Eröffnung

Bergmannsheil verfügt nach Brand bald wieder über 700 Betten

Modern ausgestattet sind die Ein- bis Drei-Bett-Zimmer im neuen Bettenhaus im Bergmannsheil. In den nächsten Wochen werden sie nach und nach bezogen.

Modern ausgestattet sind die Ein- bis Drei-Bett-Zimmer im neuen Bettenhaus im Bergmannsheil. In den nächsten Wochen werden sie nach und nach bezogen.

Bochum.   Nach dem Großbrand 2016 verfügt das Bergmannsheil in Bochum bald wieder über 700 Betten. Am Dienstag eröffnete die Klinik ein neues Bettenhaus.

Gut zwei Jahre nach dem Großbrand mit zwei Toten kehrt das Bergmannsheil zu alter Leistungsstärke zurück. Anfang 2019 wird die Klinik wieder über die 700 Betten verfügen, die vor der Katastrophe 2016 zur Verfügung standen. Was aus dem Bettenhaus 1 wird, in dem das Feuer damals gewütet hat, ist noch immer ungewiss.

Von einem „Meilenstein“ für die Uni-Klinik sprach der Ärztliche Direktor Prof. Thomas A. Schildhauer, als am Dienstag das Bettenhaus 2 eröffnet wurde. Es entstand seit 2009 in zwei Bauabschnitten und kostet zusammen mit einem weiteren Funktionstrakt 150 Millionen Euro.

222 Patienten können in Ein- bis Drei-Bett-Zimmern versorgt werden: insbesondere Unfallopfer, für deren Behandlung von der Notoperation bis zur Reha nun alle Einrichtungen unter einem Dach konzentriert sind.

Trotz Verlusten kein Personalabbau

Weitere 115 Behandlungsplätze folgen in einem Ersatzbettenhaus, das derzeit in Modulbauweise errichtet wird. Es geht im Frühjahr 2019 an den Start. Mit dann 700 Betten ist das Bergmannsheil wieder auf dem Stand von 2016.

Es sei das Ende einer schwierigen Phase, sagt die Kaufmännische Direktorin Tina Groll. Durch den Großbrand waren fast ein Drittel der Betten weggebrochen. Entsprechend massiv waren die Einnahmeausfälle. „Nur dank des starken Verbundes der berufsgenossenschaftlichen Kliniken konnten wir diese Situation meistern, ohne in finanzielle Schieflage zu geraten“, so Groll. Stolz sei man darauf, trotz der Verluste bei den Patientenzahlen (pro Jahr 89.000) keine Abstriche beim Personal (2300 Mitarbeiter) vorgenommen zu haben.

Zukunft der Brand-Ruine ist unklar

Das soll auch künftig gelten – auch wenn derzeit ein Unternehmensberater nach Möglichkeiten sucht, kostengünstiger zu arbeiten. Stellen-Streichungen seien dabei nach wie vor kein Thema, versichert die Krankenhausleitung.

Zur unendlichen Geschichte wächst sich der Streit um die Frage aus, ob die Brand-Ruine saniert oder abgerissen wird. Die Gespräche mit den Versicherungen laufen noch immer. „Auch wir hätten gern endlich Gewissheit. Aber es gibt keinen Konsens über die Schadenshöhe“, erklärt Tina Groll. In ersten Schätzungen war vor zwei Jahren von einem dreistelligen Millionenbetrag die Rede.

Unabhängig von einer Entscheidung geht das Bergmannsheil davon aus, dass das Ersatzbettenhaus kein kurzfristiges Provisorium bleiben wird. Es werde Jahre dauern, bis das Haus 1 wieder in Betrieb sei – nach einer kompletten Entkernung oder als Neubau.

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