Maigang

Bischof Franz-Josef Overbeck nimmt die Jugend zum Vorbild

Der Maigang von Bischof Franz-Josef Overbeck (und Mitwanderern) durch Stiepel startet an dem Stück Mauer, das am Kloster steht

Der Maigang von Bischof Franz-Josef Overbeck (und Mitwanderern) durch Stiepel startet an dem Stück Mauer, das am Kloster steht

Foto: Ingo Otto

Stiepel.   Bischof Overbeck fordert beim Maigang in Stiepel dazu auf, ökologisch bewusst zu handeln – das dominierende Thema bei der Tour rund ums Kloster.

Am Mahnmal für den Frieden, der Stiepeler Mauer, treffen an diesem Sonntag rund 150 Menschen zusammen. Sie wollen gemeinsam mit Bischof Franz-Josef Overbeck den Maigang am Zisterzienserkloster begehen. Bereits zum neunten Mal findet die Veranstaltung statt – jedes Jahr an einem anderen Standort innerhalb des Bistum Essen. Die Initiative, die zusammen von dem Rat für Forst- und Landwirtschaft und der katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ organisiert wurde, hat dieses Jahr Stiepel ausgewählt.

Die Leiterin des Rates, Landwirtin Marlies Schmitz, freut sich über die Resonanz: „Mein Herz geht auf, wenn ich sehe, wie viele Menschen gerne zum Maigang kommen. Wir haben gedacht, dass Stiepel dafür bestens geeignet ist – sehr grün, aber natürlich auch sehr hügelig.“

Förster informieren über den Wald

Aus diesem Grund ist der Spaziergang etwas kürzer als sonst – die Höhenmeter machen den Unterschied. Bevor die Menge jedoch loszieht, hält der Bischof eine Ansprache und es gibt ein kurzes Friedensgebet. „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“, steht auf dem Mahnmal, um das sich die Menschen versammeln. Bischof Overbeck will in seiner Ansprache auch die „Mauern des Verstandes“ überwunden wissen: „Lasst uns die jüngere Generation zum Vorbild nehmen und ökologisch bewusst handeln“.

Passend zum Thema Nachhaltigkeit geht es schließlich in Richtung Wald. Von den Höhenmetern lässt sich kaum jemand abschrecken. Die dunklen Wolken am Horizont verheißen allerdings nichts Gutes. „Die Eisheiligen haben es dieses Jahr wohl etwas eiliger als sonst“, scherzt Bischof Overbeck, während um ihn herum die Regenschirme aufgespannt werden.

Begleitet wird der Maigang von der Försterin Kirstin Nieland und den beiden pensionierten Förstern Johannes Mauer und Dieter Jünnemann. Der Schutz der Wälder ist ihnen sehr wichtig: „Der Wald ist Gottes Tempel und Priester der, der ihn geht und pflegt. Wir tun einfach unser Bestes – wir müssen sowohl die Probleme im Wald als auch die in der Kirche in Angriff nehmen“, so Johannes Mauer.

Seltene Einblicke ins Klosterleben

Dies erweist sich nicht als sonderlich einfach – immer wieder spielt Förster Jünnemann auf die Probleme an, die der Mensch im Wald geschaffen hat. „Menschen denken oft nicht weit genug“, so Jünnemann. Unter anderem durch die Einführung von Baumarten aus anderen Regionen und Monokulturen entstünden schneller Katastrophen durch Parasiten – dies könnte ganze Wälder innerhalb weniger Monate zerstören. Besonders im Ruhrgebiet leiden Wälder durch den Kohleabbau aber auch andere Industrien unter sogenannten „Rauchschäden“.

Spaziergang endet vor der Marienkirche

Birgit Iltgen, Mitglied bei der „Wolfsburg“, ließ es sich nicht nehmen, aus Essen herzukommen: „Ich besuche oft die Gottesdienste hier im Kloster. Aber die Umgebung kenne ich kaum, das hat mich neugierig gemacht.“

Vor der klösterlichen Marienkirche endet der Spaziergang – zuvor ging es noch durch den für die Öffentlichkeit sonst unzugänglichen Klostergarten mit den Bienenstöcken und einer Weide sowie den Friedhof. Die Menschen haben anschließend die Möglichkeit, die Vesper mit Bischof Franz-Josef Oberbeck und dem Prior des Kloster, Andreas Wüller, zu besuchen und bei einer kurzen Führung das Kloster von innen kennenzulernen.

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