Andenken

Blumenbeet erinnert an verstorbenen Autor Wolfgang Welt

Diese schöne Erinnerung an Wolfgang Welt soll nur der Anfang sein: Die Bochumer Journalistin Sabine Herrmann hat für den verstorbenen Pop-Literaten direkt vor ihrer Haustür in Werne ein Blumenbeet hergerichtet.

Diese schöne Erinnerung an Wolfgang Welt soll nur der Anfang sein: Die Bochumer Journalistin Sabine Herrmann hat für den verstorbenen Pop-Literaten direkt vor ihrer Haustür in Werne ein Blumenbeet hergerichtet.

Foto: Ingo Otto

Bochum  Vor einem Jahr starb der Bochumer Autor. Damit sein Werk nicht in Vergessenheit gerät, kam Journalistin Sabine Herrmann auf eine gewitzte Idee.

. Die Rolandstraße am Werner Hellweg ist nicht unbedingt als Schauplatz für große Literatur bekannt. Und doch wird an dieser belebten Ecke mitten in Werne einem der größten Autoren gedacht, den die Stadt je erlebt hat: Wolfgang Welt.

Als Welt vor einem Jahr starb, da ging ein Ruck durchs deutsche Feuilleton. Der oft verkannte und gern unterschätzte Pop-Literat von der Wilhelmshöhe, der wie kaum ein anderer das Leben im Ruhrgebiet bissig und sympathisch porträtierte, wurde plötzlich mit Lobeshymnen überschüttet.

Abend im Schauspielhaus blieb die einzige Würdigung

Und danach? Passierte nicht mehr viel. Auch die Stadt Bochum ließ sich zu keiner nennenswerten Würdigung Welts hinreißen – von einem schönen Abend im Schauspielhaus einmal abgesehen.

Doch das kann so nicht bleiben, findet die Journalistin Sabine Herrmann. „Dass Wolfgang Welt bis heute keine größere Anerkennung erfahren hat, ärgert mich wirklich“, meint sie und macht einige Vorschläge: „Eine Straße, einen Platz oder zumindest den Literaturpreis Ruhrgebiet nach ihm zu benennen, den er leider nie erhalten hat, wäre doch ein guter Vorschlag.“

Beet wurde in Eigeninitiative in Form gebracht

Und Sabine Herrmann legt eifrig vor: Um Welts literarisches Schaffen mehr ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, hat sie zu seinen Ehren vor ihrem Haus an der Rolandstraße ein Beet angelegt. „Das wuchernde Gestrüpp dort nahm ohnehin nur die Sicht“, sagt sie.

Mit Genehmigung der Stadt hat sie das Patenbeet in Eigeninitiative in Form gebracht: mit Efeu, kleinen Blümchen und einer Hinweistafel. „Gewidmet dem Wilhelmshöher Wolfgang Welt“, steht dort.

Dabei: Persönlich kennen gelernt hat sie den Autoren nie. „Ich habe ihn wohl öfter mal an der Pforte des Schauspielhauses sitzen sehen, wo Welt arbeitete“, erinnert sie sich. Seine Bücher hingegen waren für Sabine Herrmann stets ein Lesegenuss. Besonders „Buddy Holly auf der Wilhelmshöhe“ hatte es ihr angetan. „Entweder man konnte mit seinen Büchern nichts anfangen oder man hat alles von ihm verschlungen“, sagt sie. „Dazwischen gab es eigentlich nichts.“

Bezirksbürgermeisterin befürwortet Gedenken

Etwas wehmütig schaut Sabine Herrmann aus ihrem Fenster Richtung Kohlleppels Kamp: Auf dem Werner Friedhof liegt Welt begraben. „Er war einer von uns. Es wäre sehr traurig, wenn er eines Tages in Vergessenheit geriete.“

Das sieht Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche (SPD) genauso. „Wir haben noch nichts Konkretes auf den Weg gebracht, aber eine Würdigung für Wolfgang Welt bräuchte es bestimmt“, sagt sie. Wie die aussehen könnte, darüber wollen die Politiker im Bochumer Osten alsbald die Köpfe zusammen stecken.

>> AUTOREN ENGAGIEREN SICH FÜR WELT

  • Er war Plattenverkäufer, Popkritiker und Nachtwächter: Wolfgang Welt (1952-2016) inspirierte zahlreiche Leser weit über das Ruhrgebiet hinaus.
  • Unter dem Titel „30 für Wolfgang Welt“ engagieren sich seit 2014 Autoren wie Peter Handke, Frank Goosen und Fritz Eckenga dafür, Welt mit dem Literaturpreis Ruhr auszuzeichnen.
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