Sturmwarnung

Bochum: 67 Orkan-Einsätze – zum Glück ohne Verletzte

Zu einem der ersten Sturmeinsätze in Bochum rückte die Feuerwehr am Nachmittag nach Wiemelhausen aus. Am Tanneneck war ein Baum auf das Dach eines Wohnhauses gekracht. Ein Kranwagen wurde angefordert. Zum Glück gab es keine Verletzten.

Zu einem der ersten Sturmeinsätze in Bochum rückte die Feuerwehr am Nachmittag nach Wiemelhausen aus. Am Tanneneck war ein Baum auf das Dach eines Wohnhauses gekracht. Ein Kranwagen wurde angefordert. Zum Glück gab es keine Verletzten.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Bochum.  In Bochum ist die Feuerwehr zu 67 Orkan-Einsätzen ausgerückt. Zum Glück gab es keine Verletzten. Die Behörden raten weiter zu Vorsicht.

Im Bochumer Stadtgebiet ist die Feuerwehr in der Nacht zu insgesamt 67 Orkan-Einsätzen ausgerückt. In Langendreer stürzten Bäume und Äste auf die Alte Bahnhofstraße. Am Tanneneck in Wiemelhausen krachte ein Baum auf das Dach eines Wohnhauses. In der Innenstadt wurden mehrere Pkw beschädigt. Zum Glück sind bislang keine Verletzten zu beklagen. Die Bürger werden weiterhin zu größter Vorsicht aufgerufen.

Um 1 Uhr hat der Führungsstab die Arbeit beendet und die Anzahl der Einsatzkräfte reduziert. Dennoch musste die Feuerwehr auch in der Nacht zu vereinzelten Einsätzen ausrücken. An der Straße „Grüner Weg“ stürzte ein Baum gegen ein Haus, an der Dördelstraße in Langendreer sind derzeit immer noch Einsatzkräfte damit beschäftigt, lose Äste aus einer Baumkrone zu entfernen. Umstürzende Bäume haben teilweise große Schäden an Fahrzeugen verursacht oder ganze Straßen blockiert. Außerdem mussten Einsatzkräfte ein umgestürztes Carport von Autodächern entfernen. 350 Kräfte der Berufs-, Freiwilligen Feuerwehr und des Technischen Hilfswerk waren im Einsatz.

Bereits ab 17 Uhr fegten die ersten orkanartigen Böen mit bis zu 115 km/h durch die Stadt. In Schauernähe drohen sogar Windstärken bis 120 km/h. Zwar sei die Lage „bisher relativ überschaubar“, sagte Feuerwehrchef Simon Heußen kurz vor 20 Uhr im WAZ-Gespräch. Der Sturm könne in den nächsten Stunde aber nochmals an Stärke gewinnen und gegen 2 Uhr seinen Höhepunkt erreichen. Erst am Montag sei mit einer Beruhigung zu rechnen, wobei es noch bis zum Vormittag heftige Böen geben könne. Daher gelte weiter: „Bleiben Sie drin!“ Und wer dennoch nach draußen muss: „Augen auf!“

Sturm in Bochum: Feuerwehr in voller Stärke im Einsatz

„Wir sind für die zu erwartenden Sturmeinsätze gut vorbereitet“, hieß es am Mittag bei der Feuerwehr, die schon seit dem Vormittag im Einsatz war und anfangs kleinere Einsätze absolvierte. Meistens waren Äste auf Fahrbahnen oder Gehwege gefallen. Größere Schaden gab es zunächst nicht. Um 16 Uhr kam der Führungsstab in der Hauptfeuerwache zusammen, um fortan alle Einsätze zu koordinieren. Auch die komplette Freiwillige Feuerwehr ist seit diesem Zeitpunkt mit 185 Helfern und über 40 Fahrzeugen dienstbereit. Das Technische Hilfswerk (THW) und die Technische Einheit der Polizei können die Einsatzmaßnahmen in Bochum bei Bedarf unterstützen.

Stadt Bochum appelliert an die Bürger: Bleiben Sie zu Hause

Nach der Feuerwehr rief am Mittag auch die Stadt Bochum alle Bürgerinnen und Bürger auf, wegen der Sturmwarnung ab dem Nachmittag „sofern möglich zu Hause zu bleiben und nicht das sichere Gebäude zu verlassen“.

Wer dennoch nach draußen muss, wird um höchste Vorsicht gebeten: „Menschen sollten auf herumfliegende Gegenstände oder herunterstürzende Äste oder Bäume achten. Insbesondere Wälder, Park- und Grünanlagen sollten während des Sturms gemieden werden.“

Eltern sollen sich informieren

Eltern sollten sich informieren, ob die Schule oder Kindertageseinrichtung am Montag geöffnet ist. „Die Entscheidung trifft die jeweilige Einrichtung“, so die Stadt. Eltern sollten gewährleisten, dass ihre Kinder sicher zur jeweiligen Einrichtung kommen. Im Zweifelsfall sollten die Kinder zu Hause betreut werden. Einem ersten Überblick zur Folge werden am Montag die meisten Schulen und auch die Berufskollegs in Bochum geschlossen bleiben.

Bis zum frühen Abend meldete die Bogestra keine Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr. „Rechnen Sie bitte damit, dass es infolge des Unwetters kurzfristig zu Störungen im Linienverkehr kommen kann“, hieß es aber auf der Internetseite. So kam es. Wegen eines Feuerwehreinsatzes auf der Hiltroper Straße musste der Fahrbetrieb auf den Linien 366 und 353 für knapp eine Stunde eingestellt werden. Inzwischen läuft der Verkehr aber wieder. Aktuelle Informationen gibt es in der Mutti-App, der Elektronischen Fahrplanauskunft und online auf bogestra.de.

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