Christliches Yoga

Beim christlichen Yoga in Querenburg Gott begegnen

Ute Stevens (vorn) ist voll konzentriert und macht eine Übung beim christlichen Yoga im Hustadtzentrum.

Ute Stevens (vorn) ist voll konzentriert und macht eine Übung beim christlichen Yoga im Hustadtzentrum.

Foto: Dietmar Wäsche

Querenburg.   Spezielles Angebot in der evangelischen Gemeinde Querenburg: Lehrerin Pia Wick verbindet dabei Seele, Geist und Körper im christlichen Kontext.

Im Gemeindezentrum in der Hustadt herrscht Stille. Yogalehrerin Pia Wick schlägt dreimal die Klangschale an, dann erwachen alle Teilnehmer aus ihrer kurzen Entspannung und begrüßen sich mit einem langen „Shalom“. Wick schaut in die Runde, in der Mitte brennt ein Teelicht. Dann liest sie die Jahreslosung vor: „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“

Die Teilnehmer lassen die Worte nachwirken, dann beginnen sie mit Atem- und Dehnübungen. Vom Katzenbuckel geht es in den Pferderücken und von der Kobra zur Krähe. Dazwischen: Bibelverse und weiterer geistiger Input. Christliches Yoga nennt sich das. Es wird seit Anfang des Jahres in der evangelischen Gemeinde Querenburg angeboten.

„Nach Schnuppertagen im Dezember bieten wir nun jeden Freitag christliches Yoga an“, sagt Pfarrerin Adelheid Neserke. Sie nimmt selbst am Kurs teil. Die Idee kam bei einem Abendessen mit Yogalehrerin und Bewegungspädagogin Pia Wick, die schon länger Unterricht gibt. „Man muss Körper, Geist und Seele ganzheitlich betrachten und dabei den Körper auch in die Religion einbinden“, sagt sie.

Indischer Ursprung kein Problem

Den indischen Ursprung und die Verbindung zum Hinduismus sieht sie dabei nicht als Problem. „Man muss Yoga nicht aktiv mit Hinduismus verbinden, ich nutze nur die Techniken, um den Körper zu stärken“, erklärt sie. Adelheid Neserke ergänzt: „Mit dem christlichen Yoga können wir Psalmen wie ‚Du stellst meine Füße auf weiten Raum’ oder die Vorstellung, dass Gott uns in seiner Hand hält, auf ganz andere Weise erfahrbar machen.“ So könne man in eine andere Beziehung mit Gott treten und Religion auf einer anderen Ebene erfahren.

Teilnehmerin Heike Passmann bezeichnet die 90 Minuten Yoga als ihre „kleine Oase“ – eine Auszeit vom Tagestrott. „Ich entspanne seelisch und körperlich“, beschreibt sie. Michael Windfuhr schätzt besonders das Erlebnis in der Gruppe: „Auch wenn hier jeder zu sich selbst findet, so ist es doch eine Erfahrung in der Gemeinschaft.“

Auf den Yogamatten stehen derweil alle Teilnehmer ganz konzentriert und auf einem Bein balancierend. Die Hände strecken sie gefaltet nach oben – ganz so wie beim Beten. Auch weitere christliche Elemente finden sich wieder: Als die Gruppe kerzengerade mit ausgestreckten Armen auf dem Boden liegt, ist das nicht nur eine Dehnübung für Schultern und Nacken, sondern sieht auch aus wie ein lebensgroßes Kreuz.

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