Bochum historisch

Benzin-Marke Aral entstand als Ableger der Kohle-Industrie

Das Erscheinungsbild von Aral hat sich in den Jahren immer wieder verändert. Älteren sind die gerundeten Zapfsäulen  und das Logo mit der eingeklinkten B.V..-Raute noch gut in Erinnerung.

Das Erscheinungsbild von Aral hat sich in den Jahren immer wieder verändert. Älteren sind die gerundeten Zapfsäulen und das Logo mit der eingeklinkten B.V..-Raute noch gut in Erinnerung.

Foto: aral

Bochum.   Das beinahe 120 Jahr alte Unternehmen Aral ist eine der bekanntesten Benzin-Marken. Gegründet wurde die Firma von Bergbauunternehmen in Bochum.

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„Alles Super!“ ist ein geflügeltes Wort, und nicht wenige verbinden damit – Macht der Werbung! – die Reklame für Aral-Benzin. Ein bisschen in Vergessenheit geraten ist, dass die wohlbekannte Marke, die heute zu BP gehört, eine ureigene Bochumer Angelegenheit war. Und dass die hübsche blau-weiße Farbgebung unseren Stadtfarben nachempfunden ist.

Die Aral AG blickt auf eine fast 120-jährige Geschichte zurück: Das Unternehmen wurde am 28. November 1898 durch 13 Bergbauunternehmen als „Westdeutsche Benzol-Verkaufsvereinigung“ in Bochum gegründet. Das Firmenlogo war damals noch schwarz-gelb, hatte aber schon die typische Diamanten-Form.

Aral ist aus der Kohleindustrie erwachsen

1924 kam der Markennamen in die Welt. Der Chemiker Walter Ostwald nannte seinen neuen Superkraftstoff nach den Anfangsbuchstaben der Hauptbestandteile des Kraftstoffs: aus Aromaten und Aliphaten wurde Aral. Drei Jahre später wurden der Name und auch die Bochumer Farben ins Firmenlogo übernommen.

Aral ist somit aus der Kohleindustrie erwachsen, weshalb die Marke zwischenzeitlich B.V. Aral hieß, B.V. für Benzol-Verband, nicht für Bochumer Verein, wie manchmal kolportiert wird. Benzol war ein Kokerei-Nebenprodukt und Grundstoff moderner Benzinproduktion.

Erster Flug von Europa nach Amerika war mit Aral betankt

Schon vor dem Krieg war Aral eine Macht. So flog die „Bremen“ 1928 mit Aral im Tank als erstes Flugzeug von Europa nach Amerika und auch der berühmte „Schienenzeppelin“ stellte 1931 seinen Geschwindigkeitsrekord von 230 km/h mit Hilfe von Aral auf.

Ihren hohen Stellenwert konnte die Firma im Wiederaufbau noch ausbauen. Das Tankstellennetz wuchs und wuchs, Ältere erinnern sich an die zeittypischen Tankstellen der 1950er und 60er Jahre mit dem pilzförmigen Dächern.

Das Pilzdach gibt es heute nicht mehr

Eine solche befand sich vis-à-vis der Firmenzentrale an der Wittener Straße. Die Tankstelle gibt’s immer noch, das Pilzdach und die mit weißen Kacheln verkleideten Gebäude ist längst gegen ein zeitgemäßes Outfit ausgetauscht worden.

Gleichwohl ist Aral nach wie vor eine der bekanntesten Kraftstoffmarken. Man denke an die witzigen Werbespots der 90er Jahre, etwa an den Mann, der zu Fats Dominos „I’m walking“ lieber noch ein paar Kilometer weiter zur nächsten Aral-Tanke läuft, als bei einem anderen Anbieter zu tanken.

Mit dem ureigenen Bochumer Bezug ist es dagegen vorbei. Seit dem 1. Juli 2002 ist die Deutsche BP AG alleiniger Aktionär der Aral AG. Dass die Tankstellen nicht in BP, sondern im Gegenteil die BP-Anlagen auf Aral umgeflaggt wurden, zeugt von der Stärke der Marke. Und ist eine Verbeugung vor der langen, erfolgreichen Bochumer Firmengeschichte.

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