Stadtentwicklung

„Bo wird Bäm“ soll Bürger in Bochum mobilisieren

Bunt und ein bisschen schrill. Mit „Bo wird Bäm“ wirbt Bochum für eine Beteiligung am Thema City-Entwicklung.

Bunt und ein bisschen schrill. Mit „Bo wird Bäm“ wirbt Bochum für eine Beteiligung am Thema City-Entwicklung.

Foto: Stadt Bochum

Bochum.   Bochum verändert sich. Nächstes Jahr soll ein Konzept zum künftigen Gesicht der Innenstadt vorliegen. Die Bochumer können Wünsche einbringen.

Bochum erfindet sich gerade mal wieder neu – am sichtbarsten wird das in Laer, wo auf einer Fläche von 70 Hektar aus einem ehemaligen Autowerk binnen weniger Jahre ein moderner, ins städtische Leben integrierter Industrie- und Gewerbepark entsteht.

Ähnlich dramatisch könnte der Wandel in Teilen der Innenstadt ausfallen, die allmählich ihre bislang wichtigste Funktion und Attraktivität als Ort des Handels verliert.

Land soll City-Umbau fördern

Was die City von morgen ausmacht, welchen Wünschen und Ansprüchen sie genügen soll, das wollen Verwaltung und Politik gemeinsam mit den Bürgern entwickeln. Am Dienstag (6.) laden sie zum Auftakt dieses Beteiligungsprozesses zum Zukunftsforum Innenstadt in die Rotunde (Konrad-Adenauer-Platz 3) ein.

„Jeder und jede Idee ist willkommen“, hofft Stadtbaurat Markus Bradtke auf eine breite Beteiligung bei einem Prozess, bei dem es nicht um Kritik am aktuellen Zustand als vielmehr um die Potenziale für die Zukunft gehen soll. „Wir wollen hören, was sich die Menschen für Bochum wünschen.“

Es sei die Fortsetzung der 2016 entwickelten Vision Innenstadt 2030. Münden sollen die Ideen in einem „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept“ (ISEK), das die Verwaltung der Politik im Sommer 2019 zur Beschlussfassung vorlegen will und mit dem Fördergelder beim Land beantragt werden sollen.

Slogan spitzt zu

„ISEK hört sich allerdings ziemlich sperrig an“, so Bradtke. Die Verwaltung trommelt daher mit einem griffigen Slogan um eine möglichst hohe Bürgerbeteiligung: „Bo wird Bäm!“

Das hört sich schräg an. Und so soll es wohl auch wirken. Bradtke: „Wir wollen bewusst zuspitzen.“ Erdacht hat den Slogan das Hamburger Büro Urbanista, das ebenso wie Stadtentwickler von „Steg“ aus Dortmund das Projekt begleiten werden.

Erfahrungen hat die Stadt mit ISEK’s bereits einige gemacht: im Westend, in Werne und Langendreer, in Wattenscheid und Laer, wo mit Millionen-Hilfe aus Düsseldorf Quartiere und Flächen erfolgreich umgekrempelt wurden oder derzeit umgekrempelt werden. „Die Ansprüche an ein ISEK für die Innenstadt sind aber besonders hoch“, so der Stadtbaurat.

Wichtige Projekte starten 2019

Ebenso wichtig seien sichtbare Zeichen der Veränderung, die den Erneuerungsprozess befördern können: Das preisgekrönte Musikforum trage bereits seinen Anteil dazu bei.

Die nächsten Aushängeschilder des Wandels dürften das Viktoria-Karree auf der Fläche des ehemaligen Justizzentrums und der Studenten-Wohnheimturm „Basecamp“ am Hauptbahnhof sein. Beide Projekte werden, so Bradtke, nächstes Jahr beginnen.

Spaziergang im Quartier am Samstag

Seit gestern ist im Internet die Seite www.bo-wird-bäm.de freigeschaltet, die über das ISEK informiert. Vom 6. November an können dort auch Vorschläge hinterlegt werden. Informationen werden außerdem über eine Zeitung verbreitet, die in einer Auflage von 10.000 Stück produziert wurde und die an vielen Stellen in der Stadt ausgelegt wird.

Am Samstag (3.) wird um 14 Uhr ein erster, 90-minütiger Quartierspaziergang rund um den Imbuschplatz angeboten.

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