Weihnachtsmarkt

BO du fröhliche: Der Bochumer Weihnachtsmarkt im WAZ-Check

Aus dem Sauerland sind (v.l.) Monika Borß, Ulla van der Hofen und Christiane Nagel eigens für den Weihnachtsmarkt nach Bochum gereist. Ihr Urteil: „Echt klasse!“ – und das nicht nur wegen des leckeren Glühweins.

Foto: Gero Helm

Aus dem Sauerland sind (v.l.) Monika Borß, Ulla van der Hofen und Christiane Nagel eigens für den Weihnachtsmarkt nach Bochum gereist. Ihr Urteil: „Echt klasse!“ – und das nicht nur wegen des leckeren Glühweins. Foto: Gero Helm

Bochum.   Ist auf dem Weihnachtsmarkt alles Gold, was glänzt? Die WAZ hat sich ins Getümmel gestürzt. Im Fokus: Auswahl, Unterhaltung, Sicherheit, Service.

„BO du fröhliche“, prangt auf den neu gefertigten Glühweintassen der Bochum Marketing GmbH. Die Besucher nehmen’s wörtlich: Seit zwei Wochen brummt der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt. Anlass für eine Halbzeitbilanz (ja, soweit ist es schon) und für einen WAZ-Weihnachtsmarkt-Check.

Was läuft gut, was weniger gut beim Hüttenzauber in der City? Hat BO-Marketing-Chef Mario Schiefelbein recht, wenn er von „einer Super-Atmosphäre und bester Laune bei den Schaustellern“ spricht? Wir haben uns umgesehen, umgehört und auch unsere Facebook-Nutzer um ihre Meinung gebeten.

Vielfalt und Qualität: Breites Angebot, wenn auch nicht billig

Mit 200 Schaustellern bietet der Markt eine große Vielfalt. Greifbar ist das Bemühen von BO-Marketing und den Händlern, mehr Qualität zu bieten. Immer mehr Hütten sind liebevoll dekoriert.

Ein Beispiel: die zauberhafte, eigens für Bochum gezimmerte Käthe-Wohlfahrt-Hütte auf dem Boulevard. Wer sich über ein Übermaß an Imbiss- und Glühweinständen beschwert, möge genau hinschauen, etwa auch auf dem Mittelaltermarkt: Geschenkideen der extravaganten Art gibt’s reichlich – wenn auch nicht zum Discounterpreis. Nette Bummel-Begleitung: der Gedichtwettbewerb für Kinder mit Briefkasten im Märchenwald.

Besinnung und Party: Für Unterhaltung ist bestens gesorgt

Der Marktbummel bietet an sich schon Unterhaltung. Wer’s besinnlich mag, kann montags neuerdings einem Posaunenchor lauschen.

Der fliegende Rotrock ist erstmals mit Rentier-Schwester Rudolfa unterwegs. Die Live-Musik auf dem Dr.-Ruer-Platz bedient unterschiedliche Geschmäcker. Die Party-Fraktion trifft sich an und in den angestammten Hütten, etwa im Kuhstall.

Beim Glühwein lohnt ein Preisvergleich. 3 Euro sind Standard. Auf der Huestraße ist er aber schon für 2 Euro, am Adveniat-Stand für 2,50 Euro zu haben. Ein Renner sind die neuen Tassen: Die 10.000 Gefäße (Pfand 2 Euro) sind nahezu vergriffen.

Sicherheit geht vor: Polizei zeigt Präsenz – Blockaden als PR-Coup

Auffällig: Die Polizei zeigt auf dem Weihnachtsmarkt zwar Präsenz. Geschulterte Maschinenpistolen wie noch vor einem Jahr sind aber nicht zu sehen.

Die mobile Wache zwischen Dr.-Ruer-Platz und Kortumstraße steigert zusätzlich das Sicherheitsempfinden, auch wenn sich die Einsätze und Anzeigen bisher in Grenzen halten.

Erstaunlich reibungslos verläuft die erstmalige Sperrung des Boulevards für Busse. Die Besucher haben sich schnell an die Umleitungen gewöhnt. Zum Marketing-Coup avancieren die mit Geschenkpapier umwickelten Straßenblockaden. Medien bis nach Japan und Norwegen berichten über die Anti-Terror-Päckchen.

WCs reichen nun aus

Bei zwei Dauerbrennern hat BO-Marketing dazugelernt. Die Zahl der öffentlichen Toiletten wurde auf vier erhöht: ausreichend, um vor allem am Abend dem Andrang gerecht zu werden.

Und: Zusätzlich zum USB haben die Stadtwerber einen Dienstleister am Wochenende mit der Müllentsorgung beauftragt. Mit Erfolg: Überquellende Abfallkörbe sind nur noch selten zu beklagen.

Aufs Konto der Stadtverwaltung geht ein Missstand, der insbesondere ältere Besucher ärgert. Außerhalb der Gastronomie gibt es derzeit kaum Sitzgelegenheiten. Wer nichts verzehren will oder kann, hat keine Gelegenheit zum Ausruhen.

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