Alkohol im Dienst

Bier in Polizeiwachen: Staatsanwalt stellt Ermittlungen ein

In der Polizeiwache Ost soll in Diensträumen Bier konsumiert worden sein.

In der Polizeiwache Ost soll in Diensträumen Bier konsumiert worden sein.

Bochum/Herne/Witten.  Der Staatsanwalt konnte nicht klären, ob Polizisten in Diensträumen Bier getrunken und dann Auto gefahren sind. Ermittlungen wurden eingestellt.

Mit erheblichem Aufwand hatte die Staatsanwaltschaft in der Belegschaft der Polizei ermittelt, ob einige Beamten nach Dienstschluss alkoholisiert Auto gefahren sind. Am Ende wurde aber nichts Strafbares festgestellt. Das teilte am Mittwoch Oberstaatsanwalt Dr. Christian Kuhnert auf WAZ-Anfrage mit.

Vor zwei Monaten hatte ein Anonymus, der sich als Polizist ausgab, die Behördenleitung schriftlich informiert, dass sich einige Beamte nach Dienstschluss auf der Wache-Ost in Langendreer ein paar Bier genehmigen würden und nachher mit dem Privatauto nach Hause führen. Die Aufregung war groß in der Behörde. Polizeipräsidentin Kerstin Wittmeier ließ stichprobenartig die Wachen in Bochum, Herne und Witten nach Alkohol durchsuchen.

„Das war für uns sehr enttäuschend“

Ergebnis: Hier und dort gab es tatsächlich Alkohol in Diensträumen: ein paar Flaschen Bier und einmal auch zwei Flaschen Hochprozentiges. „Das war für uns sehr enttäuschend“, sagte die Polizeichefin. Alkohol am Arbeitsplatz ist verboten.

Die Staatsanwaltschaft untersuchte den Fall. Das war aber schwer, denn falls überhaupt etwas Strafbares geschehen ist, so musste alles konkret nachgewiesen werden: Alkoholmenge, Tatzeit, Name, Zeugen. Das war nicht möglich.

Fall wird zu „100 Prozent aufgearbeitet“

Kuhnert: „Nur ein Polizeibeamter konnte namentlich ermittelt werden. Und diesem konnte ein strafrechtlich relevantes Verhalten nicht nachgewiesen werden.“ So wurden die Ermittlungen eingestellt.

Ausgestanden ist die Sache damit aber noch nicht. Die Polizei nimmt nach den staatsanwaltlichen jetzt ihrerseits „Verwaltungsermittlungen“ auf und prüft, ob Disziplinarmaßnahmen gegen Beamte eingeleitet werden. Der Fall, so Polizeisprecher Frank Lemanis zur WAZ, „wird zu 100 Prozent aufgearbeitet.“

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