Umwelt

Bochum: Amsterdamer Schokolade erreicht lokale Läden per Rad

Auf einem Lastensegler kommen die Kakaobohnen aus der Karibik nach Amsterdam, wo sie mittels traditioneller Maschinen zu Schokolade verarbeitet werden. Diese findet dann per Rad den Weg unter anderem nach Bochum, aber auch in andere Städte.

Auf einem Lastensegler kommen die Kakaobohnen aus der Karibik nach Amsterdam, wo sie mittels traditioneller Maschinen zu Schokolade verarbeitet werden. Diese findet dann per Rad den Weg unter anderem nach Bochum, aber auch in andere Städte.

Foto: Jochen Emde/Funke Foto Services / FUNKE Foto Services

Bochum-Innenstadt.  Die vierte Schokofahrt ist in Planung. Eine knappe Woche wird die Gruppe unterwegs sein, um die süße Ware von Holland nach Bochum zu bringen.

Eine Schokofahrt ist kein Zuckerschlecken – das machen die Berichte von Fabian Bartelt über vergangene Aktionen deutlich. Bereits drei Mal hat eine Gruppe aus Bochum Schokolade aus Amsterdam abgeholt und dabei Starkregen, Hitze und den Fußboden als Schlafplatz in Kauf genommen, um die Ware an lokale Händler zu verteilen. Nun steht die vierte Tour an.

Ehrenamtliche bringen Schokolade umweltfreundlich auf dem Rad nach Bochum

Der Haken und gleichzeitig das Reizvolle an der ganzen Sache: Der Transport findet emissionsfrei auf Rädern statt. Gut 550 Kilometer in fünf Tagen bei einem Durchschnitt von 18 Stundenkilometern, das ist erst einmal ein Pensum, das nicht jeder ohne Weiteres schafft. Mitorganisator Christoph Lotz‘ optimistische Einstellung: „Das ist alles eigentlich Kopfsache.“

Hintern muss an das Schokofahrt-Rad gewöhnt sein

Doch bei diesem ersten Treffen ist noch alles offen. „Der Spaß am Radfahren steht für mich im Vordergrund“, sagt Christoph Lotz. Datum, Streckenführung und eben auch Tagespensum sind also nicht in Stein gemeißelt. Wichtig sei allerdings, vorher zumindest eine längere Strecke mit dem Rad gefahren zu sein, das auf der Tour nach Amsterdam genutzt wird. „Wie fühlt es sich an, zehn Stunden auf diesem Rad zu verbringen? Was machen Handgelenke und Hintern danach?“

Strapaze lässt sich in der Gruppe besser bewältigen

Gut 15 Personen sind dem Aufruf von Fabian Bartelt und Christoph Lotz in den Raum 9 gefolgt. Einige sind Wiederholungstäter, andere aus Neugier dort und wiederum andere, die noch abwägen, ob sie sich der Bochumer Gruppe anschließen oder doch eine eigene in Dortmund oder Witten organisieren wollen. Fest steht jedenfalls: Im Fokus steht die Fahrt als Gruppe. „Seine eigene Schokofahrt zu machen und uns nur an den Schlafmöglichkeiten treffen, das funktioniert nicht“, sagt Christoph Lotz. Denn egal ob Kälte oder Hitze, Wind und Erschöpfung, all das lasse sich besser in Gesellschaft bewältigen. Auch ganz praktisch gesehen: „Im Windschatten fahren hat super funktioniert.“

Schokofahrt als „Verlängerung“ des emissionsarmen Transports aus der Karibik

Das Prinzip „Schokofahrt“ existiert schon seit mehreren Jahren, begonnen hat damit eine Gruppe aus Münster. Der emissionsarme Transport der Kakaobohnen aus der Karibik nach Amsterdam in die Fabrik der Chocolatemakers, der auf dem Lastensegler Tres Hombres erfolgt, wird so weitergedacht. Die Schokolade, die in Amsterdam noch mit traditionellen Maschinen hergestellt wird, ist Fair Trade- und bio-zertifiziert, enthält keine Zusatzstoffe und ist garantiert nussfrei.

„Wir transportieren zwar Ware und stehen gewissermaßen in der Pflicht, sie unversehrt an die Händler weiterzugeben“, sagt Fabian Bartelt. Dabei sind aus Bochum etwa das Veggihaus und Flotte Karotte. „Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir das ehrenamtlich machen.“ Und schließlich geht es auch darum, mit der Initiative aufzuzeigen, dass es andere Transportmittel als Flugzeug und Lastwagen gibt. Jetzt gilt es, ein oder zwei Gruppen zusammenzustellen und dann Unterkünfte und Route festzulegen.

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Weitere Informationen auf www.treshombres.eu, www.schokofahrt.de und www.chocolatemakers.nl .

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