegriffen, so dass der entstandene Kompensationsbedarf gedeckt wird“.

Aus Sicht von Grünen-Fraktionschef Detlef Kühlborn heißt das, „dass erstens kein einziger Baum für den Verlust der gefällten Bäume neu gepflanzt wird und schon gar nicht in der Nähe oder im Stadtteil, wo er gefällt wurde“. Er unterstreicht noch einmal die nicht neue Forderung von SPD und Grünen, Ersatzpflanzungen für Bäume, die im Stadtbezirk Ost gefällt werden, auch dort vorzunehmen.

Kühlborn weiter: „Die merkwürdige, wenn auch offenbar legale Vorgehensweise, ist nach unserer Meinung eine ziemliche Augenwischerei und eigentlich wenig zielführend und daher abzulehnen.“ Auch, dass „mindestens“ 367 Neuanpflanzungen den Baumfällungen gegenüberstünden, werfe doch die Frage auf, wie viele es höchstens sein werden: „368 oder vielleicht sogar 523?“

Ähnlich verhält es sich aus Sicht von Rot-Grün bei der Neuversiegelungsfläche (2,7 Hektar). Detlef Kühlborn: „Hier sei eine Entsiegelung auf den Flächen des ehemaligen Autokinos in Wattenscheid erfolgt, heißt es. In welcher Größe und wann das war, ist nicht aufgeführt.“

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